Steigerung im Neugeschäft
Die Zahlen belegen die nach wie vor hohe Attraktivität des Bausparens und insbesondere die erfolgreiche Platzierung des neuen Geschäftsbereiches BADENIA-Wohnvorsorge am Markt im 2. Halbjahr 2001. Mit diesen Ergebnissen konnte der Marktanteil leicht verbessert und weiterhin der vierte Rang bei den privaten Bausparkassen gehalten werden.
Nicht ganz auf Vorjahresniveau präsentiert sich das Netto-Neugeschäft: Das Volumen der eingelösten Verträge erreichte 3,041 Milliarden € (Vj: 3,227; - 7,2 %), die Stückzahl 173.646 (Vj: 178.542; - 2,7 %). Da sich die deutliche Belebung des Brutto-Neugeschäftes erst im letzten Quartal des Jahres 2001 abzeichnete, sind die Einlösungen mit einem Nachlauf versehen.
Erfreulich ist deshalb, dass der Januar 2002 ein sehr gutes Ergebnis aufweist. So konnten in diesem Zeitraum im Bruttogeschäft 15.810 Verträge (+ 52,1 %) mit einer Bausparsumme von 296,4 Millionen € (+ 51,2 %) abgeschlossen werden. Im Nettogeschäft wurden 15.318 Verträge (+ 28,4 %) mit einer Bausparsumme in Höhe von 265,1 Millionen € (+ 29,6 %) eingelöst.
Es ist allerdings zu früh, um aus dieser positiven Entwicklung einen Trend für das gesamte Jahr 2002 ableiten zu können.
Mit einem Anteil von knapp 37 Prozent (1,123 Mrd. € Netto-BS) am Gesamtumsatz hat der wichtigste Vertriebspartner, die Deutsche Vermögensberatung, maßgeblich zum erzielten Ergebnis 2001 beigetragen.
Auch die Kooperation mit der Commerzbank hat mit einem Zuwachs von 27,3 Prozent auf 306 Millionen € Netto-Bausparsumme erstmalig einen Anteil von 10 Prozent am Gesamtgeschäft erbracht.
Rahmenbedingungen
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren für die Bausparkassen im Jahr 2001 einerseits geprägt durch das anhaltende Niedrigzinsniveau sowie durch die nachlassende Baukonjunktur. Andererseits gaben die Entwicklungen an den Weltbörsen den Ausschlag dafür, dass sich die Anleger wieder mehr in Richtung traditioneller Sparformen orientiert haben. Die Sicherheitsorientierung der Deutschen belebte somit auch das Bausparen und den Wunsch nach Wohneigentum.
Die prägenden politischen Themen des Jahres 2001 waren die Altersvorsorge und die Gesundheitsvorsorge. Die Deutsche Bausparkasse Badenia hat mit einer breiten Öffentlichkeitskampagne branchenweit erstmals auf die Notwendigkeit einer zusätzlichen Vorsorge nämlich der Wohnvorsorge aufmerksam gemacht. Ziel der Offensive ist es, auf die steigenden Wohnkosten bei sinkenden Renten hinzuweisen und den sich ergebenden finanziellen Lücken im Alter mit Vorsparprogrammen zu begegnen.
Geschäftsergebnisse
Der Vertragsbestand betrug 1.754.438 Verträge (Vj: 1.789.235; - 1,9 %) mit einem Volumen von 30,616 Milliarden € Bausparsumme (Vj: 31,023; - 1,3 %).
Im Zuge ihrer in 2001 realisierten Tarifoptimierung hat die Deutsche Bausparkasse Badenia zwölf Bewertungsstichtage eingeführt, die den Kunden eine monatliche und somit schnellere Zuteilung ermöglichen. In diesem Zusammenhang konnte das Unternehmen einen erneuten Zuteilungsrekord verzeichnen: Die Anzahl der Zuteilungsangebote stieg um 24 Prozent auf 146.749 Stück (Vj: 118.368). Erstmals wurden 2,172 Milliarden € (Vj: 1,960; + 10,8 %) zugeteilt und damit für wohnwirtschaftliche Maßnahmen zur Verfügung gestellt.
Bei erhöhten Zuteilungen als Folge des hohen Neugeschäftes zu Beginn der neunziger Jahre geht eine Vielzahl von Verträgen vom Sparstadium ins Darlehensstadium über; deshalb ist das Sparaufkommen zwangsläufig zurückgegangen.
Die Sparbeträge betrugen 827 Millionen € (Vj: 920; - 10,2 %), die Tilgungsbeträge konnten um 6,6 Prozent auf 428 Millionen € (Vj: 402) gesteigert werden.
Die Bauspareinlagen beliefen sich auf 3,731 Milliarden € (Vj: 3,892; - 4,1 %). Der kollektive Darlehensbestand erweiterte sich um 7,7 Prozent auf 2,229 Milliarden € (Vj: 2,069).
Das Volumen der ausgereichten Vorausdarlehen stieg um 6,3 Prozent auf 1,133 Milliarden € (Vj: 1,065). Die Zwischenkredite wurden auf 368 Millionen € (Vj: 433; - 15 %) zurückgefahren.
Die Bilanzsumme beträgt 5,042 Milliarden € (Vj: 5,320).
Das Teilbetriebsergebnis erhöhte sich von 17 auf 43 Millionen € (+ 157,6 %). Die Ursachen hierfür liegen vor allem in einer Ausweitung des Zinsüberschusses sowie einer deutlichen Reduzierung der Verwaltungskosten u.a. durch den Einsatz neuer Techniken und durch Nutzung von Synergieeffekten aus der im Juli 2000 erfolgten Fusion der Badenia Bausparkasse und der DBS Deutsche Bausparkasse.
Perspektiven
Nach der erfolgreich abgeschlossenen Fusion mit der früheren DBS Deutsche Bausparkasse standen im Jahr 2001 geschäftspolitische Maßnahmen im Vordergrund, die sich positiv auf die zukünftige Geschäftstätigkeit auswirken sollen.
Eine konsequente Neuausrichtung aller Vertriebswege, insbesondere des eigenen Außendienstes, und die Neustrukturierung der Betreuung der Vertriebspartner war ausschlaggebend für die erhöhten Vermittlungsergebnisse im 2. Halbjahr 2001. Die neue Struktur lässt erwarten, dass die anspruchsvolle Planung für 2002 mit 3,6 Milliarden € (entspricht einem Zuwachs von knapp 20 Prozent) im Netto-Neugeschäft realisiert werden kann.
Die Rahmenbedingungen im Wettbewerb sind schwer. So wurde das Bausparen im Rahmen der Riester-Förderung nicht berücksichtigt. Auch die Zinsen dürften auf einem niedrigen Niveau bleiben. Dennoch ist man im Hause Badenia optimistisch, dass sich das Bausparen im Rahmen der Wohnvorsorge weiterhin am Markt behaupten wird.
Ein unternehmensweites Projekt zur Verbesserung der Prozesse bei der Bearbeitung der Geschäftsvorfälle soll sich positiv auf die Bearbeitungszeiten auswirken. Die Weiterentwicklung von DV-Systemen soll dies unterstützen. Für Kunden und Vertriebe ist die Abwicklungsgeschwindigkeit ein wichtiger Erfolgsfaktor.
BADENIA-Wohnvorsorge
Im Rahmen ihres neuen Geschäftsbereiches, der Wohnvorsorge, zeigt die Deutsche Bausparkasse Badenia mit zielgruppenaffinen Programmen für Immobilienbesitzer sowie Mieter mit Immobilienwunsch Lösungsmöglichkeiten auf, wie Wohneigentum bestmöglich erworben und finanziert sowie instand gehalten werden kann. Als Novum im Markt wird die Badenia aber auch für Mieter ohne Immobilienwunsch Produkte anbieten, die es diesen Mietern ermöglichen, durch Aufbau von Wohnkapital in den besten Jahren auch ohne eigene vier Wände quasi mietfrei zu wohnen.
In diesem Zusammenhang führt die Deutsche Bausparkasse Badenia zur Zeit eine Grundlagenstudie zum Thema "Wohnvorsorge: Miete im Ruhestand" durch. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Marktforschungsinstitut psychonomics wird dabei die Zielgruppe der Mieter fokussiert untersucht. Vor dem Hintergrund steigender Mieten und sinkender Renten soll die Studie Zusammenhänge zwischen Wohnen und Altersvorsorge bei Mietern erforschen und gleichzeitig unterschiedliche Mietertypen identifizieren. Die Untersuchung soll auch offen legen, welche Anforderungen Mieter an eine spezielle Wohnvorsorge stellen. Die Ergebnisse der Studie sind Ende März 2002 zu erwarten.
Unter dem Dach der Wohnvorsorge hat die Deutsche Bausparkasse Badenia zusammen mit der AM Generali Invest zu Beginn des Jahres 2002 "WohnInvest" auf den Markt gebracht. Das Produkt verbindet die traditionellen Vorteile des Bausparens mit den hohen Renditenchancen eines Investmentfonds.
Die in 2001 eingeleiteten Maßnahmen und die neue Positionierung am Markt als Wohnvorsorger versprechen der Deutsche Bausparkasse Badenia eine weitere Marktdurchdringung und damit neue Kunden.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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