Badenia optimistisch für 2002

17.06.2002 | Köln
Im Rahmen der privaten Altervorsorge und der Auswirkungen der sogenannten "Riester-Förderung" sieht die Deutsche Bausparkasse Badenia nach wie vor eine erhebliche Benachteiligung des Bausparens. Dies stellte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bausparkasse Badenia, Dietrich Schroeder, anlässlich der Jahreshauptversammlung des Unternehmens in Karlsruhe vor den Aktionärsvertretern fest.

Dietrich Schroeder: "Das Ungleichgewicht bei der Förderung bedeutet eine Benachteiligung des Bausparens, führt zu einem reduzierten Sparverhalten für die eigenen vier Wände und wird sich zwangsläufig in die Wohneigentumsquote niederschlagen". Schroeder unterstrich daher noch einmal die Forderung seines Hauses und der Bausparkassenverbände, die bisher einseitige Förderung der Altersvorsorge durch eine Verdoppelung der Bausparförderung auszugleichen.

Auf der Hauptversammlung ist Dietmar Meister anstelle des aus Krankheitsgründen ausgeschiedenen Dr. Hans Jäger in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt worden.

Weiterhin wurde auf der Hauptversammlung das vom Gesetzgeber seit letztem Jahr durch das sogenannte "Übernahmegesetz" ermöglichte "Squeeze-Out" der Streubesitzaktionäre beschlossen. Die außenstehenden Aktionäre - deren Anteile bei der Deutschen Bausparkasse Badenia bisher unter 0,5 % betrugen - erhalten eine Barabfindung von 10 Euro je Aktie. Die Aktien gehen damit auf die AMB Generali Holding AG über.

Geschäftsergebnisse 2001

Trotz der angespannten konjunkturellen Lage, einem niedrigen Zinsniveau und einem schleppenden Immobilienmarkt konnten im Neugeschäft leichte Zuwachsraten erzielt werden:

Das Brutto-Neugeschäft überstieg mit 3,918 Milliarden Euro Bausparsumme (Vj.: 3,778) das Vorjahresergebnis um 3,7 %.

Nach der Stückzahl betrug die Steigerung sogar 7,4 %; insgesamt konnten 210.267 neue Verträge (Vj.: 195.777) abgeschlossen werden.

Mit diesen Ergebnissen konnte der Marktanteil leicht verbessert und weiterhin der vierte Rang unter den privaten Bausparkassen gehalten werden.

Nicht ganz auf Vorjahresniveau präsentiert sich das Netto-Neugeschäft: Das Volumen der eingelösten Verträge erreichte 3,041 Milliarden Euro (Vj: 3,227 Milliarden; - 7,2 %), die Stückzahl 173.646 (Vj: 178.542; - 2,7 %). Da sich die deutliche Belebung des Brutto-Neugeschäftes erst im letzten Quartal des Jahres 2001 abzeichnete, sind die Einlösungen mit einem Nachlauf versehen.

Der Vertragsbestand betrug 1.754.438 Verträge (Vj: 1.789.235; - 1,9 %) mit einem Volumen von 30,616 Milliarden Euro Bausparsumme (Vj: 31,023 Milliarden; - 1,3 %).

Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen einen erneuten Zuteilungsrekord verzeichnen: Die Anzahl der Zuteilungsangebote stieg um 24 % auf 146.749 Stück (Vj: 118.368). Erstmals wurden 2,172 Milliarden Euro (Vj: 1,960 Milliarden; + 10,8 %) zugeteilt und damit für wohnwirtschaftliche Maßnahmen zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus hat die Badenia im Zuge der in 2001 realisierten Tarifoptimierung zwölf Bewertungsstichtage eingeführt, die den Kunden eine monatliche und somit schnellere Zuteilung ermöglichen.

Die Sparbeträge betrugen 827 Millionen Euro (Vj: 920 Millionen; - 10,2 %), die Tilgungsbeträge konnten um 6,6 % auf 428 (Vj: 402) Millionen Euro gesteigert werden.

Bei erhöhten Zuteilungen als Folge des hohen Neugeschäftes zu Beginn der neunziger Jahre geht eine Vielzahl von Verträgen vom Sparstadium ins Darlehensstadium über; deshalb ist das Sparaufkommen zwangsläufig zurückgegangen.

Die Bauspareinlagen beliefen sich auf 3,731 Milliarden Euro (Vj: 3,892 Milliarden; - 4,1 %). Der kollektive Darlehensbestand erweiterte sich um 7,7 % auf 2,229 (Vj: 2,069) Milliarden Euro.

Das Volumen der ausgereichten Vorausdarlehen stieg um 6,3 % auf 1,133 (Vj: 1,065) Milliarden Euro. Die Zwischenkredite wurden auf 368 Millionen Euro (Vj: 433; - 15 %) zurückgefahren.

Die Bilanzsumme beträgt 5,042 Milliarden Euro (Vj: 5,320).

Das Teilbetriebsergebnis erhöhte sich von 17 auf 43 Millionen Euro (+ 157,6 %). Die Ursachen hierfür liegen vor allem in einer Ausweitung des Zinsüberschusses sowie einer deutlichen Reduzierung der Verwaltungskosten.

Erfolgreicher Start in 2002

Einen erfreulichen Start im Neugeschäft konnte die Deutsche Bausparkasse Badenia im ersten Quartal 2002 verzeichnen. Die Brutto-Bausparsumme belief sich auf rund 1 Milliarde Euro und überstieg damit das vergleichbare Vorjahresergebnis um + 7,6 %; die Vertragszahl erreichte mit 53.875 (Vj: 51.077) eingereichten Anträgen einen Zuwachs von + 5,5 %.

Noch deutlicher zeigte sich die Belebung im Netto-Neugeschäft. Das Volumen der eingelösten Verträge erreichte eine Bausparsumme von 797 (Vj: 684) Millionen Euro und konnte um + 16,5 % zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden; die Stückzahl erhöhte sich um + 15,2 % auf 45.609 (Vj: 39.574) Verträge.

Bei der Deutschen Vermögensberatung - dem wichtigsten Kooperationspartner - ist der Deutschen Bausparkasse Badenia ein kompletter Neuauftritt und eine Neupositionierung des Bausparens gelungen. Diese neue Strategie mit Einführung von innovativen Produkten unter dem Dach der Badenia-Wohnvorsorge hat maßgeblich zum erzielten Ergebnis der ersten drei Monate in 2002 beigetragen. Durch Steigerungsraten im Brutto-Neugeschäft von + 32,5 % und im Netto-Neugeschäft von + 27,8 % konnte die Deutsche Vermögensberatung ihren Anteil am Gesamtumsatz auf knapp 42 % (333,1 Millionen Euro Netto-Bausparsumme) steigern.

Bei der Commerzbank sind im Bauspargeschäft ebenfalls beachtliche Steigerungsraten (Brutto + 9,7 % / Netto + 14,2 %) im ersten Quartal zu verzeichnen. Der Start der Vertriebsgesellschaft CommerzPartner (gemeinsame Gesellschaft der Commerzbank AG und AMB Generali Holding AG) gab der Kooperation mit der Commerzbank kräftige Impulse. Die Commerzbank bietet in über 750 Filialen seit 1999 exclusiv Bausparprodukte der Badenia an, während der eigene Außendienst der Badenia Bankprodukte und Finanzierungen an die Commerzbank vermittelt. In den von "Bauspar- und Finanzierungsspezialisten" betreuten Commerzbank-Filialen konnte eine Netto-Bausparsumme in Höhe von 89,3 Millionen Euro vermittelt werden; der Anteil beträgt 11 % am Gesamtgeschäft.

Perspektiven

Im Jahr 2001 hat sich die Deutsche Bausparkasse Badenia am Markt neu positioniert. Neben der Altersvorsorge und der Gesundheitsvorsorge muss den Bürgern nähergebracht werden, dass sie sich zusätzlich um ihre Wohnvorsorge kümmern müssen. Die enormen Einbrüche im Wohnungsbau werden zu einer Wohnungsverknappung führen. Die Folgen sind höhere Wohnkosten.

Deshalb hat die Deutsche Bausparkasse Badenia das Thema "Wohnvorsorge" im Markt besetzt und eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne initiiert, um speziell die Bedeutung des Wohneigentums für die zukünftige Altersvorsorge zu unterstreichen. Dabei wird darauf hingewiesen, dass mit der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge lediglich die Absenkung des Versorgungsniveaus einigermaßen ausgeglichen wird. Das eigentliche Kernproblem liegt jedoch weiterhin in den sinkenden Renten und den parallel steigenden Kosten fürs Wohnen. Insofern sieht die Deutsche Bausparkasse Badenia auch die Notwendigkeit, dem Mieter in punkto Wohnvorsorge entsprechende Lösungen anzubieten, um zu gewährleisten, dass er im Alter bei sinkenden Renten die steigenden Mieten bezahlen kann.

Im Rahmen dieser Neuausrichtung setzt man bei der Badenia weiter auf innovative Produktlösungen zum Beispiel für die wichtige Gruppe der (Noch-)Mieter. Darüber hinaus ist eine Neugestaltung des Tarifwerks in Arbeit.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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