Geringes Mittelaufkommen am deutschen Rentenmarkt im Mai 2010
Der Absatz ausländischer Schuldverschreibungen belief sich per saldo auf 0,4 Mrd €, wobei im Ergebnis nur Fremdwährungstitel am Markt platziert wurden. Insgesamt erhöhte sich der Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland im Berichtsmonat somit um 3,5 Mrd €.
Unter den deutschen Schuldnern nahm die öffentliche Hand den Rentenmarkt im Mai mit 9,4 Mrd € am stärksten in Anspruch. An erster Stelle stand der Bund mit einem Netto-Absatz von 13,5 Mrd €. Dabei begab er vor allem fünfjährige Obligationen (6,6 Mrd €), zweijährige Schatzanweisungen (6,4 Mrd €) sowie zehnjährige Anleihen (5,7 Mrd €), in geringerem Umfang auch 30-jährige Anleihen (0,9 Mrd €). Dem standen Tilgungen von unverzinslichen Schatzanweisungen (Bubills) in Höhe von 5,9 Mrd € gegenüber. Die Länder tilgten im Berichtsmonat per saldo Schuldverschreibungen in Höhe von 4,2 Mrd €; im April hatten sie noch für 1,8 Mrd € Papiere begeben.
Die heimischen Kreditinstitute führten im Mai ihre Kapitalmarktverschuldung um 7,4 Mrd € zurück, nach einer Netto-Emission in Höhe von 5,2 Mrd € im April. Dabei wurden vor allem Öffentliche Pfandbriefe sowie Sonstige Bankschuldverschreibungen (4,5 Mrd € bzw. 3,5 Mrd €) getilgt, in geringerem Umfang auch Hypothekenpfandbriefe (1,5 Mrd €). Lediglich die Spezialkreditinstitute platzierten Anleihen für netto 2,2 Mrd € am Markt.
Inländische Unternehmen nahmen den Rentenmarkt im Berichtsmonat mit 1,1 Mrd € deutlich weniger in Anspruch als im Vormonat (4,9 Mrd €). Dabei handelte es sich per saldo ausschließlich um kurzfristige Anleihen mit Ursprungslaufzeiten von unter einem Jahr.
Die stärkste Erwerbergruppe waren im Mai inländische Nichtbanken. Sie investierten 40,6 Mrd € am Rentenmarkt, und zwar weit überwiegend in ausländische Rentenwerte (37,5 Mrd €). Ausländische Investoren engagierten sich im Umfang von 7,2 Mrd € am deutschen Rentenmarkt, wobei sie im Ergebnis ausschließlich öffentliche Schuldtitel erwarben. Die heimischen Kreditinstitute trennten sich hingegen von zinstragenden Papieren in Höhe von 44,4 Mrd €; hierbei handelte es sich fast ausschließlich um ausländische Wertpapiere.
Aktienmarkt Am deutschen Aktienmarkt haben inländische Gesellschaften im Mai kaum neue Aktien begeben (0,2 Mrd €). Der Umlauf ausländischer Dividendentitel am deutschen Markt erhöhte sich um 3,5 Mrd €. Erworben wurden Aktien fast ausschließlich von ausländischen Anlegern (19,1 Mrd €). Zudem kauften gebietsansässige Nichtbanken Aktien für 5,5 Mrd €, während deutsche Kreditinstitute ihre Aktienbestände um 21,0 Mrd € reduzierten; dabei handelte es sich per saldo ausschließlich um inländische Papiere.
Investmentfonds Inländische Investmentfonds verzeichneten im Berichtsmonat einen Mittelzufluss in Höhe von netto 8,5 Mrd € (April: 8,4 Mrd €). Die institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds setzten dabei neue Anteile für 3,5 Mrd € ab, während Publikumsfonds neue Mittel für 4,9 Mrd € akquirieren konnten. Diese flossen in erster Linie Aktienfonds zu (5,3 Mrd €), in geringerem Umfang aber auch Rentenfonds (0,5 Mrd €), gemischten Wertpapierfonds (0,4 Mrd €) sowie Geldmarktfonds (0,2 Mrd €). Hingegen mussten Offene Immobilienfonds Mittelabflüsse in Höhe von 1,5 Mrd € hinnehmen. Am deutschen Markt vertriebene ausländische Fonds nahmen im Mai Investmentzertifikate für 1,9 Mrd € zurück, nach einem Nettoabsatz von 2,7 Mrd € im April.
Unter den Erwerbern von Investmentfondsanteilen dominierten die heimischen Nichtbanken, die Papiere in Höhe von 3,2 Mrd € in den Bestand nahmen. Auch inländische Kreditinstitute und ausländische Investoren kauften Investmentzertifikate in Höhe von je 1,7 Mrd €.
Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank
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