Bankenverband: Anreize für die private Altersvorsorge erhöhen

18.11.2009 | Berlin
"Die Deutschen haben bei der privaten Altersvorsorge nach wie vor Nachholbedarf". Darauf wies Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, heute anlässlich des neuen Rentenversicherungsberichtes der Bundesregierung hin.

"Die gesetzliche Rente wird in Zukunft alleine nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern", zitierte Weber aus dem Bericht. Diese vom Bankenverband schon lange vertretene These werde auch durch die letzte Woche veröffentlichen Daten zur Entwicklung der Riester-Rente untermauert, die ebenfalls bedenklich stimmen. Die Zahl der Riester-Verträge stieg zwar auf knapp 13 Millionen, wies aber im 3. Quartal 2009 den geringsten Zuwachs seit fünf Jahren auf. "Gelingt es nicht, die Anreize für die kapitalgedeckte Altersvorsorge zu erhöhen, gehen wir großen Problemen entgegen", warnte Weber.

Der Bankenverband schlägt deshalb Maßnahmen vor, um die Attraktivität von Riester-Rente und betrieblicher Altersvorsorge weiter zu erhöhen. "Vordringlich sind Maßnahmen, die den Bürgern die Entscheidung für eine betriebliche Altersvorsorge oder eine Riester-Rente erleichtern", betonte Weber. Da bekannt sei, dass Menschen Entscheidungen, deren Nutzen weit in der Zukunft liegt, gerne verschieben, müsse nun genau an dieser Stelle angesetzt werden.

"Auch in Deutschland sollten wir die Verfahren eines Opting-out und einer intelligenten Dynamik einführen", sagte Weber. Im Rahmen eines so genannten Opting-out wird beim Abschluss eines Arbeitsvertrages automatisch auch ein Beitritt zur betrieblichen Altersvorsorge vorgenommen. Der Arbeitnehmer besitzt danach das Recht, innerhalb einer gesetzten Frist - beispielsweise von sechs Monaten - dieser Vereinbarung zu widersprechen und die betriebliche Altersvorsorge zu verlassen. Bei der so genannten intelligenten Dynamik handelt es sich um eine Vertragsform, bei der die Beiträge zur Altersvorsorge aus zukünftigen Lohn- und Gehaltserhöhungen finanziert werden. Beide Verfahren versprechen aus Sicht des Bankenverbandes eine höhere Inanspruchnahme der kapitalgedeckten Altersvorsorge.

Für die Riester-Rente schlägt der Bankenverband Stufenverträge vor, mit denen der maximale Förderbetrag von 2.100 Euro automatisch in einem vorher festgelegten Zeitraum erreicht wird.

"Um der Gefahr einer wachsenden Altersarmut entgegenzuwirken, sollte jeder Bundesbürger außerdem mit dem Eintritt ins Berufsleben eine geförderte Altersvorsorge abschließen können", so Weber. Die Förderung der kapitalgedeckten Altersvorsorge konzentriert sich überwiegend auf die abhängig Beschäftigten. Selbstständige haben nur Zugang zu der an der gesetzlichen Rente orientierten Basisrente, nicht jedoch zur Riester-Rente. Dies ist eine klare Benachteiligung. Der Förderrahmen unterstellt außerdem eine kontinuierliche und lückenlose Erwerbsbiographie, die in vielen Fällen nicht mehr gegeben ist.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband deutscher Banken

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