Geldanlage: Was rentiert sich überhaupt noch?

Die Frage, welche Geldanlage sich heute noch rentiert, dürften sich zur Zeit viele Anleger stellen. Vorhandenes Kapital gewinnbringend anzulegen war noch nie so schwer wie in diesen Zeiten, wo die Zinsen sogar in den Minusbereich gehen können.

Der Abwärtstrend bei den Geldanlagen

Damit Kapital auch weiteres Kapital mit sich bringt, braucht es gute Zinsen oder auch gute Renditen. Gerade in Bezug auf die Zinsen zeigt sich jedoch bereits seit mehreren Jahren ein deutlicher Abwärtstrend. Während Tagesgeld und Festgeld früher noch eine sinnvolle Geldanlage waren, bringen sie heute kaum noch Zinsen. Ein Blick auf die Zinsentwicklung macht deutlich, dass sich daran so schnell nichts ändern wird.

Inzwischen gibt es sogar Banken, die Sparern einen Negativzins berechnen. Immer wieder kommt der Begriff „Inflation“ ins Spiel, doch was wirklich dran ist, kann keiner so genau sagen. Fakt ist jedoch: Die Zinsen, die von der Bank für Tagesgeld oder Festgeld zur Verfügung gestellt werden, sind überschaubar. Experten gehen davon aus, dass sowohl kurz- als auch langfristig hier auch nicht mit Veränderungen gerechnet werden kann.

So gibt es durch die EZB bereits die Information, dass bis 2019 erst einmal nicht große Änderungen bei den Zinsen anfallen werden. Grund dafür ist das Anleihekaufprogramm, welches durch die EZB derzeit durchgeführt wird. Pro Monat investiert die Zentralbank derzeit in Unternehmensanleihen, die einen Wert von bis zu 80 Milliarden Euro haben.

Tagesgeldkonten für einen zumindest geringen Wertzuwachs

Nach wie vor möchten Anleger jedoch wissen, welche Geldanlage bei der Bank eine gute Wahl darstellen kann. Wer seine Vermögenswerte auf einem Sparkonto liegen hat, der sollte eine Veränderung in Betracht ziehen. Durch ein Tagesgeldkonto bleibt die Flexibilität bestehen und ein, zumindest geringer, Wertzuwachs, kann verzeichnet werden. Grundsätzlich wird empfohlen, auf dem Tagesgeldkonto einen Betrag in Höhe von rund drei Monatsbudgets abzulegen.

Damit lassen sich kurzfristige Engpässe sehr gut überbrücken. Kurzfristige Geldanlagen bringen heute kaum noch Geld. Zinsen von 0,01 % sind bei Tagesgeldkonten keine Seltenheit. Daher kann sich hier durchaus ein Vergleich lohnen. Wer weiß, wann er sein Geld wieder benötigt, der kann sich beispielsweise für Angebote von Banken entscheiden, bei denen es auf das erste Jahr beim Tagesgeld wenigstens einen etwas höheren Zinssatz gibt.

Diese Lockangebote für Neukunden sind noch immer recht häufig zu finden, aber auch nur eine Lösung auf Zeit. Tagesgeldkonten sind also eine Möglichkeit für eine kurzfristige Geldanlage. Bei Kapital, das erst einmal nicht benötigt wird, ist eine Umschichtung zu empfehlen.

 Im Vergleich zur Investition in Fonds, Aktien oder in das Trading sind diese Geldanlagen aber noch immer die sicherste Entscheidung. (#01)

Im Vergleich zur Investition in Fonds, Aktien oder in das Trading sind diese Geldanlagen aber noch immer die sicherste Entscheidung. (#01)

Sicherheit als Aspekt bei der Geldanlage

Vielen Menschen ist es wichtig, dass ihr Geld vor allem sicher angelegt ist. Dieser Wunsch ist verständlich, das bedeutet aber auch, dass in diesem Zusammenhang eher mit wenig Wertzuwachs gerechnet werden kann. Anlagen, wie Tagesgeld und Festgeld, sind sicher, daran ist nichts zu rütteln. Der Anleger weiß genau, wie viel Geld er auf dem Konto hat und wie sich dies entwickelt. Im schlimmsten Fall gibt es beim Tagesgeld gar keine Zinsen mehr und der Betrag steigert sich nicht.

Durch die möglichen Negativzinsen haben die sicheren Geldanlagen inzwischen einen anderen Beigeschmack bekommen. Im Vergleich zur Investition in Fonds, Aktien oder in das Trading sind diese Geldanlagen aber noch immer die sicherste Entscheidung. Wer also gerne auf die Sicherheit setzen möchte, der kann durch einen optimalen und unabhängigen Vergleich eine Übersicht über die aktuellen Angebote der Banken erhalten. Je nach Höhe des Kapitals und der Anlagedauer, zumindest beim Festgeld, können die Zinsen noch einmal deutlich variieren.

Aktien als Geldanlage für langfristig angelegtes Kapital

Kapital, das erst einmal nicht benötigt wird, kann in Aktien investiert werden. Diese Geldanlage ist umstritten, denn natürlich geht es auch immer mit einem Risiko einher, in Aktien zu investieren. Allerdings ist dabei auch zu bedenken, dass die Renditen sich auf jeden Fall sehen lassen können. Experten weisen darauf hin, dass es bei Anleihen durchaus zu Zeiträumen kommen kann, die auf den ersten Blick nicht gerade erfreulich sind.

Wer jedoch Geduld hat, der hat mit Aktien so gut wie immer Glück. Geduld bezieht sich in diesem Zusammenhang auf einen Zeitraum ab zehn Jahren, besser noch sind sogar 20 Jahre. Dies sind die empfohlenen Laufzeiten für die Investition in Aktien. Dazu kommt ein gutes Money-Management. Es ist nie eine gute Idee, das gesamte Kapital nur in einen Aktienbereich zu investieren.

Die Streuung ist das Geheimnis, um möglicher Verluste wieder ausgleichen zu können. Zudem sollte die Menge eher überschaubar bleiben. Positionen aufzubauen lohnt sich in der Regel meist dann, wenn sich Schwächen bei der Börse zeigen, die niedrige Kurse nach sich ziehen. Das ist ein wenig mit Aufwand verbunden, über das Internet geht das heute jedoch relativ schnell vonstatten. Neben der Investition in Aktien bieten sich auch noch die Investmentfonds an. Hier sind mehrere Wertpapiere enthalten und die Streuung sozusagen schon vorgenommen. Mögliche Kursverluste können im Fonds durch andere Kursgewinne also direkt kompensiert werden.

ETF als neuer Trend bei der Geldanlage

Bei der Frage, was sich bei der Geldanlage noch rentiert, kommt immer häufiger der Begriff der ETF ins Spiel. Die Exchange Traded Funds sind eine besonders kostengünstige Variante im Vergleich zu den Investmentfonds. Die Fonds werden aktiv gemanaged und ziehen daher Kosten nach sich. Die ETFs sind eine passive Geldanlage. Hier wird die Indexzusammensetzung kopiert und in diese dann investiert.

Das geht schnell, kann durch den Anleger selbst vorgenommen werden und die Renditen sind nicht schlechter als bei Aktien oder Fonds. Durch die geringeren Kosten können die Gewinne sogar geringer ausfallen, da sich dies dann ausgleicht. Natürlich kann es auch bei einem ETF zu Verlusten kommen. Da hier aber ebenfalls eine Streuung vorgenommen wird, ist das Risiko nicht geringer als bei einem Aktienfond. Als Geldanlage bieten sich die ETFs daher durchaus an.

Video:Was wurde aus 100.000 Euro in … – die 6 besten Geldanlagen 2016 nach Halbzeit

Anlage in Edelmetalle

Es gibt noch immer viele Anleger, die auf die Geldanlage in Gold schwören. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich Gold als eine verlässliche Sicherheit erwiesen, die auch bei den größten Wirtschaftskrisen nicht aus der Ruhe zu bringen war. Vor allem in Bezug auf die Inflation gelten Gold und Silber sowie Platin als eine sehr gute Wahl. Zu bedenken ist dabei aber, dass hier weder Dividenden noch Zinsen zum Einsatz kommen. Lediglich ein Kursanstieg kann zu einem Gewinn führen.

Dass es hier ebenfalls zu Einbrüchen bei den Kursen kommen kann, ist kein Geheimnis. Wer damit umgehen kann, möglicherweise zumindest geringe Verluste zu schreiben, für den ist Gold eine sichere Anlage, um der möglichen Inflation zu entkommen. Investiert wird dabei meist in Münzen oder in Barren. Zu bedenken ist aber, dass nur ein bestimmter Wert gekauft und gelagert werden darf, ohne nähere Angaben dazu machen zu müssen.

Die wichtigsten Tipps für die Geldanlage

Um die richtige Geldanlage zu finden, müssen sich Anleger darüber bewusst werden, was sie für Erwartungen haben. Die nachfolgenden Tipps sind jedoch hilfreiche Richtlinien, die als Unterstützung dienen können:

  • Geld sollte immer gestreut werden
  • Es braucht ein klar definiertes Ziel für die Geldanlage
  • Unglaublich klingende Versprechungen zu einer Geldanlage, die gleichzeitig sicher und rentabel ist, sollten nicht geglaubt werden
  • Das Risiko sollte die eigenen Möglichkeiten nicht übersteigen
  • Vergleiche von Angeboten können bares Geld sparen und potentielle Renditen und Erträge erhöhen
  • Wer einen Berater in Anspruch nimmt, der sollte nicht mit blindem Vertrauen vorangehen, sondern auch hier skeptisch bleiben und die Angebote hinterfragen
  • Es ist wichtig, mögliche Kosten als Minderung der Gewinne im Blick zu haben

Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild tichr, #01 THANANIT

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply