Erste Group bündelt Aktivitäten im Asset Management
In der neu gegründeten Erste Asset Management GmbH (EAM), einer 100 % igen Tochtergesellschaft der Erste Group Bank AG, werden alle Investmentgesellschaften in Österreich und Zentral- und Osteuropa zusammengeführt. Mit der neuen Struktur werden die Vermögensverwaltungs- und Fondsgesellschaften in der gesamten Gruppe gebündelt. Die Erste Gruppe ist damit ein führender internationaler Anbieter mit hohen Qualitäts- und Produktstandards und mit einer starken lokalen Verankerung. Die EAM selbst fungiert auch als Investmentfondsgesellschaft und verfügt über die erweiterte Konzession der Vermögensverwaltung. Hinter der EAM steht mit der Erste Group eine der größten und gleichzeitig traditionsreichsten Bankengruppen in Österreich und in den zentral- und osteuropäischen Staaten.
In Österreich gehören zur EAM die ERSTE-SPARINVEST KAG samt ESPA-Financial Advisors GmbH (EFA), die ERSTE Immobilien KAG und die Ringturm KAG. Weitere Gesellschaften innerhalb der Erste Asset Management GmbH sind die slowakische Asset Management Slovenskej sporitelne správ. spol., a.s., die ungarische Erste Fund Management Ltd, die kroatische Erste Invest d.o.o, die rumänische S.A.I. Erste Asset Management S.A. und die ERSTE-SPARINVEST Deutschland GmbH (siehe Grafik). Geplant ist auch die Überführung der tschechischen Investicní spolecnost Ceské sporitelny, a.s. noch in diesem Jahr, und in weiterer Folge der serbischen Erste Invest a.d. Belgrad. Die gesamte Gruppe wird rund 300 Mitarbeiter beschäftigen.
Aufgrund der in den meisten CEE-Ländern erst im Aufbau befindlichen Pensionsvorsorgesysteme und spezifischer Anlagebedürfnisse privater und institutioneller Investoren sieht EAM-Vorstandsvorsitzender Heinz Bednar ein enormes Wachstumspotenzial. "Die uns vorliegenden Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Brutto-inlandsprodukts und der Entwicklung der Fondsindustrie. Ab einem Pro Kopf BIP von 10.000 Euro schnellt das Wachstum beim Fondsvolumen rapid in die Höhe", analysiert Bednar. Herr und Frau Österreicher haben im Durchschnitt pro Kopf 15.000 Euro in Fonds investiert, die Ungarn derzeit ca.1.000 Euro pro Kopf, in Rumänien sind es gar erst 11 Euro pro Kopf. Das Potenzial an neuem Veranlagungsvolumen für die gesamte Gruppe innerhalb der nächsten zehn Jahre ist daher trotz Finanzkrise unverändert hoch.
Die neue Struktur im Erste Asset Management ermögliche eine noch konsequentere und zielgerichtete Kundenansprache. Klare Kompetenz- und Entscheidungsstrukturen, die Bündelung der vorhandenen Ressourcen und des Know-Hows im Investmentbereich werden entscheidende Erfolgsfaktoren sein. "Die Ausrichtung der Anlagestrategie und der Investmentprozesse, Marktanalysen und die Produktpolitik werden nun gemeinsam erarbeitet und in allen Gesellschaften umgesetzt. Produktinnovationen werden den Kunden der gesamten Gruppe zugänglich gemacht", so Bednar. "Wir sprechen in der Anlagepolitik länderübergreifend dieselbe Sprache und nehmen trotzdem auf die spezifischen Eigenschaften und Erfordernisse der lokalen Märkte Rücksicht." Die Kernkompetenzen innerhalb der EAM sieht Bednar im Management von Fonds für Euroland-Staatsanleihen, Aktien- und Anleihen aus Zentral und Osteuropa, Emerging Markets-Fonds, Investments nach ethischen/nachhaltigen Vorgaben, lokalen Spezialfonds (z.B. rumänische Rentenfonds, etc.) sowie bei gemanagten Portfolios mit und ohne Absolute Return-Strategie.
Neuer Vorstand Schön: Wachstumsmarkt Pensionssysteme in den CEE Staaten
Bei den Institutionellen Kunden will die EAM die Synergien in der Erste Group noch besser ausnützen. Das Hauptaugenmerk liegt bei Österreich und den CEE-Staaten. "In den CEE-Staaten stehen Pensionskassensysteme, die betriebliche und überbetriebliche Altersvorsorge erst am Anfang. Das in Pensionsfonds veranlagte Kapital wird bis 2015 um jährlich 10-15 % auf 200 Mrd. Euro wachsen. Das Know-how unserer lokalen Mitarbeiter in den jeweiligen Ländern in Bezug auf die Analyse des Risikoprofils der Anleger, deren Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen sowie die Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden bringt uns einen klaren Vorsprung", betont Vorstandsmitglied Christian Schön, der mit 1. Oktober von der Deutschen Bank Fondsgesellschaft DWS zur EAM gewechselt ist. Schön, der eine langjährige Erfahrung im Aufbau internationaler Fondsmärkte einbringt, will für die Gruppe das institutionelle Kundengeschäft ausbauen sowie neue Absatzmärkte erschließen. Dabei werde man nach dem Motto "Qualität vor Quantität" vorgehen. Als ersten Schritt werde die EAM den deutschen, spanischen und den skandinavischen Markt ins Visier nehmen, der durch das am besten entwickelte Pensionskassensystem Europas gekennzeichnet sei. Ein noch weitgehend unerschlossenes Geschäftsfeld seien Anlagemodelle für CEE-Zentralbanken. Diese würden über Devisenreserven von rund 150 Mrd. Euro verfügen, für die maßgeschneiderte Geldmarktveranlagungen und Zinsstrategien gefragt seien. Die EAM könne bei den professionellen Investoren mit der Transparenz ihrer Fonds, einem disziplinierten Risikomanagement und einer professionellen Serviceleistung gerade in schwierigen Zeiten punkten, so Schön.
Erholung der Weltwirtschaft bringt neue Chancen für Anleger
Die Weltwirtschaft erholt sich - wenn auch nur holprig. "Wir erwarten keinen Boom, solange die Arbeitslosigkeit weiter steigt, die Kapazitätsauslastung niedrig und die Kreditvergabe schwierig bleibt", betont EAM-Vorstand Franz Gschiegl. All diese Faktoren deuten auf sinkende Inflationsraten hin. Die wichtigen Zentralbanken wie FED (US), EZB (EUR)und BoJ (Japan) würden die sehr lockere Geldpolitik auf absehbare Zeit beibehalten.
Das gegenwärtige Umfeld, das geprägt sei durch moderates Wachstum und niedrige Zinsen, begünstige weiterhin Fonds "mit Risikoaufschlag". "Am Aktienmarkt weisen technische Indikatoren darauf hin, dass sich der Aufschwung fortsetzen könnte. Es muss sich aber jetzt zeigen, ob die extrem starken Kursanstiege seit dem Frühjahr durch verbesserte Unternehmensergebnisse im Zuge der Erholung fundamental gerechtfertigt sind", so Gschiegl. Mit kurzfristigen Konsolidierungen müsse in den nächsten Monaten immer gerechnet werden. Die EAM-Gesellschaften sind daher auf der Aktienseite "nur" neutral gewichtet.
In der regionalen Vermögensaufteilung bevorzuge die Gruppe momentan europäische und osteuropäische Aktienfonds. Nach der Korrektur seien auch Fonds, die den Raum Hongkong inkludieren, wieder interessant. Ein Untergewicht werde bei US-amerikanischen Aktienfonds und japanischen Aktienfonds eingenommen. Bei den Sektoren weisen lediglich die defensiven Sparten wie Gesundheitswesen, Telekom und Versorger einen stabilen Gewinntrend auf.
Bei den fixverzinslichen Fonds scheint das Potenzial bei Euro-Staatsanleihenfonds weitgehend "ausgereizt". Diese hätten ihre Rolle als Stabilisator während der Krise hervorragend erfüllt und in Folge der stark gesunkenen Renditen den Anlegern einen hohen Ertrag ermöglicht. Nun stünden aber Fonds für Emerging Markets-Anleihen und Unternehmensanleihen im Blickpunkt der EAM-Portfolios.
Bei Privatkunden werde man die im Zuge der Finanzkrise verstärkten vertrauensbildenden Maßnahmen (zB Börsen-Informationstage, Fondsmanagement-Sprechstunden) beibehalten. Das niedrige Zinsumfeld würde von den einzelnen Gesellschaften nun genutzt, um den Privatkunden die Vorteile einer mittel- bis längerfristigen Fondsveranlagung mit höheren Erträgen darzulegen. "Zuschauen und draußen bleiben kann keine erfolgversprechende Strategie für die nächsten Jahre sein", meint Gschiegl abschließend.
Quelle: Pressemeldung ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.
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