Anleger werden weiter abkassiert

27.07.2009 | Leipzig
Im Juli erhielten viele Fonds-Anleger der Dresdner Bank Post. Darin stand, dass zum 01. August 2009 eine so genannte Performance-Fee eingeführt wird. Und weiter: "Diese Performance-Fee bringt die Interessen des Anlegers und des Fondsmanagements in Einklang."

Die Verbraucherzentrale Sachsen sieht das anders und kritisiert diese erfolgsabhängige Managementvergütung scharf, die im Übrigen zuletzt auch von anderen Gesellschaften, wie der Union Investment oder der DEKA Investment eingeführt wurde.

"Viele Verbraucher haben schon Schwierigkeiten, den Inhalt des Briefes zu verstehen, denn er ist mit vielen - auch englischen - Fachbegriffen gespickt", wundert sich Andrea Hoffmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen nicht. So handelt es sich bei der Performance-Fee leider nicht um eine gute Zauberin, die die Verluste der letzten 12 Monate ausmerzen soll, sondern um ein weiteres Entgelt, mit dem die Anleger künftig belastet werden sollen. Nachdem Fonds also gerade hohe Kursverluste von teilweise mehr als 50 Prozent erzielt haben, will man bei den nun wahrscheinlich folgenden Kursanstiegen kräftig mit abkassieren. Dabei sind die übrigen Investmentfonds-Kosten schon nicht gering, denkt man beispielsweise nur an Ausgabeaufschlag, erfolgsunabhängige Managementgebühr, Verwaltungsgebühr, Depotbankgebühr…

"Wir sehen die erfolgsabhängige Managementvergütung generell kritisch und den Zeitpunkt der Einführung völlig daneben", sagt Hoffmann. In der Wirtschaftskrise, in der gerade auch das Vertrauen in den Finanzmarkt stark erschüttert ist und viele Anleger dem Markt der Investmentfonds den Rücken kehren, wäre zur Stärkung der Nachfrage eigentlich eine Senkung der Kosten das Gebot der Stunde. Darüber hinaus sind derartige Performancegebühren umstritten. Eigentlich ist es die Aufgabe der Fondsmanager an sich, eine Überrendite anzustreben und damit besser zu sein als der Vergleichsmaßstab, wie etwa ein Index. Mit Aussicht auf die Extra-Vergütung besteht die Gefahr, dass die Fondsmanager wieder besonders risikoreiche Investments tätigen. Daran haben jedoch viele Fondsanleger nach den Erfahrungen der letzten 12 Monate kein Interesse mehr. Geht die Risiko-Strategie nicht auf, ist nur der Anleger der Dumme. Für den Fondsmanager gibt es in diesem Fall natürlich auch keine Strafgebühr.

Die Einführung einer erfolgsabhängigen Managementvergütung ist aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen ein Grund mehr, auf aktiv gemanagte Fonds zu verzichten. Zu selten sind diese Fonds tatsächlich besser als der Vergleichsmaßstab. "Da macht es aus Anlegersicht Sinn, gleich in einen viel kostengünstigeren, börsennotierten Indexfonds (ETF`s) zu investieren", empfiehlt Hoffmann.

Quelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

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