Thuringia Versicherung: Sehr gutes Ergebnis 1999
Im Gesamtgeschäft sind die Beitragseinnahmen brutto um 0,2 Mio DM auf 1.037,6 Mio DM gestiegen. Nachdem das Prämienvolumen nach stetigem Anstieg im Vorjahr leicht gesunken war, ist der geringfügige Zuwachs in 1999 in Kenntnis der Marktsituation positiv zu bewerten.
Im selbst abgeschlossenen Geschäft ist die Beitragseinnahme um 0,5 % gestiegen, der positive Trend des Vorjahres (Steigerung + 0,2 %) hat sich fortgesetzt. Die Gesellschaft konnte sich damit wieder erfolgreich dem Branchentrend widersetzen, der von einem Rückgang von rd. 1 % gekennzeichnet ist. Besonders hervorzuheben ist das Beitragsplus von 8,7 % in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung und von 6,0 % in der Allgemeinen Unfallversicherung. Auch in den Kraftfahrtversicherungs-Sparten, bei denen im Vorjahr noch ein leichter Beitragsrückgang zu verzeichnen war, ist der Prämienzuwachs von 0,2 % in 1999 erfreulich.
Schaden
Im Schadenverlauf des direkten Geschäfts hat sich die Situation gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert. Die Geschäftsjahres-Schadenquote über alle Versicherungszweige hinweg ist von 81,6 % auf 88,0 % gestiegen. Eine hohe Schadenbelastung ist in der Leitungswasserversicherung, der Technischen Versicherung, der Wohngebäudeversicherung und - besonders deutlich - in der gesamten Kraftfahrtversicherung festzustellen. Ursache ist die kräftig gestiegene Schaden-Stückzahl, die insbesondere auf das Frühjahrshochwasser und den Orkan "Lothar" zurückzuführen ist.
Verbesserungen der Schadenquote zeigen sich dagegen in den Versicherungszweigen Einbruch-Diebstahl, Allgemeine Haftpflicht und Transport.
Kosten
Im Bereich der Kosten sind die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb im selbst abgeschlossenen Geschäft auf 33,0 % - damit ein Minus von 0,2 % - gesunken. Eine weitere Kostenentlastung wird in den Folgejahren erwartet, wenn die derzeit laufenden Struktur-Projekte abgeschlossen sind.
Indirektes Geschäft
Die Brutto-Beitragseinnahme des in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts ist gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % gesunken. Der Grund hierfür liegt in der Neuordnung der Rückversicherungsbeziehungen im Konzern.
Versicherungstechnisches Ergebnis
Das gesamte versicherungstechnische Geschäft schließt vor Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen nach einem Gewinn von 4,1 Mio DM im Vorjahr 1999 mit einem Verlust von 12,4 Mio DM. Nach Entnahmen aus der Schwankungsrückstellung und ähnlichen Rückstellungen von 19,7 Mio DM (Vorjahr: Zuführung von 21,9 Mio DM) ergibt sich ein Gewinn von 7,3 Mio DM (Verlust im Vorjahr: 17,8 Mio DM). Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen haben per 31.12.1999 einen Stand von 144,5 Mio DM erreicht. Die Schadenrückstellungen des selbst abgeschlossenen Geschäfts netto betragen 222 % (Vorjahr 214 %) der Schadenzahlungen.
Allgemeines (Finanz-)Geschäft
Der Gewinn im nichtversicherungstechnischen (Finanz-)Geschäft ist vor gewinnabhängigen Steuern um 65,1 Mio DM, das sind 79,1 %, gestiegen. Die Erträge aus Kapitalanlagen sind deutlich besser als im Vorjahr.
Die stillen Reserven bei den Kapitalanlagen sind im Geschäftsjahr 1999 weiter gestiegen. Die Differenz zwischen den Zeitwerten und Buchwerten der "zu Anschaffungswerten ausgewiesenen Kapitalanlagen" betrug 1999 rund 565 Mio DM. Davon entfielen 167 Mio DM auf Grundvermögen, 386 Mio DM auf Dividendenwerte (Aktien, Beteiligungen und Investmentfonds) und 12 Mio DM auf festverzinsliche Wertpapiere. Bezogen auf die gesamten Kapitalanlagen ergibt sich damit eine Reservequote bei den Kapitalanlagen von rund 35 %.
Nach Steuern erbrachte das allgemeine Geschäft mit rd. 66 Mio DM (Vorjahr rund 57 Mio DM) einen höheren Ertrag.
Insgesamt verbleibt nach Steuern ein Jahresüberschuss von 73,3 Mio DM (Vorjahr 39,4 Mio DM). Dieses Ergebnis erlaubt es, den anderen Gewinnrücklagen weitere 36,4 Mio DM (Vorjahr: 8,6 Mio DM) zuzuführen, wodurch das Eigenkapital ohne den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres auf 270,3 Mio DM steigt. Gleichzeitig konnte der Hauptversammlung von Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagen werden, an die Aktionäre je Stück-Aktie eine zum Vorjahr gleichbleibende Dividende von 15,- DM sowie einen zusätzlichen Bonus von 2,50 DM auszuschütten. Außerdem wurde der Hauptversammlung vorgeschlagen, das derzeit gezeichnete Kapital von 53,9 Mio Euro aus Gesellschaftsmitteln auf 59,3 Mio Euro zu erhöhen. Die Erhöhung soll ohne Ausgabe neuer Aktien im Verhältnis 10:1 erfolgen.
Beide Vorschläge wurden von der Hauptversammlung beschlossen.
Ausblick 2000
In den ersten beiden Monaten des Geschäftsjahres 2000 haben sich die Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft mit einem Plus von über 8 % gegenüber dem Vorjahr weiter verbessert. Hier zeigen der von der Gesellschaft forcierte Ausbau der Ausschließlichkeitsorganisation und Bestandssicherungsmaßnahmen sichtbare Erfolge. Die Produktpalette wurde durch die Einführung von Kfz-Schutzbriefen für den neuen Partner Europ Assistance und den künftigen Verkauf von Aktien- und Rentenfonds für die AM Generali Invest Kapitalanlagegesellschaft erweitert. Dadurch verspricht sich die Thuringia zusätzliche Wachstumschancen. Die Brutto-Schadenbe-lastung ist gegenüber dem Vorjahr um 1,3 %-Punkte geringer, wobei der Verlauf in den einzelnen Versicherungszweigen sehr unterschiedlich zu beobachten ist. Die Kostenbelastung liegt genau auf Vorjahresniveau, obwohl die Kosten aufgrund des starken Neugeschäfts tatsächlich gestiegen sind.
Nicht zuletzt mit Blick auf die hohe Reservekraft der Gesellschaft stellte Vorstandsvorsitzender Norbert Müller auch für das Geschäftsjahr 2000 ein Ergebnis in Aussicht, das die Ausschüttung einer angemessenen Dividende und eine weitere Verstärkung des Eigenkapitals ermöglicht.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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