Studie Altersrisiken: Angst vor Armut und Pflegebedürftigkeit

28.09.2010 | Köln
Optimismus, aber auch wachsendes Risikobewusstsein in der Bevölkerung Private Vorsorge gefragt. Lücken bei Frauen und Selbständigen Bürger stellen sich auf längere Berufstätigkeit ein und fordern flexiblen Ausstieg Köln, 27.September 2010. Niemals zuvor konnte eine Rentner- und Pensionärsgeneration in Deutschland ihren Ruhestand in einem solchen Wohlstand verbringen wie die heutigen Senioren.

Doch die Zukunftsprognosen legen erhebliche Risiken offen. Wie gehen die Menschen damit um? Welche Vorsorge haben sie getroffen? In der Studie "Kundenkompass Altersrisiken" hat das F.A.Z:-Institut im Auftrag der Gothaer Lebensversicherung im Rahmen einer repräsentativen Forsa-Befragung 1.023 volljährige Bürger zu ihren Standpunkten, Maßnahmen und Plänen in Bezug auf das Alter und seine Risiken befragt.

Optimismus und Risikobewusstsein Die meisten Frauen und Männer schauen dem eigenen Ruhestand optimistisch entgegen und rechnen mit einem langen Leben. Fast neun von zehn Bürgern freuen sich auf mehr Freizeit im Alter, die sie ihrer Familie, Freunden und Hobbys widmen können. Dabei geraten die Risiken des Alters jedoch nicht aus dem Blickfeld. Schwere Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Altersarmut werden als reale Szenarien wahrgenommen. So erwarten 47 Prozent der Befragten, in Zukunft einmal schwer zu erkranken. Ähnlich beurteilen die Menschen das persönliche Risiko einer künftigen Pflegebedürftigkeit. 45 Prozent von ihnen schätzen die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Pflegefall zu werden, als sehr groß oder groß ein. Fast jeder dritte Bürger rechnet damit, im letzten Lebensabschnitt sowohl schwer zu erkranken als auch zum Pflegefall zu werden.

Jüngere kritisieren mangelnde Vorsorgebereitschaft Ein längeres Leben will solide finanziert sein. Deshalb ist eine ausreichende Vorsorge für den Ruhestand notwendig, um in Würde und Zufriedenheit leben zu können. 86 Prozent der Bürger vertreten den Standpunkt, dass es den künftigen Rentnergenerationen materiell schlechter gehen wird als den jetzigen Senioren. Die Mehrheit der Bevölkerung sorgt finanziell nicht ausreichend für ihr Alter vor - so die Ansicht der Befragten. Deshalb plädiert fast jeder Zweite für die Einführung einer gesetzlichen Pflicht zur Pflegevorsorge. Kritik an der unzureichenden Altersvorsorge der Bürger äußern insbesondere die Jüngeren bis 44 Jahren.

Geringverdiener, Frauen und Selbständige sind verstärkt von Altersarmut bedroht Für einen Teil der Bevölkerung wird Konsumverzicht allein nicht ausreichen. 40 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro rechnen fest damit, im Alter zu verarmen. Gerade Frauen und Selbständige mit geringen Einkommen fühlen sich überdurchschnittlich stark von Altersrisiken bedroht. 41 Prozent der Frauen gegenüber 30 Prozent der Männer glauben, einen Ruhestand in Armut zu erleben. Jede dritte Frau beziffert ihr voraussichtliches Alterseinkommen auf unter 1.000 Euro. Daneben rechnet fast jeder dritte Selbständige mit sehr geringen Einkünften im Alter oder ist sich über deren Höhe gänzlich im Unklaren.

Sicherheit der Kapitalanlage ist wichtiger als eine hohe Rendite81 Prozent der Bürger haben für die Altersvorsorge bereits mindestens ein kapitalgedecktes Vorsorgeprodukt abgeschlossen oder planen, das zu tun. Dabei weisen Lebensversicherungen, die betriebliche Altersversorgung und private Rentenversicherungen die größte Nachfrage auf. Drei Viertel der Befragten wollen aus ihrer Altersvorsorge eine regelmäßige lebenslange Zusatzrente beziehen. Zugleich wünschen sich jeweils rund 65 Prozent der Bürger Flexibilität in der Leistungs- bzw. in der Ansparphase.Die Bürger haben klare Vorstellungen von der Qualität ihrer Vorsorgeprodukte. 77 Prozent der Befragten ist ein hohes Maß an Sicherheit besonders wichtig. Das bezieht sich sowohl auf den Schutz der Kapitalanlage als auch auf die Gewähr der vertraglich garantierten Leistungen. Sicherheit ist Trumpf, hohe Renditen genießen dagegen nicht mehr die oberste Priorität. Für lediglich 42 Prozent der Befragten hängt die Auswahl eines Altersvorsorgeproduktes in besonderem Maße von den hohen Gewinnen bzw. Renditen ab, die ein Finanzprodukt erzielen kann. Zusammen mit dem Aspekt der Sicherheit spielt die Vertrauenswürdigkeit des Produktanbieters für die Bürger ebenfalls eine zentrale Rolle.Das Thema Pflege rückt stärker ins Bewusstsein Das Thema Pflege ist längst mitten in der Gesellschaft angekommen. Knapp 70 Prozent der Bürger besitzen direkte oder indirekte Erfahrungen mit hilfsbedürftigen Menschen und wissen, welche Aufgabe sie ihren Angehörigen im Fall der eigenen Pflegebedürftigkeit zumuten würden. Die Tatsache, dass nicht einmal jeder zweite Bürger pflegerische Hilfe von seinen Angehörigen erwartet, beleuchtet den Umbruch innerhalb der sozialen Strukturen. Viele Senioren haben keine nahen Verwandten mehr oder leben weit von ihnen entfernt. Eine mögliche Pflegelücke müssten Pflegedienste schließen.

Viele Bürger sind sich darüber im Klaren, dass die Kostenübernahme durch die gesetzliche Pflegeversicherung bei Pflegefällen begrenzt ist. Um die tatsächlich anfallenden Kosten zu decken, wollen 53 Prozent der 18- bis 29-Jährigen eine private Pflegezusatzversicherung abschließen bzw. haben das bereits getan. Unter den 30- bis 44-Jährigen ist der Anteil fast ebenso hoch. Insgesamt nutzen 57 Prozent aller Befragten mindestens eine Pflege- bzw. Krankenzusatzversicherung für das Alter oder planen das.

Flexibler Ausstieg aus dem Berufsleben ist gewünscht84 Prozent aller Bürger wollen den Zeitpunkt des eigenen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben selbst bestimmen können. Dabei stimmen sie durchaus der Option eines Renteneintrittskorridors zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr zu. Tatsächlich wollen aktuell 18 Prozent der Befragten ab 60 Jahren länger arbeiten oder tun das bereits.

Immerhin fast jeder zweite 18- bis 29-Jährige will in Zukunft über das offizielle Renteneintrittsalter hinaus berufstätig sein. Bereits in der künftigen Rentnergeneration, in der Gruppe der 45- bis 59-Jährigen, plant jeder Dritte, länger zu arbeiten. Dass es sich hierbei nicht immer um den reinen Spaß an der Arbeit handelt, belegen die 36 Prozent der Befragten, die Altersarmut für sich persönlich als sehr wahrscheinlich bzw. wahrscheinlich erachten.

Weitere Informationen und Grafiken über: Dr. Klemens Surmann Gothaer Lebensversicherung AG Presse u. Unternehmenskommunikation Gothaer Allee 1 50969 Köln Telefon: 0221/30834543 Mail: klemens_surmann@gothaer.de

Quelle: Pressemeldung Gothaer Versicherungsbank VVaG

Dieser Beitrag wurde bisher 115 mal gelesen.
(Rang 205 auf dividenden24.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Die Dividende bei Aktien

16.02.2012 | Mit Aktien können Sie auf zweifache Weise Geld verdienen. Erstens können Sie Ihr Kapital durch Kursgewinne...

weiter in Die Dividende bei Aktien ...

DKM: Gothaer präsentiert die neue Generation der bAV

18.10.2011 | Sicherheit, Ertrag und Flexibilität. VarioRent Reflex jetzt auch in der bAV · Krankenzusatzversicherung mit...

weiter in DKM: Gothaer präsentiert die neue ...

Traditionelle Anlagestrategien müssen überprüft werden

09.06.2011 | "Anlagestrategien, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, dürften angesichts der Herausforderungen der...

weiter in Traditionelle Anlagestrategien ...

HypoVereinsbank onemarkets emittiert Open End Zertifikate auf neue Solactive" BRIC Indexfamilie

06.06.2011 | Ab sofort ermöglicht HypoVereinsbank onemarkets mit neun Open End Zertifikaten den Zugang zur neuen Solactive"...

weiter in HypoVereinsbank onemarkets ...



Aktuelles

Festgeldzinsen diverser Anbieter im Vergleich

In Zeiten finanzieller Unsicherheiten gehen die meisten...

weiter ...

Volkswagen Konzern übertrifft nach neun Monaten das Ergebnis des Gesamtjahres 2010

Umsatz legt um rund 26 Prozent auf 116,3 (92,5) Milliarden...

weiter ...

Neuigkeiten

Mercedes- Benz Werk Mannheim verbucht gutes Jahr 2011

Motorenwerk bis Jahresende gut ausgelastet Neuer Motor...

weiter ...

Hohes Mittelaufkommen am deutschen Rentenmarkt

Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt belief sich im...

weiter ...

Weitere Themen

Die Dividende bei Aktien

Mit Aktien können Sie auf zweifache Weise Geld verdienen....

weiter ...

DKM: Gothaer präsentiert die neue Generation der bAV

Sicherheit, Ertrag und Flexibilität. VarioRent Reflex jetzt...

weiter ...

Archiv

Ohoven: Die Wette läuft, die Risiken steigen

Zu den Ergebnissen des EU-Gipfels erklärt der Präsident des...

weiter ...

NÜRNBERGER Leben erneut mit Bestnoten ausgezeichnet

Die NÜRNBERGER Lebensversicherung AG (NLV) sieht sich auf...

weiter ...

Verschiedenes

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

In der Krise zählen Dividenden

In den letzten 2-3 Jahren hat die Börse einige turbulente...

weiter ...