Deutsche Bank: Investieren in Patente

16.05.2007 | Frankfurt am Main
Die Deutsche Bank bietet ihren Private Wealth Management Kunden in Deutschland bereits zum zweiten Mal ein Beteiligungsangebot auf Basis eines Patentportfolios an: den Patent Select II. Die Investoren beteiligen sich an der wirtschaftlichen Entwicklung eines feststehenden Portfolios von zwölf aussichtsreichen Patenten bzw. Patentfamilien, die bereits ausgewählt wurden.

Vorgesehen ist ein Fondsvolumen von 32,7 Mio Euro, wobei ein Einzelinvestment ab 50.000 Euro möglich ist. Die Beteiligungsdauer ist bis Ende 2013 geplant.

Nach der erfolgreichen Platzierung des ersten Patentefonds im vierten Quartal 2006 hat der Bereich Asset Finance & Leasing der Deutsche Bank gemeinsam mit ihrer Co-Initiatorin Clou Partners GmbH, München (www.cloupartners.de) ein zweites Portfolio von Patenten zusammengestellt. Ziel ist es, durch ein professionelles Management des Patentportfolios attraktive Rückflüsse bei begrenzter Laufzeit zu erzielen. Neben den attraktiven Renditeaussichten können Investoren auch von einer guten Risikostreuung profitieren, da sich die Erträge aus dem Patent Select II weitgehend unabhängig von den herkömmlichen Anlageklassen entwickeln sollten. Fachberater für das Management des Fonds ist die IP Bewertungs AG, Hamburg, eine der führenden europäischen Patentbewertungs- und beratungsgesellschaften, die seit 2001 über 130 Patenttransaktionen im Wert von rd. 2,5 Mrd Euro begleitet hat.

Der Markt für Patente wächst dynamisch

Im Wandel der Industrie- zur Wissensgesellschaft sind immaterielle Werte ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Patente, Marken und Urheberrechte gehören zu den wertvollsten Gütern einer Volkswirtschaft und steigern den Wert von Unternehmen, vor allem in technologie- und forschungsintensiven Branchen. Der Markt für Patente und Lizenzen wächst dynamisch: Die Zahl der beim Europäischen Patentamt angemeldeten Patente steigt kontinuierlich: von 88.400 im Jahr 1999 auf geschätzte 128.100 im vergangenen Jahr. Deutsche Erfinder belegen mit 18 bis 20 Prozent aller europäischen Anmeldungen regelmäßig den zweiten Platz hinter den USA. Auch weltweit verteidigt die Bundesrepublik eine Spitzenposition: Die World Intellectual Property Organisation (WIPO) führt Deutschland mit einem Anteil von 12 Prozent aller Patentanmeldungen 2005 auf Platz drei hinter den USA und Japan.

Der internationale Handel mit Patenten und Patentlizenzen hat schwunghaft zugenommen. Werden die weltweiten Zahlungen für Patentlizenzen 1990 noch auf 10 Mrd US-Dollar geschätzt, sollen sie 2010 bereits ein Volumen von bis zu 500 Mrd US-Dollar erreichen. Unternehmen beginnen, ihre Patentportfolios aktiv zu managen, statt sie lediglich zu verwalten. Gleichzeitig rückt dieser große und liquide Markt zunehmend in das Blickfeld von Finanzinvestoren: Mitte der 90er Jahre entstanden die ersten spezialisierten Gesellschaften, die Patente aufkaufen und mit dem Ziel, eine möglichst hohe Rendite vor allem durch Lizenzvergabe oder Weiterverkauf zu erzielen.

Professionelle Verwertung entscheidend

Ein vielfältiges Angebot an Patenten und der wachsende Patentlizenzmarkt bieten ausge-zeichnete Voraussetzungen für eine renditeorientierte Verwertung. Das Ertragspotenzial einzelner Patente weicht sehr stark voneinander ab. So entfallen in den USA und Deutschland auf jeweils 10 Prozent aller Patente 81 bis 93 Prozent des gesamten Patentwertes. Eine erfolgreiche Transaktion setzt daher voraus, dass der Investor in der Lage ist, die werthaltigsten Patente auszuwählen, zu veredeln und schließlich gewinnbringend zu verwerten.

Die optimale Auswahl von Patenten setzt eine realistische Bewertung voraus; dies ist in der Praxis eine herausfordernde Aufgabe. Ein öffentlicher Markt existiert nicht, und jedes Patent ist als technologische Innovation nur bedingt mit anderen vergleichbar. Bewährt hat sich vor allem der sogenannte quantitative Marktwertansatz. Hierbei werden - ähnlich der Immobilienbewertung - verschiedene Wertindikatoren berücksichtigt. Zu nennen sind bei-spielsweise die wirtschaftliche Restlaufzeit, juristischer Schutzumfang und die Frage, ob die Technologie von Dritten genutzt wird. Dieser Ansatz ist hilfreich, um unter den zahlreichen Angeboten die Spreu vom Weizen zu trennen, bevor die verbliebenen Patente eingehender analysiert werden.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bank AG

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