Wie sicher ist Gold: Lohnenswerte Geldanlage oder nicht?

Wer in Sachen Geldanlage auf hohe Sicherheit setzt, der war in der Vergangenheit mit Gold gut beraten. Denn hier kam es über Jahrzehnte nicht zu Wertverlusten, und ein stabiler Zuwachs machte das Edelmetall zu einer lukrativen Investition. Aber wie sicher ist Gold heute noch? Können Anleger auf lange Sicht auf Wertstabilität hoffen?

Gold: Die bekannte Geldanlage

Das glänzende Edelmetall ist für lange Jahre der klare Gewinner unter den Sachwerten gewesen. Eine Investition in Gold war als ein sicherer Garant für gute Renditen bekannt. Allerdings kam es im Jahr 2013 zu einem nennenswerten Einbruch. Das einst so geliebte Edelmetall verlor innerhalb kürzester Zeit knapp ein Drittel seines Wertes. Bis heute liegt der Goldwert bei unter 1300 US-Dollar, ähnlich gering wie im Jahr 2013.

Investoren aller Klassen haben in der damaligen Krise nennenswerte Summen verloren. Wer sein Erspartes zu diesem Zeitpunkt in Barren, Münzen und Anteile investiert hatte, verlor über Nacht ein Drittel der als sicher geltenden Wertanlage. Bedeutet dies nun aber, dass die Investition in Gold Schnee von gestern ist? Wie sicher ist Gold heute?

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Experten sind wenig beunruhigt

Wer in Gold investiert, sollte darauf verzichten, auf drastische Marktbewegungen unüberlegt zu reagieren. Denn Gold ist keine klassische Geldanlage. Hier geht es nicht darum, eine möglichst gute Spekulation zu tätigen, um schnell eine gute Rendite zu sichern. Anleger müssen Geduld zeigen und die Investition erst dann angreifen, wenn sie wirklich benötigt wird. Denn selbst die hohen Preisschwankungen der vergangenen Jahre werden von Experten als normaler Kursverlauf eingestuft, also kein Grund zur Panik.

Tipp

Innerhalb eines Depots ist Gold eine gute Versicherung, um Werteinbrüche in anderen Bereichen abzufangen. Denn in der Regel entwickelt sich der Goldpreis gegenläufig zu anderen Investitionswerten.

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Wie sicher ist Gold? Die Meinungen gehen auseinander

Unabhängig von der tatsächlichen Wertentwicklung, gibt es grundsätzlich zwei Anlage-Typen, kommt es zum Thema Gold:

  • Die einen sind geradezu in das schimmernde Edelmetall vernarrt. Sie sammeln Münzen, Goldbarren und Schmuck in allen Varianten. Sie sehen in der Investition den Heiligen Gral der sicheren Geldanlage.
  • Auf der Gegenseite stehen die klaren Skeptiker. Sie sehen in Gold eine verschwendete Möglichkeit, echte Renditen zu erzielen. Gegenargumente wie unnötige Lagerkosten und geringe Renditechancen sind immer wieder zu hören.

In einer Sache sind sich beide Seiten allerdings einig. Für den Vermögensaufbau ist Gold keine gute Option. Es bietet exzellente Sicherheiten, jedoch wenig Wachstumschancen. Schon gar nicht für kurzfristige Geldanlagen.

Wie wird der Preis von Gold beeinflusst?

Die Wertentwicklung für klassische Investitionen hängt häufig rein von der Nachfrage ab. Für Gold ist dies nicht der Fall. Dies macht das Edelmetall auch in konjukturschwachen Phasen zu einer soliden Geldanlage. Auf der anderen Seite hebt das Wirtschaftswachstum den Preis für die Goldbarren an. Denn das seltene Edelmetall wird innerhalb der Industrie für eine Vielzahl von Einsatzbereichen benötigt.

Eine generell gute Wirschaftslage hebt also die allgemeine Nachfrage für Edelmetalle an:

  • Silber
  • Platin
  • Gold

Eine direkte Reaktion darauf ist in der Regel der Ausbau der Goldgewinnung. Innerhalb einer zumeist absehbar kurzen Zeit ist der Markt entsprechend mit zu viel Gold überschwemmt, und der Preisanstieg des Goldes wird gestoppt.

Auch die Investitionspsychologie spielt eine Rolle. Denn zu renditestarken Börsenzeiten sind Anleger schneller bereit, auf riskante Investitionen zu setzen. Gold ist daher weniger interessant als zum Beispiel Aktien. Denn im direkten Vergleich zum Edelmetall, geben die Aktien nicht nur bessere Renditen, sie werfen die Gewinne auch sehr schnell ab.

Das Edelmetall ist auch in einer konjukturschwachen Phasen eine soliden Geldanlage. Auf der anderen Seite hebt das Wirtschaftswachstum den Preis für die Goldbarren an. (#02)

Das Edelmetall ist auch in einer konjukturschwachen Phasen eine soliden Geldanlage. Auf der anderen Seite hebt das Wirtschaftswachstum den Preis für die Goldbarren an. (#02)

In welcher Form können Anleger Gold erhalten?

Unabhängig von der Frage “Wie sicher ist Gold?”, haben Anleger für den Erwerb des Edelmetalls eine Vielzahl von Möglichkeiten. Besonders beliebt sind allerdings die Goldbarren. Diese werden in diversen Größen angeboten. Kleine Barren beginnen bereits bei einem Gewicht von 0,5 Gramm. Aber auch Barren von bis einemKilogramm sind erhältlich. Goldhändler geben an, dass der Verkauf der Barren einen Großteil des Umsatzes ausmacht.

Exkurs: Was ist eine Unze?

Der Preis für Gold wird gewöhnlich in Unzen angeben. Eine Unze hat dabei ein Gewicht von 31,1034768 g. Die Goldunze ist nicht zu verwechseln mit der Avoirdupois Unze. Diese hat ein Gewicht von 28,349523125 g und wird vor allem für das Wiegen von Lebensmitteln verwendet.

Gold wird aber nicht nur in Form von Barren, sondern auch sehr gern als Münze und als Schmuck angeboten. Die Münzen sind dabei vor allem praktischer als die Barren. Sie sind leichter zu verstauen und zu transportieren.

Hinweis

Zu einem Schmuckstück verarbeitet, kann der Wert für die Investition weit über dem Materialwert liegen. Speziell gefertigte Schmuckstücke, zum Beispiel aus einer bestimmten Goldschmiede, haben nicht selten einen hohen Sammlerwert. Auch die Kombination mit Edelsteinen und anderen Edelmetallen bestimmt den Gesamtwert des Stückes. Die korrekte Nennung des Preises ist für Schmuckstücke nicht immer einfach und sollte durch einen Experten durchgeführt werden.

 

Eine Unze hat dabei ein Gewicht von 31,1034768 g.(#03)

Eine Unze hat dabei ein Gewicht von 31,1034768 g.(#03)

Wie sicher ist Gold? Am besten als Barren kaufen

Wer sich für die Langzeitinvestition in Gold entscheidet, der ist mit dem Kauf von Barren am besten bedient. Allerdings nur dann, wenn man ausreichend Kapital vorzuliegen hat, das Gold in großen Barren zu kaufen. Denn je geringer das Gesamtgewicht der Barren, umso höher der Preis. Entsprechend sind fünf 100 g Barren teurer als ein 500 g Barren.

Tipp

Die richtige Mischung macht es aus. Wer lediglich einen Teil seines Goldes veräußern möchte, aber nur große Barren vorliegen hat, er muss diese zuschneiden lassen. Das verursacht nicht nur Extrakosten, es mindert auch den Gesamtwert des ursprünglichen Blocks. Entsprechend sollten im Depot sowohl kleine, als auch große Barren vorhanden sein, um mögliche Transaktionen passend zusammenzustellen.
Aufpassen bei Sammlerstücken

Wie sicher ist Gold? Eine Frage, die vor allem für hochpreisige Sammlerstücke zum Tragen kommt. Denn hier ist es nicht nur der Materialwert, der relevant ist. Echt Kenner sind in der Lage, eine Münze nach dem tatsächlichen Marktpreis zu bewerten. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle:

  • Gewicht
  • Prägung
  • Auflage

Wer nicht aufpasst, der bezahlt schnell mehr für eine Münze oder ein anderes Sammelstück aus Gold, als es tatsächlich wert ist. Dies ist kein Problem, möchte man das Stück aus persönlichen Gründen besitzen. Allerdings sehr ärgerlich, ist es als eine Investition gedacht.

Wann sollte man auf den Kauf von Gold verzichten?

Dass Gold nicht die richtige Wahl für kurzfristige Anlagen ist, macht es zu einer sehr speziellen Investitionsform. Denn wer den Ankauf und Abverkauf von Goldbarren innerhalb von ein oder zwei Jahren plant, der wird kaum eine Preissteigerung sehen, unter Umständen kommt es sogar zu einem Verlust. Entsprechend spielt der aktuelle Wert des Edelmetalls für den Kauf nur bedingt eine Rolle.

Auf lange Sicht gesehen ist davon auszugehen, dass das Edelmetall eine Wertsteigerung erfahren wird. Denn selbst ein nennenswerter Verlust gleicht sich früher oder später wieder aus. Ein wirklich guter oder schlechter Zeitpunkt ist somit für den Kauf von Gold kaum gegeben. Es ist in der Tat der Abverkauf, der mit Bedacht gewählt werden muss.

Fazit: Gold bleibt eine sichere Investition

Wer sich unsicher ist, wie sicher Gold heute noch als Investition ist, der kann beruhigt sein. Denn das Edelmetall erfreut sich immer wieder einer guten Nachfrage. Auch wenn hier viel Geduld gefragt ist, ist mit einem Verlust nicht zu rechnen.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: Roman Bodnarchuk – #01:diez artwork – #02:sumire8 – #03:Bjoern Wylezich

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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