Krisenjahr 2008: Private Banken verzeichnen höchsten Einlagenzuwachs

13.03.2009 | Berlin
Im schwierigen Bankenjahr 2008 waren es die privaten Banken, die den höchsten Zuwachs bei Einlagen von Privatpersonen und Unternehmen zu verzeichnen hatten. "Auch wenn im Gefolge der Finanzmarktkrise von Bankenseite einiges aufgearbeitet und Vertrauen zurückgewonnen werden muss: Die Kunden setzen nach wie vor auf die Leistungsfähigkeit der privaten Banken", so Prof. Dr.

Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, heute in Berlin.

Die jüngst von der Bundesbank veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2008 zeigen einen Anstieg der Einlagen bei allen Kreditinstitutsgruppen. Den höchsten Zuwachs erzielten dabei die privaten Banken, zu denen die Großbanken, Regionalbanken, Privatbankiers sowie die Zweigstellen ausländischer Banken zählen, mit einem Zuwachs von 103,5 Mrd € oder 11,4 % auf 1.015,6 Mrd €. Im gleichen Zeitraum stiegen die Einlagen bei den Genossenschaftsbanken um 6,0 % auf 509,0 Mrd €, während die Sparkassen und Landesbanken einen Zuwachs von 6,9 % auf 1.125,9 Mrd € verzeichneten.

Deutliche Steigerungen bei den Einlagen gab es vor allem im vierten Quartal 2008. Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 und der sich anschließenden Zuspitzung der Finanzmarktkrise wurden vermutlich vermehrt Wertpapieranlagen in Sicht- und Termineinlagen umgeschichtet.

Im Ergebnis hat sich der Anteil der bei den privaten Banken gehaltenen Einlagen im Jahre 2008 von 31,8 % auf 33,1 % erhöht. Im Vergleich dazu blieben die Anteile der Genossenschaftsbanken (16,6 %) sowie der Sparkassen und Landesbanken (36,7 %) praktisch unverändert (der Rest auf 100 % entfällt auf Bausparkassen, Realkreditinstitute sowie Banken mit Sonderaufgaben). In beiden Verbundgruppen ist das Ergebnis allein auf den Anstieg der Einlagen bei den Zentralinstituten, also den Landesbanken bzw. der DZ Bank und der WGZ Bank zurückzuführen.

Einlagen 1) nach Bankengruppen

Marktanteil in Prozent

Ende 2007 Ende 2008

Private Banken 31,8 33,1

Genossenschaftsbanken 16,7 16,6

Genossenschaftliche Zentralbanken 1,4 1,6

Kreditgenossenschaften 15,4 15,0

Sparkassen und Landesbanken 36,7 36,7

Sparkassen 23,7 23,2

Landesbanken 13,0 13,6

1) Einschließlich Verbindlichkeiten aus Namensschuld-

verschreibungen, Namensgeldmarktpapieren und nicht

börsenfähigen Inhaberschuld verschreibungen einschließlich

nachrangiger Verbindlichkeiten.

Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht, Februar 2009.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband deutscher Banken e.V.

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