Weichen für die Zukunft sind gestellt. Geschäftsjahr 1997 gut angelaufen
Der Gesamtumsatz des AM-Konzerns erhöhte sich 1996 überdurchschnittlich um 6,9 % auf 20,0 Mrd. DM und hat sich damit trotz der Veräußerung von 1,3 Mrd. DM in Rückdeckung übernommenem Versicherungsgeschäft seit Ende 1991 deutlich mehr als verdoppelt. Dies geschah einerseits durch Zuerwerbe, andererseits durch ein erfreuliches überdurchschnittliches Wachstum, so daß der Konzern seine Marktposition beständig ausbauen konnte. Von dem Umsatz in Höhe von 20,0 Mrd. DM entfielen 1996 17,1 Mrd. DM auf Versicherungsbeiträge und 2,9 Mrd. DM auf den Bruttogeldeingang der Bausparkasse.
Versicherungstechnischer Gewinn steigt auf 389,6 Mio. DM
Das versicherungstechnische Ergebnis für das Gesamtgeschäft erhöhte sich 1996 auf 389,6 Mio. DM (Vorjahr: 294,7 Mio. DM). Nach Schwankungsrückstellungen stieg der versicherungstechnische Gewinn von 78,3 Mio. DM auf nun 284,7 Mio. DM.
Konzernjahresüberschuß verzeichnet 1996 Zuwachs um 30,9 %
Entsprechend dem seit 1992 aufwärts gerichteten Trend erhöhte sich der Überschuß vor Steuern nochmals von 537,3 Mio. DM im Vorjahr auf nun 670,7 Mio. DM. Nach Steuern verblieb ein Konzernjahresüberschuß von 343,4 Mio. DM (Vorjahr: 262,3 Mio. DM). Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 30,9 %. Auch der Konzernjahresüberschuß konnte sich damit seit 1992 mehr als verdoppeln.
Das durch die DVFA geprüfte Konzernergebnis je Aktie nahm 1996 um 45 % auf 71,- DM zu.
Dividendenerhöhung auf 16 DM je 50 DM-Aktie geplant
Die Aktionäre der AMB nahmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich an den Ergebnisverbesserungen teil, entweder durch Dividendenerhöhungen oder Zahlung eines Bonus. Auch für 1996 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der AMB der am 29.8.1997 stattfindenden Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Gesellschaft in Höhe von 78,6 Mio. DM (Vorjahr: 74,9 Mio. DM) zur Ausschüttung einer gegenüber dem Vorjahr von 15,-- DM auf 16,-- DM erhöhten Dividende zu verwenden.
Umsatz- und Ergebnisentwicklung aller Geschäftsbereiche erfreulich
Dr. Kaske wertete die Geschäftsentwicklung aller Bereiche als erfreulich: Im selbst abgeschlossenen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft erzielte die Gruppe 1996 eine
konsolidierte Beitragseinnahme von 5,3 Mrd. DM, das sind 1,8 % mehr als im Jahr zuvor. Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellungen lag mit einem Gewinn von 9 Mio. DM leicht über dem Vorjahreswert. Aufgrund eines deutlich geringeren Zuführungsbedarfs zu den Schwankungsrückstellungen reduzierte sich der versicherungstechnische Verlust von 182,6 Mio. DM auf nun 85,4 Mio. DM.
Der Geschäftsbereich Lebensversicherung profitierte von dem steigenden Bedarf an privater Altersvorsorge. Dementsprechend stieg das Neugeschäft überproportional um 18 % auf eine Versicherungssumme von 41,0 Mrd. DM. Gemessen am laufenden Jahresbeitrag betrug es 1,14 Mrd. DM (Vorjahr: 1,04 Mrd. DM). Der Konzern verwaltete zum Jahresende 1996 einen Lebensversicherungsbestand von 284,9 Mrd. DM (Vorjahr: 265,9 Mrd. DM) Versicherungssumme mit einem laufenden Jahresbeitrag von 8,3 Mrd. DM (Vorjahr: 7,9 Mrd. DM). Unter Einbeziehung der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung stiegen die Bruttobeiträge um 6,0 % auf 9,3 Mrd. DM. Das versicherungstechnische Ergebnis nahm um 35,0 % auf 291,8 Mio. DM zu.
Im Krankenversicherungsgeschäft nahmen die Beiträge (einschließlich der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung) beträchtlich um 16,4 % auf 1,9 Mrd. DM zu. Bereinigt um die neu hinzugekommene SAVAG Krankenversicherung ergibt sich ein Zuwachs von immerhin noch 13,5 % (Markt: 8,7 %). Das versicherungstechnische Ergebnis stieg um 49,8 % auf 92,8 Mio. DM.
Das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft wurde planmäßig um 3,3 % auf 590,5 Mio. DM reduziert. Nach Zuweisung zu den Schwankungsrückstellungen verbesserte sich das Ergebnis leicht auf - 14,5 Mio. DM (Vorjahr: - 17,2 Mio. DM).
Begünstigt durch die neuen Regelungen zur Bauspar- und Eigenheimförderung konnte das Bauspargeschäft kräftig zulegen. Das eingelöste Neugeschäft erhöhte sich in der Stückzahl um 26,4 % auf 226.085 Verträge mit einer um 31,3 % höheren Bausparsumme von 8,2 Mrd. DM. Der gesamte Vertragsbestand stieg 1996 um 6,7 % in der Stückzahl auf 1,5 Mio. Verträge und in der Bausparsumme um 7,7 % auf 50,7 Mrd. DM.
Herausragende Ereignisse der vergangenen 5 Jahre
Die dargestellte erfreuliche Konzernentwicklung sei nicht die Arbeit eines einzigen Jahres gewesen, vielmehr seien in den vergangenen 5 Jahren bedeutende Weichen gestellt worden. Den entscheidenden Einschnitt habe die Trennung von der Mehrheitsbeteiligung an der BfG Bank AG bedeutet, die heute mit einer Beteiligung von 25 % + 1 Aktie ein attraktives Investment darstelle, zumal der Vertriebsweg unverändert genutzt werde, sagte Dr. Kaske. Weitere Schritte, wie die Stabilisierung der Aktionärsstruktur und die Neuordnung der Konzernstruktur, wurden vollzogen. Eine bedeutende Maßnahme zum Ausbau der Marktposition war der Mehrheitserwerb an den Volksfürsorge Gesellschaften sowie der Kauf der Royal Nederland Verzekeringsgroep (über European Partners for Insurance Cooperation). Mit der strategischen Neuausrichtung des Konzerns auf das ertragreiche Erstversicherungsgeschäft war die Trennung von konzernfremdem Rückversicherungsgeschäft verbunden. Rückwirkend zum 1.1.1995 wurden ein Prämienvolumen von 1,3 Mrd. DM sowie der Name Aachener Rückversicherung veräußert. Darüber hinaus trennte sich der Konzern von einigen kleineren Unternehmen aus dem EDV- und Leasing-Bereich, die nicht zum Kerngeschäft der Gruppe gehören.
Zukünftige Ausrichtung des Konzerns
Vor dem Hintergrund des stärkeren Wettbewerbs, in dem langfristig nur ertragsstarke Gesellschaften erfolgreich agieren werden, hat die AMB im Herbst 1996 eine Voruntersuchung zu möglichen Synergiepotentialen durch eine engere Zusammenarbeit in der Gruppe begonnen. Diese inzwischen abgeschlossene Untersuchung hat eine Reihe von Potentialen aufgedeckt. Entsprechende Maßnahmen befinden sich inzwischen in der Umsetzungsplanung. Tangiert sind insbesondere die Bereiche EDV, Kompositversicherung, Kapitalanlagen, Allgemeine Verwaltung und Zentrale Dienste. Der Konzern rechnet mit einem Einsparungspotential von jährlich 400 Mio. DM.
Da eine engere Zusammenarbeit und die unternehmensübergreifende Ausschöpfung von Synergiepotentialen in einem faktischen Konzern nicht möglich ist, haben sich die großen Gesellschaften der AM-Gruppe entschlossen, einen Vertragskonzern durch den Abschluß von Beherrschungsverträgen zu bilden. Die Verträge wurden inzwischen unterschrieben und von den Aufsichtsräten gebilligt. Sie unterliegen nun noch der Zustimmung durch die Hauptversammlungen und teilweise der Aufsichtsbehörden. Im Rahmen der Strukturuntersuchungen wurden auch verschiedene Konzepte für den Bereich Rückversicherung geprüft. Als beste Lösung wurde die Verschmelzung der AM Konzernrückversicherung auf die AMB betrachtet. Auch diese Maßnahme bedarf noch der Zustimmung durch die Hauptversammlung.
Zur Abfindung der Aktionäre sowohl aus den Beherrschungsverträgen als auch der Verschmelzung wird die AMB neues Kapital schaffen und Inhaberaktien im Nennwert von 5,-- DM ausgeben.
Ferner ist geplant, das gesamte Grundkapital auf 5 DM-Aktien umzustellen und damit die Fungibilität deutlich zu verbessern.
Entwicklung in den ersten 5 Monaten des Geschäftsjahres 1997
In den ersten 5 Monaten des Geschäftsjahres 1997 erhöhten sich die Gesamtbeiträge des Konzerns um 5,4 % auf 7,8 Mrd. DM, wobei die Entwicklung der einzelnen Bereiche stark voneinander abweicht. Mit einem Beitragsrückgang um 0,1 % bewegt sich der Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung auf Branchenniveau. Die Lebensversicherung entwickelt sich mit einem Neugeschäftszuwachs von 3,5 % - gemessen an den laufenden Beiträgen - überdurchschnittlich. Die laufenden Beiträge stiegen um 6,5 % auf 3,5 Mrd. DM. Wiederum sehr erfreulich war der Geschäftsverlauf der Krankenversicherung, die in der Nettoproduktion - gemessen am Jahressollbeitrag - um 26,1 % auf 69,6 Mio. DM zulegen konnte. Bei den laufenden Beiträgen betrug der Anstieg 10,4 % auf 757 Mio. DM.
Unverändert positive Impulse erhält die BADENIA Bausparkasse durch die neue Bausparförderung. Im Netto-Neugeschäft konnte das Wachstum des sehr guten Vorjahres nochmals um 3,7 % auf 3,5 Mrd. DM übertroffen werden.
Insgesamt rechnet der Konzern auch für 1997 mit einem erfreulichen Gesamtwachstum. Unter der Voraussetzung, daß sich der Schadenverlauf nicht wesentlich verschlechtert und die Kapitalmärkte stabil bleiben, wird ein Konzernergebnis zumindest auf Vorjahresniveau erwartet. Die AMB rechnet damit, 1997 auch auf das gestiegene Grundkapital die im Geschäftsjahr 1996 erhöhte Dividende zahlen zu können.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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