Sehr gute Schiffsfonds: Für wen sind sie interessant?

Schiffsfonds sind geschlossene Fonds. Diese Art der Fonds ist für Anleger mit Weitblick, Geduld und Anlagekapital gut geeignet. Sehr gute Schiffsfonds können dabei auf vielen Ebenen überzeugen. Sie kombinieren eine hohe Renditechance mit nachhaltigen Investitionen, die für Anleger aller Klassen interessant sind. Wie können Anleger hier also profitieren?

Was sind Schiffsfonds? Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Schiffsfonds wird durch eine Gesellschaft gehalten. Diese investiert in ein Schiff oder in mehrere Schiffe, die in der Regel aus dem Bereich der Container- und Frachtschiffe stammen. Sie werden aufgekauft und anschließend gewinnbringend verchartert. Dieses Vorgehen bildet die Einkommensgrundlage für sehr gute Schiffsfonds.
  • Eine Besonderheit der Schiffsfonds ist hier der nennenswert große Anteil für steuerfreie Erträge. Diese kommen durch die sogenannte Tonnagesteuer zustande; eine für Schiffsfond übliche Gewinnermittlungsmethode.
  • Ein Nachteil, selbst für sehr gute Schiffsfonds, ist die hohe Mindesteinlage. Diese liegt häufig zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Darüber hinaus gibt es für die Einlagen natürlich keine Grenzen. Im Gegenzug kann man mit einem Gewinnertrag von bis zu 18 Prozent rechnen. Dieser ist wiederum an ein recht hohes Verlustrisiko gebunden.
Ein Nachteil, selbst für sehr gute Schiffsfonds, ist die hohe Mindesteinlage. Diese liegt häufig zwischen 10.000 und 20.000 Euro.(#01)

Ein Nachteil, selbst für sehr gute Schiffsfonds, ist die hohe Mindesteinlage. Diese liegt häufig zwischen 10.000 und 20.000 Euro.(#01)

Sehr gute Schiffsfonds sind geschlossene Fonds

Die Fonds werden ausschließlich in geschlossener Form angeboten. Dies bedeutet, dass eine Reihe von Sonderkonditionen an die Fonds gebunden werden. Ein geschlossener Fonds arbeitet über mehrere Phasen:

  • Investition
  • Wertevermehrung
  • Auflösung und Auszahlung

Während der Investitionsphase wird das benötigte Kapital zusammengetragen, und die Anteile des Fonds werden darüber auf die Investoren verteilt. Ist dies geschehen, wird der Schiffsfonds geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt sind weder Einlagen, noch Entnahmen von Kapital möglich. Entsprechend ist die Investition in einen Schiffsfonds eine bindende Transaktion.

Über einen festgeschriebenen Zeitraum wird das Investitionskapital durch die Gesellschaft verwaltet. In diesem Fall werden also Schiffe gekauft, und über das Verchartern wird ein Gewinn erzielt; ein Grund dafür, warum es sich hier um geschlossene Fonds handelt, die Akkumulation der Investition benötigt ausreichend Zeit.

Ist die Phase der Wertsteigerung abgeschlossen, wird der Fonds aufgelöst, und das erwirtschaftete Plus wird anteilig an die Investoren ausgezahlt.

Was kennzeichnet Schiffsfonds?

Die Anleger werden als Kommanditisten der Fondsgesellschaft gesehen. Die Gesellschaft gibt von Beginn an Auskunft darüber, wohin die Investitionen fließen werden. Privatanleger und institutionelle Anleger haben im Rahmen eines geschlossenen Schiffsfonds dabei kein Anrecht auf einen festen Zinssatz oder gar eine Rückzahlung des investierten Kapitals, dies bedeutet: Ein Totalverlust ist hier zu jeder Zeit möglich. In der Regel wird das Kapital für mindestens zehn Jahre festgelegt, aber auch Anlagezeiten von bis zu 25 Jahren sind denkbar.

 In der Regel wird das Kapital für mindestens zehn Jahre fest gebunden, aber auch Anlagezeiten von bis zu 25 Jahren sind denkbar.(#02)

In der Regel wird das Kapital für mindestens zehn Jahre festgelegt, aber auch Anlagezeiten von bis zu 25 Jahren sind denkbar.(#02)

Welche Risiken tragen die Schiffsfonds?

Selbst sehr gute Schiffsfonds sind kein Garant für einen nennenswerten Ertrag. Vor allem Fonds, die lediglich mit wenigen Schiffen arbeiten, bergen ein hohes Risiko. Kommt es hier zu nur einer falschen Investition, ist das Gesamtkapital schnell in Verlustgefahr. Aber auch die Investition in eine ganze Flotte kann zu einem finanziellen Desaster werden.

Neben einer unzureichenden Auslastung der Schiffe kommen weitere Faktoren zum Tragen, die unvorhersehbar sind:

  • Unfall
  • Naturkatastrophe
  • Krisensituation im Haupthandelsbereich

Eine recht spezielle Situation wäre zum Beispiel der Seeverlust von umweltgefährdenden Transportgütern. Hohe Strafen können ein profitables Geschäft schnell in einen Totalverlust verwandeln.

Auch das Währungsrisiko spielt eine Rolle. Für Seetransporte aller Art ist es üblich, Transaktionen in Dollar vorzunehmen. Kommt es zu einem Währungseinbruch, kann die Rendite über Nacht halbiert werden.

Wie sieht der Markt für Schiffsfonds aus?

Sehr gute Schiffsfonds sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Finanzwelt. Allerdings gibt es seit einigen Jahren einen Trend zu beobachten, der immer mehr Fondsgesellschaften dazu zwingt, den Aufbau von neuen Fonds stillzulegen.

Dieser Trend war interessanterweise das enorme Interesse an sehr guten Schiffsfonds. Anleger haben das hohe Potenzial der Fonds erkannt; sie galten für lange Zeit als der Heilige Gral der geschlossenen Fonds. Wenn aber jeder ein Stück vom Kuchen abhaben möchte, kommt es früher oder später zu nennenswerten Problemen. Und genau dies hat vielen Fonds in der Vergangenheit schwer zu schaffen gemacht.

Nachdem einige namhafte Gesellschaften ihren Anlegern mit hohen Verlusten gegenübertreten mussten, haben sich vor allem die deutschen Anleger als sehr skeptisch gegenüber den Schiffsfonds gezeigt. Dies hatte zur Folge, dass die Platzierung von neuen Fonds einen starken Rückgang erlebt hat.

Die Natur der geschlossenen Fonds macht es nun unmöglich, in gut laufende Projekte einzusteigen. Die geringe Angebotsrate der Fonds macht es schwer, sehr gute Schiffsfonds zu finden. Ein Dilemma, das Anleger und Gesellschaften gleichermaßen trifft. Experten vermuten außerdem, dass die Tonnagegewinnermittlung ein Ende finden könnte. Sie ist einer der Hauptgründe dafür, dass sehr gute Schiffsfonds hohe Renditen abwerfen.

Was ist die Tonnagegewinnermittlung?

Diese Gewinnermittlungsmethode wird speziell für Handelsschiffe im internationalen Verkehr verwendet. Die Methode wird gerne als Tonnagesteuer benannt, was allerdings nicht mit der Anwendung des Finanzinstrumentes übereinstimmt. Es handelt sich nicht um eine Steuer.

Die Methode dient dazu, den Pauschalgewinn zu ermitteln. Als Grundlage wird hier die Nettoraumzahl verwendet. Diese gibt die tatsächliche Größe des Schiffes an. Der Pauschalbetrag wird mit unter einem Cent pro Tonne berechnet. Dies lässt sich auf eine Steuerlast umrechnen, die unterhalb der klassischen Gewinnermittlung liegt. Das wird aktuell dadurch gerechtfertigt, dass die errechnete Steuerlast auch dann anfällt, wenn es keine tatsächlichen Gewinne gibt.

Das Thema wird immer wieder in der Finanzpolitik diskutiert. Es wird in vielen Bereichen davon ausgegangen, dass diese Art der Gewinnermittlung schon bald ein Ende finden könnte.

Als Grundlage wird hier die Nettoraumzahl verwendet. Diese gib die tatsächliche Größe des Schiffes an. (#03)

Als Grundlage wird hier die Nettoraumzahl verwendet. Diese gibt die tatsächliche Größe des Schiffes an. (#03)

Was macht einen sehr guten Schiffsfonds aus?

Das Vertrauen der Anleger in Schiffsfonds zeigt einen leichten Aufwärtstrend. Dies hat dazu geführt, dass in den Jahren 2016 und 2017 neue Angebote auf dem Markt zu finden waren. Für interessierte Anleger gibt es für die Auswahl der Kapitalanlage eine Reihe von Punkten zu beachten.

Unabhängig von der Art des geschlossenen Fonds, müssen sich Anleger bewusst sein, dass ein frühzeitiges Ausscheiden nur unter hohem Kostenaufwand möglich ist. Dies resultiert immer in einem finanziellen Verlust. Das Investitionskapital sollte daher unbedingt uneingeschränkt für eine Langzeitinvestition zur Verfügung stehen.

Exkurs: Schiffsfonds Zweitmarkt

Der einfachste Weg, sich aus einem Schiffsfonds zu kaufen, ist der Zweitmarkt. Hier können Anteile an interessierte Investoren verkauft werden. Das Kapital bleibt damit weiterhin im Fonds gebunden, der Investitionsbesitz wird jedoch an einen neuen Anleger abgetreten. Auch wenn dieser Weg der schnellste und einfachste ist, ist er dennoch weiterhin sehr kostspielig. Ohne einen nennenswerten Verlust, lassen sich diese Anteile kaum veräußern.

Sehr gute Schiffsfonds sind in der Lage, auf mögliche Marktveränderungen schnell zu reagieren. Die Schiffe sollten daher in der Lage sein, in diversen Frachtbranchen tätig zu werden, und sie sollten mit den benötigten Fahrtenerlaubnissen ausgestattet sein. Dieses Thema ist recht komplex, und es benötigt ein umfangreiches Fachwissen, um hier eine informierte Entscheidung treffen zu können. Es lohnt sich, eine Beratung im Anspruch zu nehmen, möchte man sehr gute Schiffsfonds finden.
Zu guter Letzt müssen die Rahmenbedingungen zu den individuellen Anforderungen passen:

  • Laufzeit
  • Mindesteinlage
  • Renditeziele

Hinweis
Die Investition in sehr gute Schiffsfonds kann auch eine moralische Frage aufwerfen. Wer sich für den Bereich Fair Trade interessiert, der möchte ungern in Schiffe investieren, die auf den Transport von Billiggütern aus Asien spezialisiert sind.

Die Investition in sehr gute Schiffsfonds kann auch eine moralische Frage aufwerfen.(#04)

Die Investition in sehr gute Schiffsfonds kann auch eine moralische Frage aufwerfen.(#04)

Was sind die rechtlichen Grundlagen von Schiffsfonds?

Ein Schiffsfonds wird zumeist in Form der GmbH & Co. KG gestaltet. Anleger können sich am Kommanditkapital der Gesellschaft beteiligen. Diese Beteiligung kann über Banken oder über einen freien Vermittler abgewickelt werden. Die GmbH wird hier als der persönlich haftende Gesellschafter angesehen. Sie ist somit auch als offizielle Geschäftsführung zu sehen.

Anleger haben als Kommanditisten keine Entscheidungsgewalt und können die Geschäftsführung nicht aktiv beeinflussen. Für die Investoren gibt es zwei Möglichkeiten, die eigene Teilhaberschaft zu strukturieren:

  • Eintrag in das Handelsregister als Kommanditist
  • Gesellschaftsbeteiligung als Treuhänder

Abhängig von der Investitionssumme, werden die Fonds durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) reguliert und überwacht. Die Fonds müssen mit der BaFin registriert sein. In welchem Umfang eine Kontrolle stattfindet, wird durch das Kapital bestimmt. Ab einer Summe von 100 Millionen Euro kommt es zu einer strengen Kontrolle der Fonds.

Der Gesellschafts- und Treuhandvertrag wird durch den Anbieter gestaltet. Dies hat zur Folge, dass es hier eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt. Einige Verträge sind für alle Beteiligten fair und sehr transparent gestaltet. Andere definieren eine Vielzahl von Bereichen für die Anleger sehr genau:

  • Auskunftsrecht
  • Eingriffsrecht
  • Kontrollrecht
  • Mitbestimmungsrecht

Was sind die steuerlichen Grundlagen von Schiffsfonds?

Die Gesellschaft ist dazu verpflichtet, die Gewinne im Ganzen zu ermitteln und diese anteilig nach Vertragsvorlagen auf die jeweiligen Investoren umzulegen. Dabei werden die tatsächliche Höhe der Ausschüttung und der Gewinnanteil separat voneinander betrachtet. Der Gewinnanteil für Anleger ist als eine Einkunft aus einem Gewerbebetrieb anzusehen.

Die Einkünfte der Gesellschaft, die den Schiffsfond hält, werden über den Gewerbebetrieb erzielt. Sie kann dabei den steuerrechtlichen Gewinn über die bereits genannte Tonnagesteuer ermitteln. Um dies rechtlich geltend zu machen, müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein:

  • Das Schiff ist im internationalen Schiffsverkehr tätig
  • Bereederung des Schiffes erfolgt im Inland
  • Das Schiff ist in einem deutschen Register eingeschrieben
  • Die Fondsgesellschaft hat den Sitz der Geschäftsleitung im Inland

Die Gesellschaft bindet sich für einen Zeitraum von zehn Jahren an diese Gewinnermittlungsmethode, unabhängig von den tatsächlich eingefahren Gewinnen.

Lohnt sich die Investition in Schiffsfonds?

Eine Frage, die Anleger nun wieder häufiger beschäftigt, blickt auf die Profitmöglichkeiten von sehr guten Schiffsfonds. Für Investoren gilt hier weiterhin, das die Fonds hoch riskant sind. Obwohl sich der Markt für die Fonds ein wenig stabilisiert hat, sind die Risiken weiterhin sehr groß. Kommt es erneut zu einem Einbruch in der Schifffahrtsindustrie, werden Hunderte von ehemalig erfolgreichen Fonds in die Insolvenz gehen.

Optimisten beziehen sich auf einen Anstieg in der Nachfrage nach Charterschiffen, der in den vergangenen Monaten weltweit zu verzeichnen war. Weniger enthusiastisch eingestellte Anleger nennen nicht nur das drohenden Ende der Tonnagesteuer als ein Grund, die Finger von den Schiffsfonds zu lassen, sondern auch die ungewisse Zukunft von großen, globalen Handelsabkommen.

Optimisten beziehen sich auf einen Anstieg in der Nachfrage nach Charterschiffen, der in den vergangen Monaten weltweit zu verzeichnen war.(#05)

Optimisten beziehen sich auf einen Anstieg in der Nachfrage nach Charterschiffen, der in den vergangen Monaten weltweit zu verzeichnen war.(#05)

Für wen eignet sich die Investition in sehr gute Schiffsfonds?

Generell ist die Investition in geschlossene Fonds für Anleger mit ausreichend Kapital und Langzeitplänen passend. Wer nicht für den gesamten Anlagezeitraum auf die Investitionssumme verzichten kann, der sollte sich nicht durch hohe Renditemöglichkeiten blenden lassen. Zum einen stehen diese immer einem hohen Verlustrisiko gegenüber; zum anderen ist das Kapital in einem geschlossenen Fonds unweigerlich gebunden.

Wer einen guten Überblick über die aktuelle Situation am Markt der Charterschiffe hat, kann diesen Vorteil klar für die Fondsauswahl nutzen. Denn tiefgehendes Wissen kann dabei helfen, einen Schiffsfonds zu wählen, der selbst zu turbulenten Zeiten noch solide Zahlen hervorbringen kann. Wichtig ist der Blick auf die regionale Entwicklung. Ist absehbar, dass es zum Beispiel durch Sanktionen oder die Ausweitung von Krisenregionen einen Einbruch im Bereich der Schifffahrtsindustrie geben wird, ist eine Investition entsprechend unpassend.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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