Neolix: Driverless Delivery im Central-Business-District der Städte

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Neolix erhält die Lizenz zum Fahren: Das einstige chinesische Start-up hat sich erst in 2020 zum ersten Unternehmen der Welt erklärt, welches auf Driverless Delivery im Central-Business-District setzt. Autonomes Fahren wird auf eine neue Ebene gesetzt.

Neolix: Mit der Lizenz für autonomes Fahren

Neolix bekam zum 25. Mai 2021 die Erlaubnis, nun auch auf öffentlichen Straßen unterwegs sein zu dürfen und kann den Central-Business-District befahren.

Die autonomen Fahrzeuge des chinesischen Herstellers, für den die neue Richtlinie für „Driverless Delivery“ gilt, sollen nun in der Innenstadt unterwegs sein dürfen und sich über 5G intelligent miteinander vernetzen. Bis Ende 2021 erwarten Experten, dass mehr als 50 dieser autonomen Fahrzeuge unterwegs sein werden und sich um die Zustellung von Waren und Dienstleistungen kümmern. Diese werden nicht nur an Firmen geliefert, sondern direkt an den Endverbraucher!

Neolix ist begeistert und geht davon aus, dass die Kapazität von bis zu 10.000 autonomen Fahrzeugen in der Wujin Hi-Tech Zone besteht. In dieser Fertigungslinie werden die Fahrzeuge montiert und ihre Sensoren kalibriert. Ähnliche Pilotprojekte gab es in der Vergangenheit bereits mit Nuro und mit dem Amazon Scout.

Video: Neolix- The World’s First L4 Autonomous Vehicle Super Factory

Vorteile des autonomen Fahrens mit Neolix

Bei Neolix kennt man die Vorzüge des autonomen Fahrens und konnte dieser bei der Beantragung der Erlaubnis zum Fahren im Central-Business-District anführen:

  • mehr Sicherheit für Passanten (Konzentration der Roboter auf Menschen außerhalb des Fahrzeugs
  • Geschwindigkeit der Umgebung anpassbar (viele Menschen oder kaum Fußgänger)
  • geringer Stromverbrauch
  • günstige Herstellung
  • begrenzte Anforderungen an die Kartierung (Start- und Endpunkt ist immer das eigene Lager)
  • tagesaktuelle Lieferungen möglich

Neolix sieht zahlreiche Anwendungen für autonome Fahrzeuge

Laut Neolix gibt es ein breites Anwendungsgebiet für autonome Fahrzeuge, die im Einzelhandel, im Bereich Sicherheit und Finanzen zum Einsatz kommen können. Der Central-Business-District war schon lange Testort, wobei der Hersteller aus China auf Probefahrten im Yicheng International Büropart ebenso setzte wie im Pekinger Yizhuang Biomedical.

Die Mitarbeiter der Firmen nutzen die autonome Technologie zum Beispiel zur Essenslieferung. Bestellungen per Bildschirmauswahl und Durchsage über das Smartphone sind einfach, die Menschen bekommen ihre Bestellungen umgehend ausgeliefert. Durch eine Cargo-Box an Bord des Fahrzeugs bleiben temperaturempfindliche Lieferungen frisch.

Sechs Level für das autonome Fahren

Beim autonomen Fahren gibt es nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch diverse Grautöne.

Damit sind es insgesamt sechs Level, die Experten zur Beschreibung des aktuellen Fortschritts ansetzen:

  • 1. Stufe
    Die Society of Automotive Engineers (SAE) sieht die meisten Fahrzeuge auf der ersten Stufe. ADAS gibt es noch nicht (keine fortschrittlichen Fahrerassistenzsysteme).
  • 2. Stufe
    Die SAE setzt hier die erste Automatisierungsstufe an: Möglich sind Assistenzsysteme wie Tempomat oder Lenkhilfe, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung ist ebenfalls erlaubt. Der Mensch ist allerdings noch der Hauptverantwortliche.
  • 3. Stufe
    ADAS werden verwendet, die SAE nennt dies die dritte Stufe der autonomen Fahrzeuge. Lenken, Bremsen und Beschleunigen werden gesteuert, der Mensch kann aber jederzeit selbst zum Fahrer werden und übernimmt bei Bedarf die Kontrolle.
  • 4. Stufe
    ADAS werden üblicherweise verwendet, das Fahrzeug besitzt eine automatische Umwelterkennung. 5G muss ab dieser Stufe vorhanden sein, damit die Fahrzeuge miteinander kommunizieren können.
  • 5. Stufe
    Die Kommunikation läuft über 5G, der Mensch kann manuell eingreifen, das autonome Fahren ist aber auch vollständig durch das Fahrzeug möglich.
  • 6. Stufe
    Menschliche Handlungen werden nicht mehr benötigt, über Pedale oder Lenkung kann niemand mehr eingreifen. Wie die Fahrzeuge von Neolix haben vollständig autonome Fahrzeuge keine solchen Elemente mehr. Wichtige Voraussetzung für den Einsatz dieser Technik ist die flächendeckende Vernetzung über 5G.

Über Neolix

Neolix widmet sich auch in Zukunft den Themen 5G, autonomes Fahren und Internet of Vehicles und wird den kommerziellen Einsatz der autonomen Fahrzeuge weiter vorantreiben. Die Fahrzeuge des chinesischen Herstellers haben die Konkurrenz unter anderem aus den USA abgehängt und werden bereits in mehr als 30 Städten des Landes eingesetzt.

Künftig sollen die autonomen Fahrzeuge auch in den USA, in Deutschland sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Gehwege und Straßen rollen. Das Unternehmen arbeitet daran und ist dank der kürzlich erfolgten Lizenzvergabe weltweit führend auf dem Gebiet der autonomen Fahrzeuge.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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