Wo bekommt man ein kostenloses Depot für Aktien und Wertpapiere?

Ein kostenloses Depot ist eine gute Möglichkeit, an der Börse zu handeln, denn die Niedrigzinspolitik zwingt zum Umdenken in Sachen Geldanlage, da es für Sparguthaben nicht einmal mehr den Inflationsausgleich gibt.

Hausbank oder Direktdepot bei der Online-Bank?

Festverzinsliche Sparguthaben waren über viele Jahrzehnte hinweg das Mittel der Wahl, eine nahezu risikolose und gleichzeitig rentable Geldvermehrung sicherzustellen. Nach der globalen Finanzkrise hat sich dies jedoch geändert, da die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken die Zinsen auf nahezu null reduziert hat. Eine Abkehr von den Niedrigzinsen ist in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten, darin sind sich fast alle Experten einig.

Während die Vorteile für Kreditnehmer und Investitionen auf der Hand liegen, schauen die Verbraucher mit Sparguthaben in die Röhre: Nicht nur, dass sie ihr Vermögen nicht mehr vermehren können, sie büßen unter dem Strich sogar Geld ein, weil die Inflationsrate über der Verzinsung liegt.

Eine Methode, um höhere Renditen zu erwirtschaften, ist ein Wertpapierdepot, mit dem Aktienwerte gehandelt werden können. Das Risiko hält sich bei zurückhaltender Zockermentalität übrigens in Grenzen, denn obwohl die Aktienmärkte insbesondere in Krisenzeiten starken Schwankungen unterworfen sind, bietet insbesondere das Fondssparen unter dem Strich bislang immer einen Gewinn, solange man nicht in Panik gerät.

Kostenloses Depot: Der wichtigste Rat der Börsenexperten an Laien lautet daher auch, nicht in einzelne Wertpapiere zu investieren, sondern vielmehr in Fonds, die das Risiko entsprechend streuen. (#01)

Kostenloses Depot: Der wichtigste Rat der Börsenexperten an Laien lautet daher auch, nicht in einzelne Wertpapiere zu investieren, sondern vielmehr in Fonds, die das Risiko entsprechend streuen. (#01)

Wie kann man in den Aktienhandel einsteigen?

Zuallererst benötigt man ein Wertpapierdepot bei einer Bank, damit man Zugang zum Handel mit Wertpapieren bekommt. Doch obwohl alle Geschäftsbanken Depots anbieten, gibt es große Unterschiede bei den Kosten. Man sollte also nicht einfach blind zur Hausbank laufen, nur weil man dort sein Girokonto hat. Vielmehr macht es Sinn, ein kostenloses Depot bei einem günstigen Anbieter in Anspruch zu nehmen, denn jeder Cent an Gebühren muss mit den Aktien erst einmal wieder erwirtschaftet werden.

So legen private Haushalte ihr Vermögen in Deutschland bevorzugt an:

  • Bankguthaben – 41 %
  • Versicherungen, Pensionskassen und -fonds – 36,7 %
  • Investmentfonds – 10,2 %
  • Aktien – 6,1 %
  • Rentenwerte – 2,4 %
  • Sonstige Anteilsrechte – 3,5 %

Quelle

Wo bekommt man ein kostenloses Depot?

Natürlich kann man bei jeder Hausbank, bei der man ein Girokonto führt, auch ein Wertpapierdepot einrichten. Doch in der Regel verlangen die Sparkassen und anderen Banken mit Schaltergeschäft relativ hohe Gebühren für den Handel, das Führen und gegebenenfalls sogar das Halten von Wertpapieren im Depot.

In einem Aktiendepot werden die Aktien und anderen Wertpapiere verwahrt und quasi gelagert, die der Kunde gekauft hat. (#02)

In einem Aktiendepot werden die Aktien und anderen Wertpapiere verwahrt und quasi gelagert, die der Kunde gekauft hat. (#02)

Früher wurden sie tatsächlich in Papierform ausgestellt und verschickt, was eine sichere Lagerung im Tresor erforderte. Heutzutage wickelt man den Aktienhandel in der Regel über ein Direktdepot ab. Dabei handelt es sich um ein Online-Depot, das ähnlich wie ein Girokonto geführt und verwaltet wird. Wer sich also mit dem Online-Banking auskennt, wird auch mit dem Direktdepot normalerweise gut zurechtkommen.

Im Gegensatz zum Girokonto lassen sich Geldbeträge nur über ein Referenzkonto auf das Depotkonto bewegen und umgekehrt. Das Guthaben hingegen besteht immer aus Wertpapieren. Ob kostenpflichtiges oder kostenloses Depot, ist dabei egal, es ist grundsätzlich Voraussetzung, um an den einschlägigen Wertpapierbörsen handeln zu können.

Natürlich ist es bequem, direkt bei der eigenen Hausbank das Depot zu eröffnen, zumal die Sachbearbeiter auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn jemand sich unsicher ist bei der Abwicklung. Die Entscheidung über die richtige Geldanlage trifft der Kunde aber in jedem Fall selbst. Da ein Direktdepot bequem von zuhause aus verwaltet werden kann und heutzutage kein Hexenwerk mehr darstellt, nutzen immer mehr Kunden diese Möglichkeit. Ein kostenloses Depot bekommt man in der Regel aber nur bei den günstigen Direktbanken, die auch mit entsprechenden Girokonto-Angeboten werben. Manchmal ist die Eröffnung eines Girokontos bei der gleichen Bank Voraussetzung, um ein Depot eröffnen zu können, meist geht das aber auch unabhängig von jeder anderen Geschäftsbeziehung.

Die Direktdepots der fachspezifischen Broker bieten reine Online-Depots. Ein solches kostenloses Depot unterscheidet sich aber nicht nur im Preis, sondern auch in der Verfügbarkeit der handelbaren Wertpapiere und anderer Finanzprodukte. Darüber hinaus kann es Unterschiede geben bei den zur Verfügung stehenden Handelsplätzen. Der Vergleich lohnt sich auf jeden Fall, denn je nach Anbieter kann eine Order 5 Euro kosten oder auch 50 Euro. Eine Berechnung je nach Transaktionswert ist ebenso möglich wie die Berechnung nach Festbeträgen. Hierbei spielt es eine Rolle, wie oft und mit welchen Beträgen der Kunde zu handeln gedenkt.

Kostenloses Depot: Pauschale Aussagen dazu, was am besten ist, sind kaum möglich. (#03)

Kostenloses Depot: Pauschale Aussagen dazu, was am besten ist, sind kaum möglich. (#03)

So wird ein kostenloses Depot eröffnet

Hat man in einem Vergleich einen Anbieter gefunden, der ein kostenloses Depot anbietet und auch mit seinen sonstigen Bedingungen den eigenen Vorstellungen entspricht, kann man das Direktdepot meist sofort online auf der Webseite der jeweiligen Bank bzw. des Brokers eröffnen. Dort werden einige Formalitäten abgewickelt, etwa die Angabe des Referenzkontos, auf das die Guthaben des Depotkontos überwiesen werden oder von dem die Aktienkäufe bezahlt werden. Sofern Sie dem Anbieter nicht persönlich bekannt sind (z. B. durch ein bestehendes Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Verbraucherkredit), muss in der Regel noch die Identifikation des Depotinhabers erfolgen.

Heutzutage wird das zumeist über Post-Ident oder in Verbindung mit Personalausweis und Videoidentifikation online erledigt. Aktiviert wird ein kostenloses Depot dann mit der ersten Überweisung. Mit dem Kapital aus dieser Überweisung können die Wertpapiere und Aktien online gehandelt werden. Den Überblick bietet das Depot ähnlich wie im Girokonto.

Wie nutzt man ein kostenloses Depot am sichersten?

Theoretisch kann man eine unbegrenzte Anzahl von Aktien und Wertpapieren in einem Depot lagern. Fachleute empfehlen immer wieder, auf eine möglichst große Risikostreuung, auch Diversifizierung genannt, zu achten. Wer alles in ein oder zwei Unternehmen investiert, geht ein großes Risiko ein. Selbst augenscheinlich solide Werte können durch Krisen und unvorhergesehene Entwicklungen plötzlich in den Keller fahren. Man denke nur an die Aktien der großen Energieunternehmen, die bis zum Atomausstieg als sichere Anlage galten, oder an die Automobilanbieter, die sich mit dem Dieselskandal in die Nesseln gesetzt haben.

Besser ist es daher insbesondere für Laien, in verschiedene Branchen, Firmengrößen und Bereiche zu investieren. Am einfachsten geht dies über ETF-Trading, also das Investment in Fonds, die mehrere Wertpapiere zusammenfassen und ihre Entwicklung in der Gesamtheit abbilden. Darüber hinaus kann man auch auf komplette Aktienindizes wie den DAX setzen. Indexfonds gelten als eine der einfachsten und sichersten Möglichkeiten zur Geldanlage und sind ideal geeignet, um über ein kostenloses Depot verwaltet zu werden.

MSCI World ETF im großen Vergleich: Wie finde ich den richtigen ETF?

Welche Faktoren sind für ein kostenpflichtiges oder kostenloses Depot zu beachten?

Wie bereits erwähnt, hängt die individuelle Auswahl der Banken, die ein kostenloses Depot anbieten, von vielen Faktoren ab, die sich unmöglich pauschalisieren lassen. Zu beachten sind in jedem Fall die Faktoren, nach denen die Kosten berechnet werden, denn ein wirklich kostenloses Depot ohne jede Gebühren für Transaktionen ist schwer zu finden, denn immerhin wollen die Banken auch etwas daran verdienen. Achten sollten Sie vor allem auf diese Kriterien:

  • Durchschnittliches Handelsvolumen in Euro (pro Order)
  • Anzahl der Order pro Jahr
  • Präferenz für online platzierte Order
  • Depotvorlumen im Durchschnitt

Viele Anbieter und Banken berechnen die Gebühren für ihr angeblich kostenloses Depot nach dem Handelsvolumen, das sich aus der Stückzahl multipliziert mit dem Einzelpreis der Aktien ergibt. Je nach Modell gibt es manchmal Mindestvolumen, die erreicht werden müssen. Ähnlich sieht es mit der Zahl der Order pro Jahr aus, diese kann für ein kostenloses Konto begrenzt sein, jede weitere Order kostet dann Gebühren. Hier gibt es analog zum Handy Flatrates. Filialbanken unterscheiden außerdem zwischen direkt bei der Bank (persönlich oder telefonisch) platzierten und online abgewickelten Transaktionen.

Das Depotvolumen entscheidet, ob überhaupt ein kostenloses Depot infrage kommt, denn viele Anbieter berechnen Gebühren je nach der Höhe der abgewickelten Beträge. (#04)

Das Depotvolumen entscheidet, ob überhaupt ein kostenloses Depot infrage kommt, denn viele Anbieter berechnen Gebühren je nach der Höhe der abgewickelten Beträge. (#04)

Fazit: Ein kostenloses Depot ist selten komplett kostenfrei

Wenn ein Broker oder eine Bank ein kostenloses Depot anbieten, bezieht sich dies zumeist auf die Eröffnung und die Führung des Wertpapierdepots. Für Transaktionen sind pauschale Beträge oder Einzelbuchungen zu bezahlen. Welches Modell sich rechnet, hängt von der Handelsaktivität des Kunden ab. Im Vergleich sollte man also viele Faktoren beachten. Wer sich an der Börse kaum auskennt, sollte insbesondere auf sichere Indexfonds und ähnliche Anlagemodelle setzen, da sie bei langen Laufzeiten bislang immer einen Profit gebracht haben. Wichtig ist, nie in Panik zu verfallen, denn Krisen können jedes Wertpapier bisweilen nach unten drücken.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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