AM-Gruppe erwartet wiederum überdurchschnittliche Umsatzsteigerung und deutlich höheren Konzernüberschuß

08.12.1998 | Köln
Der AM-Konzern unter Führung der AMB Aachener und Münchener Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Aachen, entwickelte sich 1998 erfreulich und konnte seine Marktanteile im deutschen Versicherungsgeschäft weiter ausbauen.

Ersten Hochrechnungen zufolge werden die konsolidierten Bruttobeiträge einschließlich der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung im Versicherungsgeschäft (bereinigt um die veräußerte Royal Nederland Verzekeringsgroep) um 3,6 % auf DM 16,9 Mrd. ansteigen (Markt: 2,0 %). Der Gesamtumsatz, d.h. einschließlich des Bruttogeldeingangs aus der BADENIA Bausparkasse in Höhe von DM 2,9 Mrd. (Vorjahr: DM 3,1 Mrd.), wird voraussichtlich um 2,4 % auf DM 19,8 Mrd. zunehmen.

Auch für die Zukunft plant die AM-Gruppe ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum. Die Basis hierfür wurde durch eine Vertriebskooperation mit der Commerzbank AG, Frankfurt am Main, im November dieses Jahres erheblich verbreitert. Es ist vorgesehen, daß die Commerzbank künftig Versicherungsprodukte der AM-Gruppe vertreibt. Gleichzeitig werden die Vertriebe der AM-Gruppe (ohne Deutsche Vermögensberatung AG) die Bankprodukte dieser großen deutschen Geschäftsbank anbieten.

Der Konzern-Jahresüberschuß wird aufgrund der Veräußerung der niederländischen Einheiten deutlich gegenüber dem Vorjahr ansteigen, doch auch ohne diesen einmaligen Effekt rechnet die Gruppe mit einer Zunahme des Konzern-Jahresüberschusses von mehr als 10 %. Aufgrund der kontinuierlich guten Geschäftsentwicklung geht die AMB als Holdinggesellschaft der Gruppe davon aus, für 1998 wiederum eine Dividende zumindest auf Vorjahresniveau zu zahlen. Zu dieser erfreulichen Entwicklung tragen die einzelnen Geschäftsbereiche in unterschiedlichem Maße bei: Lebensversicherung. In der Lebensversicherung rechnet der Konzern mit einem Anstieg des eingelösten Neugeschäfts in laufenden Beiträgen um 2,2 % auf DM 1,1 Mrd. Dieses Ergebnis ist um so positiver zu bewerten, als der Markt von einem Rückgang des Neugeschäfts um 1,5 % ausgeht. Insgesamt wird ein Bestandszuwachs von 7,3 % (Markt: 3,7 %) auf DM 310 Mrd. in der Versicherungssumme erwartet. Die gebuchten Bruttobeiträge werden voraussichtlich um 3,6 % auf DM 8,5 Mrd. ansteigen. Einschließlich der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung beträgt der Beitragszuwachs etwa 4,2 % auf DM 9,7 Mrd. Der Abschlußkostensatz wird sich geringfügig erhöhen. Die Verwaltungskostenquote wird sich weiter rückläufig entwickeln. Es ist davon auszugehen, daß sich das Ergebnis dieses Geschäftsbereichs weiter verbessert.

Krankenversicherung

Eine erneut über dem Markt liegende Beitragssteigerung um 6,1 % (Markt: 4,5 %) auf DM 2,0 Mrd. wird der Geschäftsbereich Private Krankenversicherung aufweisen. Einschließlich der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung beträgt der Prämienzuwachs nach der Hochrechnung 12,6 % auf DM 2,1 Mrd. Trotz steigender Kosten im Gesundheitswesen wird sich die Schadenquote nicht verschlechtern. Die Abschlußkostenquote wird sich, obwohl eine überdurchschnittlich gute Neugeschäftsentwicklung zu verzeichnen ist, rückläufig entwickeln, während die Verwaltungskostenquote auf dem guten Vorjahresniveau bleiben wird. Nach den derzeitigen Einschätzungen wird sich der Ergebnisbeitrag aus der Privaten Krankenversicherung gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Schaden- und Unfallversicherung Auch die Schaden- und Unfallversicherung (einschließlich Rechtsschutzversicherung) konnte sich erfreulich von der allgemeinen Marktentwicklung abkoppeln. Trotz des unverändert harten Wettbewerbs, insbesondere in der Kraftfahrtversicherung, der zu einem Beitragsrückgang von etwa 2,0 % im Marktdurchschnitt führt, kann die AM-Gruppe ihre Beiträge voraussichtlich um 1,1 % auf DM 4,3 Mrd. steigern. Gegenüber dem Vorjahr wird sich die Geschäftsjahresschadenquote brutto leicht verschlechtern, was unter anderem aus einem Anstieg der Schadenkosten im Haftpflichtbereich resultiert. Infolge zusätzlicher Zukunftsinvestitionen verbunden mit einem nur geringen Beitragswachstum wird der Brutto-Betriebskostensatz voraussichtlich das Vorjahresniveau leicht überschreiten. Bei einer guten Entwicklung des allgemeinen Geschäfts wird das Gesamtergebnis erneut über Vorjahresniveau liegen.

Bausparkasse

Die BADENIA Bausparkasse AG wird weiterhin auf dem Erfolgspfad bleiben. Nach dem Boomjahr 1996 - bedingt durch die neue staatliche Bausparförderung, deren Auswirkungen noch in 1997 zu spüren waren -rechnet die Gesellschaft nun mit einer Konsolidierung des Netto-Neugeschäfts auf einem hohen Niveau von DM 6,9 Mrd. (Vorjahr: DM 7,9 Mrd.). Der gesamte Bausparbestand wird in der Summe nochmals um voraussichtlich 1,7 % auf etwa DM 54,6 Mrd. zunehmen. Gleichzeitig wird sich der Bruttogeldeingang um etwa 4 % auf DM 2,9 Mrd. vermindern. Nach der Hochrechnung erwartet die BADENIA ein Ergebnis über Vorjahresniveau.

Kapitalanlagen und Kapitalerträge

Der Kapitalanlagebestand inklusive Baudarlehen wird gegenüber dem Vorjahr um gut 8 % auf ca. DM 93 Mrd. wachsen. Daraus werden laufende Kapitalerträge von gut DM 5,8 Mrd. erwartet; dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von etwa 4 %. Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten während der vergangenen Monate wurden intensiv genutzt, so daß Erträge aus dem Abgang von DM 850 Mio. erwartet werden (ohne Gewinn aus der Veräußerung der Royal Nederland Verzekeringsgroep).

Konzern-Jahresüberschuß

Infolge der Veräußerung der Royal Nederland Verzekeringsgroep zur Jahresmitte wird der Konzernjahresüberschuß deutlich über der 1-Milliarden-DM-Grenze liegen. Doch auch ohne diesen außerordentlichen Einfluß erwartet der Konzern einen Anstieg des Jahresüberschusses oberhalb der 10-Prozent-Marke. Die gute Geschäftsentwicklung des Konzerns läßt erwarten, daß die AMB als Holdinggesellschaft der Gruppe wiederum eine Dividende zumindest auf Vorjahresniveau zahlen und die Rücklagen angemessen verstärken wird.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 1999

Aufgrund seiner Vertriebsstärke erwartet der AM-Konzern auch für 1999 wieder eine über dem Marktdurchschnitt liegende Geschäftsentwicklung und damit eine Ausweitung der Marktanteile. Dabei wird unter anderem mit Wachstumsimpulsen aus der Zusammenarbeit mit der Deutschen Vermögensberatung AG und dem Ausbau der eigenen Ausschließlichkeitsorganisationen gerechnet. Im Laufe des Jahres wird ferner die Vertriebskooperation mit der Commerzbank erste Ergebnisse bringen. Unter Berücksichtigung der Aktivitäten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ist davon auszugehen, daß der AM-Konzern seine Ertragskraft 1999 weiter steigern wird.

Strategische Projekte

Im Jahr 1997 wurden bedeutende Projekte zur Steigerung der Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit der AM-Gruppe initiiert und schon teilweise erfolgreich abgeschlossen.

Zum Jahresbeginn 1998 hat die AM Finanzanlagen-Management GmbH bereits ihre Arbeit aufgenommen. Es ist nun geplant, im kommenden Jahr das Geschäftsfeld Asset Management, d.h. die Vermögensanlage für Dritteaufzunehmen und eigene Investmentfonds aufzulegen. Damit strebt die AM-Gruppe eine frühzeitige Positionierung auf diesem Wachstumsmarkt an.

Ferner wurde das Kfz-Bestandssystem der Aachener und Münchener Versicherung AG wie geplant von der Thuringia Versicherungs-AG übernommen. Anfang 1999 wird ein entsprechendes Projekt bei der Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung AG gestartet. Darüber hinaus wird die von den Schaden- und Unfallversicherern der Gruppe initiierte Neuentwicklung des Bestandsverwaltungssystems für die Sach-, Unfall- und Haftpflichtversicherungssparten 1999 gezielt vorangetrieben. Durch diese Maßnahmen werden in Zukunft in erheblichem Umfang Wartungs- und Entwicklungsaufwendungen eingespart.

Durch die Anfang November 1998 erfolgreich abgeschlossene Zusammenlegung der Rechenzentren am Standort Aachen ist eines der größten und leistungsfähigsten Rechenzentren Europas entstanden. Die AM Informatik GmbH wurde zum zentralen Dienstleister für die Informationstechnologie der gesamten AM-Gruppe.

Die Produktivsetzung der SAP-Module für das Rechnungswesen und Controlling wurde im Oktober 1998 bei der BADENIA Bausparkasse termingerecht ausgeführt. Ab dem 1. Januar 1999 wird diese Software bei fast allen Tochtergesellschaften genutzt.

Um den mit der Internationalisierung der Kapitalmärkte einhergehenden veränderten Informationsbedürfnissen gerecht zu werden, ist geplant, den Abschluß 1999 bereits nach IAS zu erstellen.

Die Vorarbeiten zur Umstellung auf den EURO sind weit fortgeschritten. Die ersten EURO-Produkte werden spätestens ab Mitte 1999 angeboten.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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