"Zickzackkurs" der Aktienmärkte hält an

15.06.2011 | Stuttgart
Es sind nicht die Nachrichten aus Europa, die die Investoren veranlasst haben, kurzfristig wieder in die Aktienmärkte einzusteigen, sondern unerwartet gute Zahlen aus der Wirtschaft in China.

Das Verhalten der Anleger spiegelt die Zuversicht der Investoren wider, dass China nicht in eine zweite Rezession rutschen wird, sondern, wenn auch langsamer, robust weiterwächst. Es wird sich zeigen, ob diese positive Stimmung anhält, da nun in den USA die Zahlen zur Industrieproduktion anstehen und die meisten Daten, bis auf wenige Ausnahmen, klar gezeigt haben, dass die USA am Rande einer zweiten Rezession steht. Entscheidend wird sein, dass die kommenden Konjunkturzahlen keine Horrormeldungen mit sich führen, da der Dow-Jones-Index sich nun knapp oberhalb der Unterstützungslinie von 12.000 Punkten befindet, aber bereits die 100-Tage-Durchschnittslinie durchbrochen hat und somit nur noch knapp oberhalb der 200-Tage-Durchschnittslinie liegt. Sollte diese ebenfalls nach unten durchbrechen, könnten Rückschläge bis 11.450 Punkte drohen. Kurzfristig ist allerdings ein Überverkauftszenario entstanden, so dass durchaus die Möglichkeit einer leichten Erholung wahrscheinlich ist. Der Euro Stoxx 50 konnte seine Unterstützungslinie von 2.550 Punkten nicht halten, ist allerdings noch weit von der nächsten Unterstützungslinie von 2.450 Punkten entfernt. Erholungen müssten über 2.600 Punkte führen, um ein Verlassen des Abwärtstrends aufzuzeigen. Der DAX hält sich noch erstaunlich gut, hier konnte die wichtige Marke von 7.000 Punkten gehalten werden. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass er den breiten Seitwärtskanal verlassen kann, der bis 7.400 Punkte verläuft. Die europäischen Börsen können das Damoklesschwert der Schuldnerländer nicht vertreiben. Es gelingt zwar immer wieder, diese Themen in den Hintergrund zu rücken, woraufhin es im DAX zu Kursgewinnen kommt. Sobald das Schuldenproblem jedoch erneut auf der Tagesordnung steht, sind die Kursgewinne auch wieder dahin. Das müßige Gespräch der politischen Szene, inklusive der EZB, wie mit dem Schuldner Griechenland umzugehen sei, zeigt insgesamt eine Konzeptlosigkeit auf. Allein das Thema der privaten Investoren, ob diese nun freiwillig oder unter Zwang an den Kosten beteiligt werden sollen, verdeutlicht die unterschiedlichen Ansichten zur Lösung dieser prekären Situation. Die europäischen Aktienmärkte spielen dieses Hinundher 1:1 mit, so dass für den Anleger fast nur die Zuschauerrolle übrig bleibt. Solange der DAX allerdings die 7.000-Punkte-Marke nicht unterschreitet, sind Einzelengagements, das sogenannte "Stockpicking", durchaus interessant. Wir bleiben positiv für die defensiven Branchen Gesundheitswesen, Medizintechnik und den Pharmabereich und hier für die Novartis und das Rhön-Klinikum. Im Energiebereich ist es die Statoil sowie bei den Rohstoffen die Anglo American.

Quelle: Pressemeldung Bankhaus Ellwanger & Geiger KG

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