AM-Gruppe erwartet weiteren deutlichen Anstieg des Konzern-Jahresüberschusses
Der Gesamtumsatz, d.h. einschließlich der BADENIA Bausparkasse und der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB), wird auf etwa DM 20,5 Mrd. (Vorjahr: DM 20,0 Mrd.) zunehmen. Bei dieser Steigerung um 2,6 % ist zu berücksichtigen, daß das spanische Geschäft 1997 veräußert wurde. Bereinigt um diesen Sondereinfluß läge das Gesamtwachstum ebenfalls bei 3,3 %.
Nach den derzeitigen Erkenntnissen wird der Konzern-Jahresüberschuß das Vorjahresniveau von DM 343,4 Mio. erneut deutlich überschreiten. Es wird eine Zuwachsrate von über 10 % erwartet.
Zu dieser Entwicklung tragen die einzelnen Bereiche wie folgt bei:
Lebensversicherung
In der Lebensversicherung rechnet der Konzern mit einem Anstieg des Neugeschäfts um erfreuliche 6,6 % auf rund DM 1,1 Mrd. gemessen an den laufenden Beiträgen. Insgesamt wird ein Bestandszuwachs um 6,1 % (Markt: + 3,7 %) in der Versicherungssumme auf DM 288 Mrd. erwartet. Die Beiträge werden voraussichtlich um 5,5 % auf DM 8,7 Mrd. - einschließlich der Beiträge aus der RfB auf DM 9,8 Mrd. - ansteigen. Trotz des guten Neugeschäfts und des überdurchschnittlichen Bestandszuwachses wird der Abschlußkostensatz zurückgehen. Auch die Verwaltungskostenquote wird sich nach den derzeitigen Einschätzungen rückläufig entwickeln. Insgesamt wird sich das Ergebnis in diesem Geschäftsbereich weiter verbessern.
Krankenversicherung
Der Geschäftsbereich Private Krankenversicherung wird voraussichtlich eine erheblich über dem Markt liegende Beitragssteigerung um 6,6 % auf DM 1,9 Mrd. (Markt: 4,4 %) erreichen. Die Ursache hierfür liegt unter anderem in weiteren Leistungsbegrenzungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung und daraus resultierender verstärkter Nachfrage nach Zusatzversicherungen. Infolge des unverminderten Anstiegs der Gesundheitskosten ist allerdings eine Zunahme der Schadenquote nicht zu vermeiden. Dagegen werden sich die Abschluß- und Verwaltungskostenquote in diesem Bereich vermindern. Der Ergebnisbeitrag aus der Privaten Krankenversicherung wird sich nach den derzeitigen Einschätzungen gegenüber dem Vorjahr erhöhen.
Schaden- und Unfallversicherung
Der Schaden- und Unfallversicherungsbereich entwickelte sich günstiger als der Durchschnitt des Marktes. Nach den ersten Hochrechnungen wird der Beitragsrückgang lediglich 0,8 % auf DM 5,8 Mrd. betragen, während die Branche ein Minus von 1,6 % erwartet. Bereinigt um den Sondereinfluß aus der Veräußerung des spanischen Versicherungsgeschäfts ergäbe sich bei der AM-Gruppe sogar ein leichter Beitragsanstieg in diesem Geschäftsfeld. Ursächlich für die Verminderung der Beiträge ist vor allem der harte Wettbewerb in der Kraftfahrtversicherung. Gegenüber den sehr guten Vorjahren wird sich der Schadenverlauf verschlechtern, was insbesondere auf höhere Schadenaufwendungen in der Kraftfahrtversicherung sowie vermehrte Frost- und Sturmschäden zurückzuführen ist. Demgemäß wird mit einem Anstieg der Schadenquote gerechnet. Trotz konsequenter Rationalisierungsmaßnahmen wird infolge des Prämienrückgangs die Brutto-Betriebsaufwendungsquote das Vorjahresniveau leicht überschreiten. Bei einer guten Entwicklung des allgemeinen Geschäfts wird das Gesamtergebnis erneut über dem Vorjahr liegen.
Bausparkasse
Auch die BADENIA Bausparkasse wird ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einer neu abgeschlossenen Bausparsumme von rund DM 7,6 Mrd. wird sie nahezu an das Boomjahr 1996 (mit den Auswirkungen der damals neuen Bausparförderung) anschließen. Dementsprechend wird der Bestand überdurchschnittlich auf etwa DM 53,7 Mrd. zunehmen. Der Bruttogeldeingang wird um etwa 2,9 % auf DM 3,0 Mrd. ansteigen. Nach der Hochrechnung erwartet die BADENIA ein Ergebnis zumindest auf Vorjahresniveau.
Kapitalanlagen und Kapitalerträge
Nach den ersten Einschätzungen werden die Kapitalanlagen gegenüber dem Vorjahreswert von DM 76,7 Mrd. um über 8 % - und damit deutlich mehr als die Beiträge - zunehmen. In ähnlichem Umfang wird ein Anstieg der laufenden Kapitalerträge erwartet. Angesichts der günstigen Marktentwicklung werden die Erträge aus dem Abgang von Kapitalanlagen deutlich steigen.
Konzernjahresüberschuß
Insgesamt rechnet der AM-Konzern mit einer deutlichen Zunahme des Konzern-Jahresüberschusses gegenüber dem Vorjahreswert von DM 343,4 Mio. Es ist ein prozentuales Wachstum von über 10 % zu erwarten.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 1998
Die AM-Gruppe plant, ihre Geschäftsbasis 1998 zu verbreitern. Insbesondere im Benelux-Raum, wo die Gruppe in den Niederlanden eine gut florierende Tochtergesellschaft besitzt, bietet sich ein erhebliches Geschäftspotential. Darüber hinaus werden auch die Aktivitäten auf dem Bausparsektor in Frankreich weiter forciert.
Infolge der Vertriebsstärke des AM-Konzerns erwartet die Gruppe für das Geschäftsjahr 1998 erneut ein Wachstum über Marktniveau. Zu dieser guten Entwicklung sollen alle Geschäftsbereiche gleichermaßen beitragen. Unter der Voraussetzung, daß sich die Schadenentwicklung nicht gravierend verschlechtert und die Kapitalmärkte stabil bleiben, wird wiederum mit einer erfreulichen Entwicklung des Jahresüberschusses gerechnet.
Neuausrichtung der AM-Gruppe
Ein entscheidender Erfolgsfaktor des AM-Konzerns liegt in der breiten Palette etablierter Marken aller Bereiche des Finanzdienstleistungssektors, die dem Außendienst intensives Cross Selling ermöglichen. Über die enge Zusammenarbeit aller Vertriebe des Konzerns hinaus wurde im Geschäftsjahr 1996 ein Projekt initiiert, das eine stärkere Integration der AM-Gruppe in den Innendienst-Bereichen zum Ziel hatte. Durch eine insgesamt engere Zusammenarbeit im Konzern sowie eine Bündelung von Know how werden Kosteneinsparungen von mittelfristig DM 400 Mio. p.a. erzielt und die Schlagkraft des Konzerns weiter verbessert.
Die wichtigsten Projekte wurden bereits realisiert bzw. befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium:
- Die im Konzern bestehenden EDV-Rechenzentren wurden unter dem Dach der AM Informatik-Service GmbH zusammengefaßt.
- Die Vereinheitlichung der EDV-Anwendungssysteme in der Kompositversicherung mit einem teilweise bereits vollzogenen Austausch alter Systeme und der gemeinsamen Entwicklung neuer Systeme schreitet planmäßig voran.
- Die AM Finanzanlagen Management GmbH wird zum Jahresbeginn 1998 ihre Tätigkeit in Köln aufnehmen und die Finanzanlagen für den AM-Konzern insgesamt managen. Immobilien werden bereits seit vielen Jahren durch eine gemeinsame Gesellschaft entwickelt und betrieben.
- Der konzernweite Einsatz von SAP R/3 zur Vereinheitlichung aller Anwendungssysteme im Bereich Finanz- und Rechnungswesen befindet sich in der Realisierungsphase.
- Die Verwaltungsfunktionen der Konzerngesellschaften an den verschiedenen Standorten werden zusammengeführt.
Um die Integration der AM-Gruppe zügig vorantreiben zu können, wurden - über den mit der THURINGIA bereits seit vielen Jahren bestehenden Beherrschungsvertrag hinaus - weitere Beherrschungsverträge mit allen Versicherungsunternehmen des Konzerns geschlossen. Darüber hinaus wurde im Oktober 1997 die Fusion der AM Konzernrückversicherung auf die AMB vollzogen. Damit wird die gesamte Steuerung der Rückversicherungsaufgaben des Konzerns nunmehr zentral durch die Muttergesellschaft wahrgenommen.
Geschäftsentwicklung der AMB
Die AMB als Muttergesellschaft des AM-Konzerns erwartet für 1997 wiederum eine gute Geschäftsentwicklung. Dementsprechend ist von einer zumindest unveränderten Dividendenzahlung auf das im Rahmen der Beherrschungsverträge/Fusion erhöhte Grundkapital und einer angemessenen Dotierung der Gewinnrücklagen auszugehen.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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