Ruhestand: Sparplan verwalten

Wie bereiten Sie in vor, ihren Ruhestand? Sparplan verwalten? Ein Aktiendepot? Oder der deutsche Klassiker, das eigene Haus? Die möglichen Wege zum Ruhestand sind sehr vielfältig in Deutschland. Was jedoch die Mehrheit der Deutschen verinnerlicht hat, das ist die Tatsache, dass man das Thema Versorgung im Ruhestand frühzeitig angehen muss.

Wie steht es um ihren Ruhestand-Sparplan?

Verwalten Sie bereits einen? Oder kommt so etwas für Sie gar nicht in Frage, weil Sie so etwas lieber spontan angehen? Nun, die meisten Deutschen sind sich in der Entwicklung der Rentenfrage sehr unsicher und planen lieber eigene Beiträge zur Altersvorsorge ein. Dies kann ganz unterschiedlich aussehen.

Ruhestand-Sparplan #1: das eigene Haus

Der Klassiker in Deutschland – nicht nur im Schwabenland, dem „Ländle“ – ist das eigene Haus. Immerhin etwa 73% der Deutschen sieht das eigene Haus als den Lebenstraum schlechthin an. Dafür verzichtet man denn auch schon mal auf etwas Luxus im Alltag und verwendet jeden freien Euro zum Tilgen des Hauskredits. Nicht wenige scheitern auch daran. Das Projekt Hausbau oder Hauskauf beschäftigt die Finanzkraft der Familie – oder des alleinstehenden Sparers – dann auch im Schnitt 20 bis 30 Jahre, also den Großteil des aktiven Lebens.

Bleibt da überhaupt noch Zeit für einen alternativen Ruhestand-Sparplan? Verwalten wird man da nicht viel müssen, denn den Takt gibt im allgemeinen die Bausparkase oder die kreditgebende Bank vor. Zusätzliche Belastungen kommen durch die in den 20 bis 30 Jahren anfallenden Renovierungs- und Unterhaltsarbeiten am eigenen Haus oder der eigenen Wohnung an. Eigentum verpflichtet… Und die Famile hat zudem auch noch andere Bedürfnisse.

Ruhestand-Sparplan #2: ein Fonds

Ein Fonds ist für den Ruhestand-Planer eine bequeme Sache. Das Erträgnisproblem wird einfach an den Fondsmanager delegiert und der fleissige Fondssparer zahlt seine monatlich festgelegte Summe in den Fonds ein. Ratierlich steigt der Wert des Fondskonto an und zum Jahresende kann man sich über einen neuen schönen Saldo auf dem Fondskonto freuen. Kursschwankungen blendet man besser aus, denn auch das Konto bei der Fondsgesellschaft unterliegt den nervenaufreibenden Kursschwankungen der Börse.

Immerhin, so ein Fonds ist „wartungsfrei“ und der Sparer muss keine Renovierungsarbeiten leisten, wie beim Häusle. Zudem bietet der Fonds den großen Vorteil, dass er in den meisten Fällen schnell liquidierbar ist, wenn unvorhergesehenermaßen andere Ausgaben anstehen.

Die für den Ruhestand-Sparplan zur Auswahl stehenden Fonds sind sehr zahlreich. Offene und geschlossene Immobilienfonds, Aktienfonds, Hedgefonds, Schiffsfonds, Windkraftfonds und viele mehr. Die schwere Entscheidung für den einen oder anderen Fonds – oder für eine andere Anlageform wird meist durch Berater unterstützt, denn Otto Normalverbraucher ist von den Angeboten der Finanzwelt überfordert. Kann oft schon nicht zwischen den verschiedenen Fondstypen differenziert werden, fällt eine sachlichen Abwägung zwischen verschiedenen Assetklassen vielfach noch viel schwerer.

Ruhestand-Sparplan #3: das Sparbuch

… ist noch immer nicht ganz vom Tisch. Ebenfalls ein Klassiker in Deutschland, wurden schon viele Versuche unternommen, diese Sparform auszumerzen. Dennoch hält sich das Sparbuch hartnäckig, vor allem bei der älteren Bevölkerung.

Ruhestand-Sparplan #4: das Aktiendepot

Der Deutsche ist kein Risikotyp. Der Deutsche hat eine Abneigung gegen Aktien, vor allem seit der Krise 2008/2009. Zu tief sitzt noch die Angst vor der Börsenkrake. Dennoch gibt es genügend Deutsche, die eine sachlichere Herangehensweise an das Thema Börse und Aktieninvestment haben. Natürlich gibt es auch den Zocker, der an der Aktienbörse sein Glück versucht. Letzterer ist allerdings in der Minderzahl.

Mancheiner entschließt sich zu seinem persönlichen aktienbasierten Ruhestand-Sparplan, verwalten möchte er allerdings sein Aktiendepot nicht. Wer regelmäßig Positionen für das Aktiendepot erwirbt, kann diese bei langfristiger Planung der Käufe auch ruhen lassen und sich zum Ende eines Jahres über Kursgewinne der verschiedenen Papiere freuen. Nicht immer aber manchmal sind auch gute Nerven gefragt, wenn die Kurse der erworbenen Aktien im Depot Schwankungen ausgesetzt sind. Wer sich jedoch für eine langfristige Strategie entschieden hat, wird dies durchstehen.

Ruhestand-Sparplan #5: Lotto & Co.

Ja, so spaßig das klingen mag, es gibt doch eine ganze Reihe von Deutschen, die im wahrsten Sinne des Wortes ihr Glück im Spiel suchen. Die als Gewinn in Aussicht stehenden Summen sind ja auch beträchtlich. Auch von Sofortrenten von 5.000 Euro und mehr wird gesprochen. Natürlich ist auch der dem Glückspiel eigene Reiz des Risikos mit eine Triebfeder und die Hoffnung auf den plötzlichen „großen“ Gewinn hält sicher ein Leben lang an.


Bildnachweis: © unsplash.com – Alex wong

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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