Inflationsschutz: Geldentwertung verhindern

Von der Inflation ist häufig die Rede, doch viele wissen nicht wirklich etwas mit dem Begriff anzufangen. Das Gleiche gilt entsprechend für das Thema Inflationsschutz. Ein umfassender Einblick in das Thema zeigt die Möglichkeiten auf und informiert darüber, welche Schritte man einleiten sollte, wenn man eine verhindern Geldentwertung möchte .

Inflation: Was ist das?

Bevor es daran geht, einen Inflationsschutz umzusetzen, muss man sich darüber im Klaren sein, was Inflation überhaupt ist. Das Wort leitet sich aus dem lateinischen ab. Es bedeutet in etwa „sich aufblähen“. Das Aufblähen bezieht sich in diesem Fall auf die im Land vorhandene Menge der Währung. Je mehr Geld im Umlauf ist, umso höher die Inflation. Über die Inflationsrate ist der Mengenwert zu erkennen.

Mit der steigenden Inflation verliert das Geld an Gegenwert. Ökonomen rechnen mit einer jährlichen Inflationsrate von rund 2 %. Wie hoch dieser Wert tatsächlich ausfällt, hängt allerdings von diversen Faktoren ab.

Ist die Rate von 2 % erreicht, bedeutet dies für Konsumenten, dass die gleichen Waren und Leistungen im Vorjahr noch 2 % weniger gekostet haben als in diesem Jahr. Entsprechend können Verbraucher sich 2 % weniger leisten als noch vor zwölf Monaten, und dies, obwohl sie das gleiche Geld zur Verfügung haben.

Mit der steigenden Inflation verliert das Geld an Gegenwert. Ökonomen rechnen mit einer jährlichen Inflationsrate von rund 2 %.(#01)

Mit der steigenden Inflation verliert das Geld an Gegenwert. Ökonomen rechnen mit einer jährlichen Inflationsrate von rund 2 %.(#01)

Wie wird das Eigenkapital von der Inflation beeinflusst?

Auf den ersten Blick scheint die Inflation nicht wirklich eine merkliche Auswirkung auf die individuellen Finanzen zu haben. Auf den zweiten Blick wird aber schnell klar, dass hier jährlich viel Geld verloren geht.

Dies geschieht auf zwei Wegen:

  • Wer heute 1000 Euro auf dem Konto hat, muss in zwölf Monaten 1020 Euro auf dem Konto haben, um den gleichen Wert zu sichern. Steigert sich das individuelle Einkommen also nicht um mindestens zwei Prozent, ist man in einem Jahr nicht in der Lage, den aktuellen Lebensstand zu halten.
  • Aber nicht nur das zukünftige Kapital ist beeinträchtigt. Erspartes, das sich auf dem Bankkonto befindet, verliert ohne Zutun an Wert. Dieser Wertverlust ist dabei auf dem Papier nicht sichtbar.
  • Auf dem Kapitalmarkt sind die 1000 Euro von heute in zwölf Monaten allerdings nur noch 980 Euro wert. Auf eine Spareinlage von 20.000 Euro aufgerechnet. ist das ein nennenswerter Geldwertverlust von 400 Euro.

Warum kommt es zur Inflation?

Interessanterweise ist das Gegenstück der Inflation, also die Geldwertaufwertung, auch Deflation genannt, kein wünschenswertes Szenario. Eine Deflation hätte zur Folge, dass der Wert des Geldes in Zukunft ansteigt. Dies würde eine Reihe von Problemen nach sich ziehen.

Der geschäftliche und private Sektor würden immer weniger Geld in Umlauf bringen, da der Gegenwert stetig steigt. Somit erhält man nicht nur für das gleiche Geld mehr Gegenleistungen und muss diese somit weniger häufig erwerben. Auch das Sparen ist sehr attraktiv. Wer sein Geld beisammenhält und auf der Bank lässt, der wird in diesem Szenario ganz ohne Zutun reich.

Der Negativeffekt auf die Wirtschaft wäre allerdings verheerend. Geringere Ausgaben ziehen einen Abfall von Umsatzgewinnen nach sich, was wiederum dazu führt, dass Jobs verloren gehen; der Beginn einer kostspieliegen Abwärtsspirale, die ein Land in den Ruin stürzen kann.

Inflation ist also nicht das böse Übel, das Verbrauchern und Firmen bares Geld von den Konten klaut, sie ist in der Tat notwendig. Dies bedeutet aber nicht, dass man sich durch einen intelligenten Inflationsschutz nicht in eine bessere Finanzposition manövrieren sollte.

Inflationsschutz: So ist er möglich

Wer in Sachen Inflationsschutz aktiv werden möchte, der muss sich die Grundrichtung der Inflation verinnerlichen, das vorhandene Geld wird entwertet! Damit ist klar, dass prall gefüllte Sparkonten nicht im Geringsten einen Inflationsschutz bieten. Wer also zu den fleiβigen Sparern gehört, der muss sich nach passenden Alternativen umsehen.

Viele Anleger wenden sich daher an die Börse. Denn hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sein Geld sicher vor der Inflation zu investieren. Spezielle Fonds und Finanzprodukte sind zum Beispiel darauf ausgelegt, jegliche Inflationsraten auszugleichen. Die sogenannten inflationsgesicherten Anleihen stehen dabei im Mittelpunkt.

Diese Anleihen sind direkt an die Inflation angebunden und passen sich entsprechend in der Wertentwicklung an. Je höher die Inflationsrate, umso höher die Verzinsung der Anleihen. Dies gilt auch für negative Inflationsraten, die Zinsen werden entsprechend nach unten korrigiert.

Achtung

Inflationsgebundene Börsenprodukte sind oft sehr komplex. Insbesondere für Börseneinsteiger birgt dies die Gefahr, sich zu verspekulieren. Die Kosten für die Anleihen werden durch Gebühren und Sonderkosten oft unnatürlich in die Höhe getrieben, und Anleger verlieren bereits mit dem Kauf der Produkte bares Geld.

Inflationsgebundene Börsenprodukte sind oft sehr komplex. Insbesondere für Börseneinsteiger birgt dies die Gefahr, sich zu verspekulieren.(#02)

Inflationsgebundene Börsenprodukte sind oft sehr komplex. Insbesondere für Börseneinsteiger birgt dies die Gefahr, sich zu verspekulieren.(#02)

 Die Renditechancen der Aktienmärkte nutzen

Der klassische Weg zur Geldwertsteigerung ist die Ausnutzung von Renditechancen. Wer sein Geld investiert und in den kommenden Jahren deutliche Renditen erzielt, der wirkt der Inflation aktiv entgegen. Das klingt allerdings einfacher, als es in der Regel ist. Denn obwohl die nationalen und internationalen Aktienmärkte gute Chancen auf hohe Gewinne bieten, ist der Handel mit Aktien immer ein Risikogeschäft.

Privatanleger haben für den Börsenhandel generell zwei Optionen. Zum einen können sie einzelne Aktien erwerben und sich so selbst ein individuelles Portfolio zusammenstellen. Um dies gewinnbringend zu tun, ist aber viel Vorwissen nötig. Die wenigsten Privatanleger kennen die komplexen Zusammenhänge an der Börse gut genug, um ein Depot zu verwalten, das kurzfristig und langfristig genügend Gewinne abwirft, um der Geldentwertung entgegenzuwirken.

Dies macht die zweite Option zu einer besseren Wahl für private Anleger: Fonds binden eine Reihe von Aktien aus diversen Kapitalbereichen zusammen. Abhängig von der Verwaltungsart der Fonds, sind die Renditen langfristig oder kurzfristig zu erwarten. Wichtig ist dabei, dass man als Anleger nicht damit beschäftigt ist, einzelne Titel zu wählen, um ein passendes Portfolio zusammenzustellen.

Exkurs: Aktives und passives Fondsmanagement

Das aktive Fondsmanagement ist darauf ausgelegt, die Portfolios von erfolgreichen Fonds nachzubauen. Die Fondsanteile werden außerdem anhaltend verkauft und zugekauft. Dies soll zu einer Erhöhung der Kurzzeitrenditen und damit des Gesamtwertes des Fonds führen.

Immer mehr Portfoliomanager verlassen sich allerdings auf passive Anlagestrategien. Hier wird ein stabiles Grundportfolio aufgebaut, das auf lange Sicht gute Renditen erzielen soll. Dabei sind die Schwankungen der Kapitalmärkte einberechnet.

Immobilieninvestitionen nutzen

Eine Investition, die sich unabhängig von der Inflationsrate lohnt, ist die eigene Immobilie. Wer privat eine Immobilie besitzt und diese gleichzeitig bewohnt, hat ohne Frage einen nennenswerten Geldwert für die Zukunft geschaffen. Weitere Immobilien sind ebenfalls ein Weg, einen guten Inflationsschutz zu sichern.

Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Der Kauf von Immobilien benötigt viel Kapital.
  • Immobilienpreise orientieren sich nicht nur nach der Inflationsrate.
  • Die Instandhaltung und Wartung der Immobilie muss finanziert werden.

Grundsätzlich ist es richtig, dass die Immobilienpreise im Rahmen der Inflation angepasst werden. Dies bedeutet, dass der Geldwert in diesem Rahmen stabil bleibt. Allerdings gibt es auch andere Faktoren, die den Immobilienwert drastisch beeinflussen können. Dazu gehört zum Beispiel die Zinsentwicklung oder die Entwicklung der Wohnlage. Auch das allgemeine Wirtschaftswachstum ist relevant. Werden zeitgleich die laufenden Kosten berücksichtigt, ist ein Inflationsschutz nicht zu 100 % gegeben.

Grundsätzlich ist es richtig, dass die Immobilienpreise im Rahmen der Inflation angepasst werden. Dies bedeutet, dass der Geldwert in diesem Rahmen stabil bleibt. (#03)

Grundsätzlich ist es richtig, dass die Immobilienpreise im Rahmen der Inflation angepasst werden. Dies bedeutet, dass der Geldwert in diesem Rahmen stabil bleibt. (#03)

Gold und Luxusgüter

Der Klassiker unter den Sachwerten ist ohne Frage Gold. Das edle Metall steht seit Jahrzehnten hoch im Kurs, und auf lange Sicht ist eine Wertsteigerung zu erwarten. Sie liegt unter anderem daran, dass die Nachfrage nach Gold ständig wächst. Das Metall wird dabei vor allem in der Elektronikindustrie benötigt, um eine Vielzahl von Geräten mit den benötigten Platinen auszustatten. Auch der Abbau von Gold gestaltet sich immer schwieriger. Die somit steigenden Gewinnungskosten treiben die Preise pro Unze in die Höhe.

Weniger konventionelle Sachwertinvestitionen sind in Luxusgütern zu finden. Wo der Kauf von Diamanten dabei noch recht weit verbreitet ist, sind es Investitionen in Kunst oder Oldtimer, die bis heute eher einen exzentrischen Beigeschmack haben. Denn hier geht es weniger um eine Wertsteigerung im Rahmen der Inflation, als vielmehr um eine Wertsteigerung innerhalb des Interessentenkreises. Gut gepflegte Oldtimer bringen auf dem internationalen Markt Millionen von Euro auf den Verkaufstisch. Wer jedoch nur wenig Ahnung von der Materie hat, der sollte unbedingt die Finger davon lassen. Schnell ist ein Fehlkauf dazu verdammt, ein enormes Verlustgeschäft zu werden.

Video: Gold als Inflationsschutz | FinanzMasterAkademie

Fazit: Inflationsschutz ist für jeden möglich

Wer sein Erspartes nicht dem Wertverfall der Inflation überlassen möchte, der muss aktiv werden. Dafür stehen diverse Möglichkeiten bereit:

Die richtige Investition ist dabei im Idealfall nicht nur passend zum Kapital, sondern auch zur eigenen Persönlichkeit. Kapitalungebundene Anlagen mit kurzfristigen Renditechancen sind in Form von einzelnen Aktien oder Fonds an der Börse zu finden. Wer für sich und seine Familie eine finanzielle Grundlage für die Zukunft schaffen möchte, der liegt mit einer Wohnimmobilie genau richtig.

Die Investition in Kunst oder Autos ist vor allem für Langzeitanleger interessant. Unbedingt darauf achten, nicht nach eigenem Geschmack, sondern nach Entwicklungspotenzial zu kaufen. Mit Gold und Juwelen liegt man darüber hinaus immer richtig. Der wertvolle Rohstoff Gold wird in den kommenden Jahren ohne Frage im Wert weiter ansteigen.

Tipp

Es ist nicht notwendig, die Goldbarren im Keller aufzubewahren – immer mehr Investoren entscheiden sich auch hier für den Kauf von entsprechenden Aktien. Dabei macht es Sinn, auf Schwellenländer zu blicken. Die Goldgewinnung ist dort oft sehr günstig, was die Gewinnmöglichkeiten steigert.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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