AMB Generali Gruppe hat Talsohle durchschritten

13.05.2003 | Köln
Die AMB Generali Holding AG hat im ersten Quartal 2003 einen deutlichen Aufwärtstrend in ihrer Geschäftstätigkeit erreicht. Das Konzernergebnis vor Steuern stieg auf 148 Mio. Euro (Vorjahesrsquartal: 67 Mio. Euro). Allerdings wurde dieses positive Ergebnis aufgrund derzeit zu erwartender außergewöhnlich hoher Steuerbelastungen - durch die Nichtabzugsfähigkeit von Abschreibungen und Abgangsverlusten auf Aktien - erheblich belastet.

Damit ergab sich nach Steuern ein Ergebnis von ./. 87 Mio. Euro (Vorjahresquartal 56 Mio. Euro)". Die AMB Generali hat die Talsohle durchschritten", erklärte Konzernchef Dr. Walter Thießen. "Unser Fitness-Programm greift. Die ersten positiven Auswirkungen sind spürbar." Zu den guten Nachrichten gehört eine operative Verbesserung der Combined Ratio um knapp 5 Prozentpunkte. Auch der bis 2005 bundesweit angestrebte Abbau von 1.250 Mitarbeiterkapazitäten im Innendienst kommt zügig voran. Bis zum Ende des 1. Quartals 2003 sind bereits rund 290 Arbeitsplätze eingespart worden.

Zum eingeleiteten Fitness-Programm gehört auch die Sanierung der Kfz-Sparte sowie der Ausstieg aus dem defizitären Industriegeschäft. In beiden Bereichen ist die Entwicklung ebenfalls im Plan. In der Industrieversicherung wurden seit Herbst 2002 über 4.000 Verträge mit einem Beitragsvolumen von knapp 50 Mio. Euro gekündigt. Weitere 3.500 Vertragskündigungen werden bis zum Jahresende vorgenommen. Diese gezielte Bereinigung ist ausschlaggebend dafür, dass die Gesamtbeiträge der AMB Generali Gruppe über alle Sparten im ersten Quartal um 0,5 % auf 3,5 Mrd. Euro zurückgegangen sind. Demgegenüber sind die Prämieneinnahmen in der Lebens- und Krankenversicherung gestiegen.

Im Bereich der privaten Altersvorsorge wurde die starke Marktposition bei der so genannten "Riester-Rente" weiter gefestigt. Inzwischen sind seit Produkteinführung insgesamt mehr als 630.000 Policen über die Lebensversicherer der AMB Generali Gruppe verkauft worden.

Das Kapitalanlageergebnis war im 1. Quartal stark durch erneute Kursverluste an den Kapitalmärkten belastet. So fiel der EURO STOXX um 12,5 % und der DAX um 16 %. Die AMB Generali Gruppe setzte ihre strikte Auslegung der IAS-Impairmentregeln fort und reduzierte außerdem ihre Aktienquote auf ca. 5 % per 31.03.2003. Vor allem aufgrund der Abschreibungen auf Aktien, Beteiligungen und Investmentanteile von 536 Mio. Euro ergab sich ein negatives Kapitalanlageergebnis von ./. 259 (Vorjahr: 616) Mio. Euro. Trotz der erneuten Kursverluste konnten infolge der Abschreibungen die unrealisierten Verluste in Aktien, Beteiligungen und Investmentanteilen auf 918 (31.12.2002: 1 125) Mio. Euro zurückgeführt werden. Demgegenüber haben sich die Zinstitel mit stillen Reserven von 2,18 (31.12.2002: 2,05) Mrd. Euro positiv entwickelt, so dass die AMB Generali Gruppe ihre stillen Reserven in den jederzeit veräußerbaren Kapitalanlagen im ersten Quartal 2003 auf rund 1,3 Mrd. Euro erhöhen (Ende 2002: 925 Mio. Euro) konnte. Insgesamt führt die konservative Abschreibungspolitik der AMB Generali Gruppe dazu, dass bei einer positiven Entwicklung an den Aktienmärkten sehr schnell wieder stille Reserven aufgebaut werden; diese Aufwärtstendenz ist im zweiten Quartal 2003 bereits zu erkennen. So verbesserten sich die unrealisierten Verluste in Aktien, Beteiligungen und Investmentanteilen per 30.04.2003 von 918 auf 408 Mio. Euro.

Die dargestellten Beitragsrückgänge um 4,1 % in der Schaden- und Unfallversicherung waren durch die konsequente Sanierung der Kfz-Sparte bei allen Kompositversicherern im Konzern sowie durch den Ausstieg aus dem Industriegeschäft eingeplant. Erfreulich ist die Verbesserung der Kosten-Schadenrelation (Combined Ratio) von 99,0 % auf 92,3 %. Um Sondereinflüsse bereinigt ergibt sich eine Verbesserung um knapp 5 Prozentpunkte. Dies entspricht dem erklärten Ziel, im versicherungstechnischen Geschäft profitabler zu werden.

Auf Wachstumskurs liegen weiterhin die Lebens- und Krankenversicherer der AMB Generali Gruppe. Die Gesamtbeiträge im Teilsegment Leben stiegen im ersten Quartal 2003 um 1,7 % auf 1,68 Mrd. Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahresquartal ein großvolumiger Vertrag gegen Einmalbeitrag abgeschlossen worden war. Im Teilsegment Kranken stiegen vor allem durch das gute Neugeschäft und Beitragsanpassungen die gebuchten Brutto-Beiträge um 9,9 % auf 337 Mio. Euro.

Ausblick auf das Geschäftsergebnis 2003 insgesamt

Für das gesamte Geschäftsjahr 2003 rechnet die AMB Generali Gruppe bei den Personenversicherern mit einem über dem Branchendurchschnitt liegenden Beitragswachstum. Bei den Kompositgesellschaften werden die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen hingegen zu einem Prämienrückgang führen. Durch die weiterhin forcierten Sanierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen im Konzern ist von spürbaren Verbesserungen im operativen Geschäft für 2003 im Vergleich zum Vorjahr auszugehen. Das Konzernergebnis wird nach wie vor stark von der Kapitalmarktentwicklung abhängig sein. Unter der Prämisse, dass keine außergewöhnlichen Schadenereignisse und weitere Kapitalmarktturbulenzen eintreten, rechnet die AMB Generali Gruppe mit einem positiven Vorsteuerergebnis.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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