Jörn Stapelfeld: Wir müssen näher an die Kunden
Zu diesem Zweck werden u.a. Arbeitsabläufe und Strukturen deutlich vereinfacht. Gleichzeitig sind damit auch zur Stärkung der Ertragskraft sinnvolle Kosteneinsparungen in zweistelliger Millionenhöhe verbunden. Alle Kostenblöcke im Unternehmen kommen auf den Prüfstand. Untersucht wurden vor allem die Schnittstellen zum Kunden sowie die Vertriebsunterstützung durch die Hauptverwaltung. Ergebnis ist der Abbau von Verwaltungsaufgaben in den 58 Vertriebsdirektionen bei gleichzeitiger optimaler und flexibler Unterstützung der Vertriebe durch die Verwaltung in Hamburg. "Wir müssen uns stärker als bisher dem Wettbewerb stellen. Sinnvolle Veränderungen sind der Lebensmotor eines Unternehmens und führen zu sichtbaren Erfolgen", so Stapelfeld bei der Bekanntgabe der Maßnahmen für die "Neue Volksfürsorge". "Wir brauchen den verwaltungsfreien Vertrieb und müssen den Kontakt zum Kunden optimieren". Sein Unternehmen lebe nicht auf der "Insel der Glückseligen", sondern müsse um jeden Kunden kämpfen. Das Verbraucherverhalten bei Versicherungsschutz habe sich grundlegend verändert. Nur wer die Wünsche seiner Kunden kenne, ernst nehme und auch darauf mit den entsprechenden Angeboten reagiere, habe eine Überlebenschance am Markt.
Die Volksfürsorge hält auch weiterhin an ihrem flächendeckenden Kundendienstnetz in Deutschland fest. Insgesamt arbeiten dort zur Zeit rd. 3.700 Hauptberufler. Bei Neueinstellungen wird vor allem auf die Qualität der Mitarbeiter Wert gelegt. Darüber hinaus wird der Vertriebswegemix, u.a. mit freien Maklern und der Commerzbank, gleichberechtigt weiter ausgebaut.
Die beabsichtigte Verlagerung der Verwaltung von den Vertriebsdirektionen in die Hauptverwaltung ist von Personalabbau begleitet, der rd. 310 Mitarbeiter in den bestehenden 6 Vertriebs-Service-Centern innerhalb der 6 Organisationsdirektionen sowie in den 58 Vertriebsdirektionen betrifft und bis Ende 2007 abgeschlossen sein soll. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht auszuschließen. Schließungen von Vertriebsdirektionen sind nicht vorgesehen. Aufgrund der deutlichen Straffung der Betriebsabläufe in der Hauptverwaltung sollen hier außerdem bis Ende 2008 rd. 150 Stellen bei insgesamt knapp 2.000 Mitarbeitern entfallen. Hier geht die Volksfürsorge von natürlicher Fluktuation und sozialverträglichen Lösungen aus. Über die geplanten Maßnahmen werden unverzüglich Beratungen und Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung aufgenommen.
Im Rahmen eines konzernweiten Struktur- und Effizienzsteigerungsprogramms wird es bis Mitte 2007 in der Hauptverwaltung in Hamburg zu Ausgliederungen in Dienstleistungs-Gesellschaften des Konzerns in einer Größenordnung von rd. 300 Stellen kommen. Betroffen davon sind im Wesentlichen die Bereiche Rechnungswesen, Zentrale Dienste sowie Spezial- und Groß-Schäden. Ziel ist eine stärkere Zusammenarbeit der Konzernunternehmen und die Ausnutzung von Synergien.
Plus 31 % beim Jahresbeitrag in der Lebensversicherung
Mit einem guten Ergebnis hat die Volksfürsorge das 1. Halbjahr 2006 abgeschlossen. In der Lebensversicherung wurde das eingelöste Neugeschäft beim laufenden Jahresbeitrag um rd. 31 % auf 121 Mio. EUR gesteigert. Die Beitragssumme erhöhte sich um 29 % auf 2,9 Mrd. EUR. Die Stückzahl blieb mit 126.000 Versicherungen in etwa auf Vorjahreshöhe. Die Bruttobeiträge stiegen um 6,2 % auf 1,2 Mrd. EUR. Das Neugeschäft nach Jahresbeitrag und die Bruttobeiträge sind damit stärker gewachsen als der Marktdurchschnitt mit 16 % bzw. 3,3 %. Besonders positiv entwickelten sich die Einmalbeiträge von Januar bis Juni 2006. Sie verdreifachten sich auf 157 Mio. EUR.
Einen sehr guten Zuwachs erzielten Riester-Verträge. Insgesamt wurden 40.000 Stück mit einem laufenden Jahresbeitrag von 44 Mio. EUR neu abgeschlossen. Das sind 27 % bzw. 33 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
Auch das bAV-Geschäft (Betriebliche Altersversorgung) hat sich nochmals stark belebt. Insgesamt wurden 15.000 Verträge (plus 51 %) mit einem laufenden Jahresbeitrag von 24 Mio. EUR (plus 78 %) vermittelt.
Der Jahresbeitrag der Volksfürsorge Sach im Neugeschäft betrug von Januar bis Juni 2006 rd. 83 Mio. EUR. Dies sind 6,9 % mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Beiträge in der Kraftfahrtversicherung stiegen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 14 % auf über 69 Mio. EUR.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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