Was macht man mit dem Geld?

Geld richtig anlegen – dafür gibt es gerade bei den niedrigen Zinsen kein Patentrezept. Ob Festgeld, Tagesgeldkonto oder Aktien: Eine Vielzahl an Möglichkeiten steht hierbei offen. Die wichtigsten Tipps zum Thema Investment finden Sie hier.

Tagesgeld, Aktien, Sparbuch: Auf die Varianz kommt es an

Wer Geld bzw. sein Vermögen anlegen möchte, der sollte zuerst einmal einen globalen Blick auf das Vermögen werfen und die Anlagemöglichkeiten nicht nur als kurzfristige Lösung sehen, sondern die Investmentoptionen auf Langzeittauglichkeit prüfen. Generell gilt, dass zunächst einmal die Liquidität abgesichert sein muss. Erst, wenn dies der Fall ist, kann über eventuelle Anlagemöglichkeiten nachgedacht werden.

Bei der Erwägung der verschiedenen Investmentoptionen gilt es, auf eine gewisse Varianz zu achten. Je nach persönlicher Präferenz und den individuellen Bedürfnissen sollte zum einen eine langfristige (Alters-) Versorgung gewährleistet sein. Gleichermaßen ist es ebenfalls sinnvoll, zum Teil auf kurzfristige Anlagemöglichkeiten zu setzen.

Tagesgeld beispielsweise kann, wie der Namen schon sagt, täglich abgehoben werden. Ein solches Konto eignet sich hervorragend für all diejenigen, die größere Summen mittelfristig ‚parken‘ möchten, aber gleichermaßen eine gewisse Flexibilität wahren möchten.

Die Frage ‚Was macht man mit dem Geld?‘ kann also nicht pauschal beantwortet werden. In erster Linie kommt es darauf an, dass sich der Sparer mit der Anlagemöglichkeit für das Vermögen wohlfühlt. Dafür ist es ratsam, zunächst einmal die eigene Situation zu analysieren, um gewinnbringende Erkenntnisse für die verschiedenen Anlageoptionen zu erlangen.

Die Frage ‚Was macht man mit dem Geld?‘ kann also nicht pauschal beantwortet werden. In erster Linie kommt es darauf an, dass sich der Sparer mit der Anlagemöglichkeit für das Vermögen wohlfühlt. (#01)

Die Frage ‚Was macht man mit dem Geld?‘ kann also nicht pauschal beantwortet werden. In erster Linie kommt es darauf an, dass sich der Sparer mit der Anlagemöglichkeit für das Vermögen wohlfühlt. (#01)

Die eigene Lebenssituation im Blick haben

Investmentfragen sollten – egal, um welche Summen es sich handelt – nicht leichtsinnig beantwortet werden. Zunächst ist es ratsam, einmal die eigene Situation und eventuelle Zukunftspläne näher zu betrachten. Einige der untenstehenden Fragen helfen in jedem Fall bei der Planung der Vermögensverwaltung:

  • Wie viel Geld steht mir zur Verfügung?
  • Welche Summe soll angelegt werden?
  • Wie lange kann ich auf das Geld verzichten?
  • Habe ich Schulden zu tilgen? Wenn ja, wie lange?
  • Steht in nächster Zeit eine größere Anschaffung an?
  • Bin ich risikofreundlich?
  • Wie wichtig ist mir Sicherheit?
  • Wie wichtig ist mit Flexibilität?

Sind diese Fragen geklärt, kann es darum gehen, das Vermögen oder einen Teil davon sinnvoll anzulegen. Mit einem versierten Experten ist dies besonders einfach – es ist jedoch ratsam, sich vorher mit dem Kreditinstitut sowie den unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten auseinandergesetzt zu haben, um zu wissen, wovon der Berater spricht. Einen Vergleich verschiedener Anlagemöglichkeiten finden Sie nachfolgend.

Video: Alles, was Du über Tagesgeld wissen musst!

Flexibilität mit einem Tagesgeldkonto

Tagesgeld ist eine praktische Option, um Geld auf die hohe Kante zu legen für eventuelle Zwischenfälle. Eine kaputte Waschmaschine, ein Autounfall oder eine größere Zahnbehandlung – all das sind Fälle, in denen es gut ist, ein wenig Erspartes auf der Seite liegen zu haben, auf das sich schnell zugreifen lässt. Ein Tagesgeldkonto ermöglicht den Zugriff auf das Ersparte, abhängig von der Bank, in der Regel rund um die Uhr bzw. in jedem Falle täglich.

Flexibilität wird beim Tagesgeld also sehr großgeschrieben. Gleichermaßen sind die Zinsen auf einem Tagesgeldkonto in der Regel höher als auf dem Sparbuch oder gar dem Girokonto. Bis zu einem gewissen Betrag, in Deutschland sind das in der Regel 100.000 Euro, ist das Tagesgeldkonto im Normalfall auch durch eine Einlagensicherung abgesichert. Das Eröffnen eines Tagesgeldkontos bringt also viele Vorteile mit sich.

Es ist dennoch anzumerken, dass ein Tagesgeldkonto normalerweise nicht für den alltäglichen Zahlungsverkehr genutzt werden kann. In der Regel achten die Banken und Kreditinstitute darauf, dass nicht zu viele Buchungen über das Konto laufen. Der Zinssatz des Tagesgeldkontos kann außerdem in Abhängigkeit zum Leitzins jederzeit gesenkt werden.

Diese Varianz unterscheidet das Tagesgeld von festgeschriebenen Sparbriefen, die eine gewisse Verzinsung garantieren – aber auch das Geld längere Zeit aus der Verfügungsmacht des Vermögenden nehmen. Generell ist ein Tagesgeldkonto für jedermann empfehlenswert, da es relativ viel Freiraum lässt, das Geld aber auch vom Girokonto nimmt – so kann es zu Ansparzwecken und für den Notfall angelegt werden.

Video:10000 Euro anlegen in Festgeld, Geld sicher anlegen, Geld anlegen

Festgeldkonto: Vermögen zum besseren Zinssatz anlegen

Was ein guter Zinssatz ist, darüber lässt sich gerade in Zeiten, wo der Leitzins vonseiten der Europäischen Zentralbank (EZB) stetig gesenkt wird, streiten. Fakt ist: Je länger das Geld angelegt wird, desto höher sind in den meisten Fällen die Renditen. Im Vergleich zum Tagesgeldkonto zeigt sich das Festgeldkonto etwas rentabler. Selbstverständlich kommt die Höhe des Zinssatzes auch immer auf den eingelegten Betrag an.

Oftmals sind die Zinssätze von Festgeldkonten jedoch höher und dieser Zinssatz wird auch über die gesamte Zeit, in der das Geld angelegt ist und dem Vermögenden nicht zur Verfügung steht, festgeschrieben. Anders als beim Tagesgeld, wo sich die Zinssätze ändern können, bleibt dieser beim Festgeldkonto auf eine bestimmte Zeit gleich. Ein weiterer Vorteil des Festgeldkontos ist es, dass dieses an kein Risiko geknüpft ist.

Ist die Laufzeit des Festgeldkontos abgelaufen, erhält der Vermögende sein komplettes Erspartes inklusive aller Zinsen zurück. Gerade, wer großen Wert auf Sicherheit legt, ist mit einem Festgeldkonto gut bedient. Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass das Festgeld für eine vertraglich festgelegte Laufzeit dem Sparer nicht zur Verfügung steht. Das heißt, es sollte nur Geld in ein Festgeldkonto eingezahlt werden, das auch wirklich nicht benötigt wird.

Eine vorzeitige Kündigung der Laufzeit wird teilweise durch Klauseln erlaubt, jedoch geht dies in der Regel immer mit einem Verlust für den Sparer einher. Die Konditionen für ein Festgeldkonto variieren übrigens in den meisten Fällen von Bank zu Bank. Ein Festgeldkonto zeigt sich also besonders sicher, ist in der Regel aber nur in einem geringen Maße gewinnbringend.

Video:Aktien einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)

Hohe Renditen möglich: Aktien und Wertpapiere

Wer Geld bzw. Vermögen zur Verfügung hat, der kann auch in Aktien investieren. Aktien und andere Wertpapiere haben das Potenzial, hohe Gewinne durch Wertsteigerungen möglich zu machen. Gleichermaßen besteht aber auch das Risiko für den Investor, Verluste einzufahren, weil die Wertpapiere Wertverluste einfahren. Es ist ratsam, nur Geld auf Aktien zu setzen, das nicht kurzfristig gebraucht wird.

Wer schnell Aktien verkaufen muss, der kann eventuelle Tiefs nicht aussitzen, sondern muss verlustreich kaufen. Auf langfristige Sicht zeigen sich Aktien aber deutlich gewinnbringender als Sparbuch, Tagesgeld und Festgeldkonto. Eine große Auswahl an potenziellen Aktienindizes ermöglicht es den Anlegern, gleichermaßen die für sie passenden Aktien zu finden sowie sich auf dem Markt zurechtzufinden.

Ein weiterer Pluspunkt von Aktien sind auch die jährlichen Auszahlungen der Dividenden an die Aktionäre. Dennoch sollte bei Aktien stets im Hinterkopf behalten werden, dass schlechte Publicity oder eine Fusionierung von Unternehmen verheerende Folgen auf dem Aktienmarkt haben können. Gerade in Krisenzeiten ist das Risiko hoch, dass der Wert der gekauften Aktien in den Keller fällt – Verluste bis zu 100 % sind dann möglich.

Ferner kann bei dem An- und Verkauf nicht mit einer festen Rendite gerechnet werden, anders ist das bei den oben genannten Anlagemöglichkeiten. Seit dem Jahr 2009 müssen Kursgewinne in Deutschland außerdem versteuert werden, was den tatsächlichen Gewinn mindert. Wer risikofreundlich ist und sich auf die Spielregeln an der Börse einlassen kann und möchte, für den sind Aktien eine rentable Investitionsmöglichkeit.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: eyetronic-#01:Nonwarit _

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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