BW-Bank steigert Erträge erneut

04.05.2009 | Stuttgart
Das Geschäftsmodell der BW-Bank als Kundenbank im LBBWKonzern hat sich in den Krisenmonaten 2008 bewährt, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Bank, Joachim E. Schielke, bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2008 in Stuttgart. "In den knapp vier Jahren seit ihrer Gründung hat sich die Bank kontinuierlich gut entwickelt und als wesentlicher "Player" im deutschen Südwesten bestens etabliert," stellte Schielke fest.

Bei nochmals gestiegener Ertragskraft machte sich der abrupte Konjunkturabschwung gegen Jahresende 2008 aber deutlich in den Risikokosten der Bank bemerkbar.

Steigendes Aktiv- und Passivvolumen

Ungeachtet der schwierigen Branchensituation hat die BW-Bank im Geschäftsjahr 2008 ihre Marktposition weiter gefestigt. Die Kundenforderungen erhöhten sich um 3,6 %. Das Aktivvolumen erreichte zum Jahresende 2008 45,7 Milliarden EUR nach 44,1 Milliarden EUR Ende 2007. Auch die Passivseite der Bilanz entwickelte sich positiv. Die gesamten bilanzwirksamen Passiva betrugen zum 31.12.2008 27,5 Milliarden EUR, das entspricht einem Zuwachs um 9,2 %. Die Kundeneinlagen der Bank erhöhten sich um 7,8 %. Mit einer Zuwachsrate von 21,5 % stiegen die Sichteinlagen kräftig auf 10,7 Milliarden EUR. Erstmals seit Jahren legten die Spareinlagen wieder zu. Der Bestand wuchs um 6,7 % auf 6,7 Milliarden Euro.

Erträge übertreffen hohes Vorjahresniveau

Die Ertragskraft der Bank konnte 2008 nicht nur auf dem hohen Niveau des Rekordjahres 2007 gehalten, sondern sogar leicht gesteigert werden. Die Bruttoerlöse liegen mit 1.136,7 Millionen EUR um 0,5 % über dem Vorjahreswert.

Beim Zinsüberschuss ist der Volumenaufbau insbesondere im mittelständischen Firmenkundengeschäft spürbar. Sowohl im Aktiv- wie auch im Passivgeschäft lag der Zinskonditionenbeitrag über dem Vorjahresniveau. Insgesamt erhöhte sich der Zinsüberschuss um erfreuliche 1,5 % auf 776,0 Millionen EUR.

Angesichts der dramatischen Entwicklung der internationalen Wertpapiermärkte hat sich das Provisionsergebnis gut behauptet. Der Provisionsüberschuss betrug 360,7 Millionen EUR nach 366,8 Millionen EUR 2007. Flächendeckend konnten die Kreditprovisionen im Unternehmenskundengeschäft gesteigert werden. Zudem wurden die Provisionseinnahmen aus dem Auslandsgeschäft und dem kapitalmarktorientierten Finanzierungsgeschäft merklich ausgeweitet.

Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich moderat um 2,1 % auf 661,7 Millionen EUR. Ausschlaggebend dafür war die Zunahme der Servicekosten um 4,8 %. Das strikte Kostenmanagement der Bank zeigt sich in den Personal- und Sachkosten: Sie lagen leicht unter der Vorjahreshöhe (- 0,2 %). Die Kosteneffizienz betrug 58,2 % - ein nach wie vor sehr ordentlicher Wert, der zeigt, "dass wir die Kosten im Griff haben," so Schielke. Der abrupte weltweite Konjunktureinbruch hat Baden-Württemberg besonders hart getroffen. Als bedeutendster Mittelstandsfinanzierer und konstruktiver Partner der heimischen Wirtschaft steht die BW-Bank auch in der Krise zu ihren Kunden. Dies drückte sich 2008 durch eine um rd. 75 Millionen EUR höhere Zuführung zur Risikovorsorge aus.

Nach Risikovorsorge ergibt sich ein Betriebsergebnis in Höhe von 298,1 Millionen EUR (- 21,8 %). Hieraus errechnet sich eine Eigenkapitalrendite von 16,3 % (2007: 21,2 %) bezogen auf das zugeordnete Eigenkapital in Höhe von 1,8 Milliarden EUR. "Im Branchenvergleich und in Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen ein guter Wert, der sich sehen lassen kann" resümierte der BW-Bank-Chef.

Erlöswachstum im Unternehmenskundengeschäft

Im Unternehmenskundengeschäft hat die Bank ihre Kreditvergabe an den baden-württembergischen Mittelstand 2008 erneut um 8,1 % ausgeweitet. Das durchschnittliche Kreditvolumen wuchs sogar um rd. 12 %. "Damit haben wir einmal mehr unter Beweis gestellt, dass wir als stabile Mittelstandsbank im Land verlässlich zu unseren Kunden stehen und unserer Verantwortung für die Kreditversorgung der baden-württembergischen Wirtschaft auch in schwierigen Zeiten gerecht werden", bekräftigte Schielke. "Wir haben noch keinen einzigen Mittelstandskredit aus Liquiditätsgründen abgelehnt." Sowohl der Zinsüberschuss als auch der Provisionsüberschuss konnten spürbar verbessert werden und führten zu einem Zuwachs bei den Bruttoerlösen um 7,1 %. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 0,8 %. Der dramatische Konjunktureinbruch im letzten Quartal 2008 erforderte eine spürbar höhere Risikovorsorge von 140,2 Millionen EUR (2007: 46,6 Millionen EUR). Daher liegt das Betriebsergebnis mit 222,9 Millionen EUR um 20,1 % unter der Vorjahreshöhe. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich erneut auf 39,3 %. Die Eigenkapitalrendite lag bei 18,7 %.

In der aktuell schwierigen konjunkturellen Situation wird die Finanzierungssicherheit für die Unternehmen immer wichtiger. Hier bietet die Diversifizierung der Finanzierungsstruktur langfristige Sicherheit. Dabei leistet das Genussrechtsprogramm SmartMezzanine der BW-Bank einen wesentlichen Beitrag. Die Bank war im Jahr 2008 neben den Förderbanken einer der wenigen Anbieter von Programm-Mezzaninen. Daneben wurden Schuldscheindarlehen von den Unternehmenskunden als attraktive Finanzierungsalternative sehr gut angenommen. Mit Transaktionsvolumina von 15 bis über 100 Millionen EUR sind Schuldscheine prädestiniert für die Kernkundschaft der BWBank, den gehobenen baden-württembergischen Mittelstand. Insgesamt hat die Bank das Volumen der arrangierten Schuldscheindarlehen im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und ist damit führend in ihrem Marktgebiet.

Beratungsqualität im Privatkundengeschäft ausgezeichnet

"Im Privatkundengeschäft haben wir uns 2008 wacker geschlagen", sagte Schielke. Die außergewöhnlich schwierige Wettbewerbssituation im Privatkundengeschäft mit einer extrem negativen Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten drückte die Erträge. Die Bruttoerlöse unterschreiten mit 538,1 Millionen EUR das Vorjahresergebnis um 5,9 %. Dabei hat sich die Lehman-Insolvenz im 4. Quartal negativ auf die Wertpapierprovisionen ausgewirkt. Der Verwaltungsaufwand stieg insbesondere wegen höherer Servicekosten um 2,8 %. Die Risikokosten liegen um 33,4 % unter dem Wert des Jahres 2007, in dem das Kreditportefeuille um Altfälle aus dem Vermittlergeschäft von Baufinanzierungen bereinigt wurde. Nach Risiko läuft das Betriebsergebnis mit 75,2 Millionen EUR um 26,4 % unter dem Vorjahresniveau aus. Der Return on Equity beträgt 11,7 %, die Cost-Income-Ratio 79,2 %.

Im vergangenen Jahr hat die BW-Bank als erste Bank Deutschlands ihren Beratungsprozess vom TÜV SÜD überprüfen lassen. Für die qualitativ hochwertige Privatkunden-Beratung erhielt sie das Zertifikat "TÜV SÜD geprüfte Beratungsqualität".

Ende April konnte bereits der 200.000ste Kunde des attraktiven Mehrwert-Girokontos "extend" begrüßt werden. Im Pauschalpreis des extend-Kontos ist ein Kreditkarten-Goldset enthalten - auf Wunsch auch für den Partner. Darüber hinaus erhalten die Kunden zahlreiche Vergünstigungen im Freizeitbereich oder beim Erwerb einer VVS-Jahreskarte.

Der neue Bereich Wealth Management für hoch vermögende Kunden ist Anfang Oktober 2008 trotz widriger Rahmenbedingungen vielversprechend gestartet. Seither wurden bereits von den mehr als 100 hochspezialisierten Mitarbeitern der BWBank hohe dreistellige Millionenvermögen mit dem ganzheitlichen und strikt produktunabhängigen Betreuungsansatz akquiriert.

Ausblick

Die jüngsten Konjunkturprognosen der Forschungsinstitute haben laut Schielke erneut unterstrichen, "dass 2009 ein hartes Jahr für uns alle werden wird". Die gravierend verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinträchtigen das Geschäft in allen Kundensegmenten. "Umso erfreulicher ist die Entwicklung der Bank im bisherigen Jahresverlauf", betonte Schielke. Die Bruttoerlöse übertreffen das hohe Vorjahresniveau. Wegen der hohen Unsicherheiten im Risikobereich ist eine seriöse Jahresprognose 2009 nach Ansicht des BW-Bank- Vorstands jedoch nicht möglich. Die Forcierung des Kundengeschäfts im LBBW-Konzerns dürfte aber dem Wachstumskurs der BW-Bank in beiden Kundensegmenten einen zusätzlichen Schub verleihen. Der solide und stabile Kurs der Bank hat den Kunden in den zurückliegenden Monaten gezeigt, "dass wir auch in turbulenten Zeiten ein berechenbarer Partner sind", sagte Schielke. Er ist daher zuversichtlich, "dass uns diese Wertschätzung auch über manche schwierige Situation in der Kundenbeziehung im laufenden Jahr hinweghelfen wird." Ziel ist es, im Jahr 2009 die Ertragskraft der BW-Bank weiter zu festigen und wieder einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtergebnis des LBBW-Konzerns zu leisten.

Ergebniszahlen der BW-Bank für 2008

in Mio Euro

2008 2007 Veränderung in %

Zinsüberschuss 776,0 764,3 1,5

Provisionsüberschuss 360,7 366,8 - 1,7

Bruttoerlöse 1.136,7 1.131,1 0,5

Verwaltungsaufwand 661,7 648,3 2,1

Betriebsergebnis v. Risiko 475,0 482,8 - 1,6

Risikovorsorge 176,9 101,7 73,9

Betriebsergebnis n. Risiko 298,1 381,1 - 21,8

Return on Equity (%) 16,3 21,2

Cost-Income-Ratio (%) 58,2 57,3

Quelle: Pressemeldung Baden-Württembergische Bank

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