Die betriebliche Altersversorgung ist in Bewegung

08.09.2003 | Münster
Seit Jahren ist es Fachleuten und Laien hinlänglich bewusst, dass die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft die umlagefinanzierten Alterssicherungssysteme in den nächsten Jahrzehnten erheblich belasten wird.

Etwa ab dem Jahr 2012 wird die finanzielle Situation der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmend problematischer werden und sich bis 2030/2035 noch maßgeblich verschärfen. Fast jedem Beitragszahler wird dann ein Rentner gegenüberstehen. Die zunehmenden Lasten aus der umlagefinanzierten Alterssicherung müssen also in den nächsten Jahrzehnten auf immer weniger Schultern verteilt werden.

Es ist mittlerweile auch bekannt, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung massive Einschnitte erforderlich sind. Diese Einschnitte werden dazu beitragen, das Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung maßvoll und Schritt für Schritt zurückzuführen. Gleichzeitig müssen in Zukunft die private und betriebliche Altersversorgung, die heute zusammen ca. 15-20 % der Alterseinkünfte der Menschen bereitstellt, eine weitaus größere Verantwortung für die Altersversorgung der Bürger übernehmen. Der Anteil beider Modelle muss und wird sich mehr als verdoppeln.

Ein Jahr nach der jüngsten Rentenreform wird die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung von nahezu der gesamten Bevölkerung als problematisch angesehen.

Dies geht aus der Studie zur privaten und betrieblichen Altersvorsorge hervor, die die Bertelsmann Stiftung Gütersloh im April 2003 veröffentlichte. Nur jeder Achte glaubt, dass die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung für die Alterssicherung ausreichen.

Die wohl bedeutendste Änderung der Rentenreform war die Einführung des Rechtsanspruches auf Entgeltumwandlung eines jeden Arbeitnehmers. Praktisch jeder Arbeitnehmer hat nun das Recht, von seinem Arbeitgeber die Umwandlung von Gehalt in eine Altersversorgung zu verlangen. Dieses Modell ist nicht neu: Trotzdem scheuen noch viele Firmen, ihren Mitarbeitern diese zusätzliche Sozialleistung, auf die sie jetzt einen Rechtsanspruch haben, anzubieten.

Wie hat sich die betriebliche Altersversorgung entwickelt?

Die betriebliche Altersversorgung, die durch die jüngste Rentenreform einen Aufschwung erlebt, konnte eine Steigerung erleben. Derzeit verfügen ca. 54 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft über eine betriebliche Altersversorgung.

Das bedeutet aber auch, dass trotz erheblicher staatlicher Anreize durch steuerliche Förderung und Sozialabgabenfreiheit und trotz des Rechtsanspruches auf Entgeltumwandlung immer noch knapp die Hälfte der Beschäftigten diese Möglichkeit der Altersversorgung nicht wahrnimmt.

Unter den Beschäftigten der Privatwirtschaft ist zudem der Wissenstand über die Zugangsmöglichkeiten zur staatlich geförderten betrieblichen Altersvorsorgung durch Entgeltumwandlung noch unzureichend. Nur 23 % der Beschäftigten, denen ihr Arbeitgeber derzeit keine Entgeltumwandlung anbietet, wissen, dass sie ein Recht darauf haben.

Die Befragung zeigt einen starken Wunsch, die Defizite im Wissen über Altersvorsorge abzubauen. Eine überwältigende Mehrheit der Befragten fordert verstärkt Informationen, auch über den Betrieb.

85 % der Befragten fordern sogar eine gesetzliche Verpflichtung für Betriebe, Informationsveranstaltungen zu Betriebsrenten anzubieten. Und das nicht während der Arbeitszeit: 80 % sind sogar bereit, für die Informationsveranstaltungen auf Freizeit zu verzichten.

Als Grund für die verhaltene Akzeptanz der betrieblichen Altersversorgung wird oft die fehlende Information sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer genannt.

Dabei bringt die Entscheidung des Arbeitgebers, eine betriebliche Altersversorgung einzurichten, diesem wesentliche Vorteile:

Durch die Ersparnis von Sozialversicherungsbeiträgen, die noch bis 2008 gewährt wird, profitiert der Arbeitgeber in Höhe seines Arbeitgeberanteiles. Das macht bis zu 20 % aus.

Diesen Kostenvorteil kann der Arbeitgeber voll oder teilweise an seine Arbeitnehmer weitergeben, um so einen Anreiz für die betriebliche Altersversorgung zu schaffen.

Der Arbeitgeber kann den Anbieter und auch den gewünschten Durchführungsweg wählen! Somit besteht die Möglichkeit, in klein- und mittelständischen Betrieben den Aufwand so gering wie möglich zu halten, indem man sich für einen Anbieter und einen einfachen Durchführungsweg entscheidet. Die Anbieter übernehmen in der Regel durch Informationsveranstaltungen und individuelle Beratungsgespräche die notwendige Aufklärung.

Auch die Kosten der Durchführungswege unterscheiden sich stark voneinander. So liegen die Verwaltungs- und Vertriebskosten des LVM Pensionsfonds mit 4 % des Beitrages sehr niedrig. Vorteilhaft für den Arbeitnehmer ist auch, wenn die Kosten gleichmäßig über die gesamte Laufzeit verteilt und nicht auf einem Schlag zu Beginn fällig werden. Werden die Kosten zu Beginn in einer Summe fällig, könnte in den ersten Jahren das Versorgungskonto kein Guthaben aufweisen! Eine laufende Kostenverteilung dagegen sieht der LVM Pensionsfonds vor. Von Beginn an wird der größte Teil des Beitrages auf dem Versorgungskonto gutgeschrieben, so dass auch in den ersten Jahren ein entsprechendes Versorgungskapital vorhanden ist.

Quelle: Pressemeldung LVM Versicherungen

Dieser Beitrag wurde bisher 183 mal gelesen.
(Rang 72 auf dividenden24.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Mercedes-Benz Werk Mannheim verbucht gutes Jahr 2011

22.11.2011 | Motorenwerk bis Jahresende gut ausgelastet Neuer Motor OM471. Benchmark bei Kraftstoffverbrauch, Robustheit...

weiter in Mercedes-Benz Werk Mannheim ...

Hohes Mittelaufkommen am deutschen Rentenmarkt

12.10.2011 | Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt belief sich im August 2011 auf brutto 132,6 Mrd € (Vormonat:...

weiter in Hohes Mittelaufkommen am deutschen ...

"Zickzackkurs" der Aktienmärkte hält an

15.06.2011 | Es sind nicht die Nachrichten aus Europa, die die Investoren veranlasst haben, kurzfristig wieder in die...

weiter in "Zickzackkurs" der Aktienmärkte ...

"Wir suchen nach langfristigen Investitionen mit stabilen und berechenbaren Renditen"

08.06.2011 | Paul Achleitner, Mitglied des Vorstandes, in einem Interview über die Infrastrukturinvestments der Allianz und...

weiter in "Wir suchen nach langfristigen ...



Aktuelles

Festgeldzinsen diverser Anbieter im Vergleich

In Zeiten finanzieller Unsicherheiten gehen die meisten...

weiter ...

Volkswagen Konzern übertrifft nach neun Monaten das Ergebnis des Gesamtjahres 2010

Umsatz legt um rund 26 Prozent auf 116,3 (92,5) Milliarden...

weiter ...

Neuigkeiten

Mercedes- Benz Werk Mannheim verbucht gutes Jahr 2011

Motorenwerk bis Jahresende gut ausgelastet Neuer Motor...

weiter ...

Hohes Mittelaufkommen am deutschen Rentenmarkt

Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt belief sich im...

weiter ...

Weitere Themen

Die Dividende bei Aktien

Mit Aktien können Sie auf zweifache Weise Geld verdienen....

weiter ...

DKM: Gothaer präsentiert die neue Generation der bAV

Sicherheit, Ertrag und Flexibilität. VarioRent Reflex jetzt...

weiter ...

Archiv

Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen

Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des...

weiter ...

NÜRNBERGER Leben erneut mit Bestnoten ausgezeichnet

Die NÜRNBERGER Lebensversicherung AG (NLV) sieht sich auf...

weiter ...

Verschiedenes

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

In der Krise zählen Dividenden

In den letzten 2-3 Jahren hat die Börse einige turbulente...

weiter ...