Elka plant vierzig Prozent weniger CO?-Ausstoß in Morbach künftig

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Elka richtet seine Produktion in Morbach mit einem umfassenden Ausbau auf die Anforderungen der kommenden Jahre aus. Das Vorhaben umfasst Investitionen im hohen zweistelligen Millionenbereich in eine modernisierte Spanplattenfertigung und eine neue Energieanlage. Der Umbau wird bei laufendem Betrieb bis 2028 durchgeführt. Verbesserte Verfahren, breitere Plattenformate und künstliche Intelligenz sollen Leistung, Qualität und Ressourceneffizienz steigern. Nach Unternehmensangaben wird eine deutliche Emissionsminderung angestrebt. Zugleich dient sie Wertschöpfung und Arbeitsplätzen vor Ort.

Rekordinvestition schafft wirtschaftliche Perspektive für Elkas Werk in Morbach

Die Zukunft des Standorts Morbach im Überblick (Foto: Frank Gemeinhardt)

Die Zukunft des Standorts Morbach im Überblick (Foto: Frank Gemeinhardt)

Die Entscheidung für eine neue Anlage in Morbach basiert bei elka auf einer langfristigen wirtschaftlichen Bewertung. Das Unternehmen investiert mehr als einen Jahresumsatz und setzt damit den größten finanziellen Impuls seiner 120-jährigen Geschichte. Karl-Robert Kuntz zufolge reichte die Ertragskraft der bisherigen Fertigung nicht aus, um ihren Betrieb dauerhaft zu rechtfertigen. Das Vorhaben konnte vorbereitet werden, weil technische Lösungen, behördliche Freigaben, Finanzierungsmöglichkeiten und die Nachfrage am Markt zusammenpassten und tragfähig waren.

Modernes Zuschnittzentrum stärkt die Grundlage kommender Produktionsinvestitionen nachhaltig deutlich

Elka modernisiert seine Spanplattenproduktion seit 2022 in einem fortlaufenden Verfahren, das die Verfügbarkeit der bestehenden Fertigung wahrt. Während die Produktion weiterläuft, wurden zentrale technische Einheiten erneuert. Dazu gehören ein modernes Zuschnittzentrum, die Messerringzerspanung sowie Anlagen für die Siebung und das Beleimen des Materials. Die Maßnahmen sorgen für präzisere Abläufe bei der Rohstoffaufbereitung und Weiterverarbeitung. Gleichzeitig bereiten sie die Infrastruktur auf jene Ausbauabschnitte vor, die den höchsten Kapitaleinsatz des Gesamtprojekts erfordern.

Erweiterung kombiniert Wärmeversorgung, Rohstofflagerung und leistungsfähige Formpressentechnik am Standort

elka Richtfest 2026 (Foto: Frank Gemeinhardt)

elka Richtfest 2026 (Foto: Frank Gemeinhardt)

Im Rahmen der Modernisierung entsteht eine leistungsfähige Kombination aus Energieanlage, Trocknungstechnik, Lagerung und Pressenfertigung. Die Biomasse-Energieanlage stellt knapp 20 Megawatt Wärmeleistung bereit. Der Niedertemperaturtrockner nutzt diese Energie für schonende und effiziente Trocknungsprozesse. Sägespäne und Hackschnitzel werden in geschlossenen Lagern bevorratet. Die neue Form- und Pressenstraße besitzt eine Aufstellungslänge von etwa 165 Metern. Sie schafft Voraussetzungen für ein breiteres Angebot an Plattenformaten, höhere Durchsätze und verbesserte Qualitätswerte. DIEFFENBACHER liefert Kesselhaus und Presse.

Modernes Energiekonzept reduziert Emissionen und steigert betriebliche Effizienz zugleich

Der Umbau des Werks verfolgt eine Strategie, die Produktion, Energieversorgung und Umweltwirkung gemeinsam betrachtet. elka erwartet, dass die CO? Emissionen am Standort Morbach infolge der Maßnahmen um rund 40 Prozent zurückgehen. Im Zentrum stehen eine Biomasse Energieanlage sowie ein Trockner, der bei niedrigen Temperaturen arbeitet. Beide Systeme sollen den Wärmebedarf decken und den Energieeinsatz senken. Dies verbessert die Kalkulationsgrundlagen der Fertigung, erhöht die Prozesseffizienz und unterstreicht Anspruch einer ressourcenschonenden Produktion.

Intelligente Analysen sichern dauerhaft effizientere Prozesse und verfügbare Erfahrungswerte

Die intelligente Datenauswertung ist darauf ausgerichtet, die Produktion zuverlässiger und ressourcenschonender zu gestalten. Sie verbindet laufende Informationen aus Maschinen und Verfahren mit Daten zu Rohstoffen sowie den Ergebnissen der Qualitätsprüfung. Daraus entstehen belastbare Hinweise für die Anpassung von Prozessparametern. Fehlerhafte Entwicklungen können früher sichtbar werden, bevor sie sich auf die Plattenqualität auswirken. Gleichzeitig verbessert die Analyse die Nutzung von Holz, Bindemitteln und Energie. Mitarbeiter ergänzen technische Empfehlungen durch Fachwissen weiterhin.

Wertschöpfungskette verbindet nachhaltige Waldwirtschaft mit industrieller Holzverarbeitung regional

Die regionale Holzwirtschaft entfaltet ihren Nutzen vor allem dann, wenn die einzelnen Stufen vom Wald bis zur Bauanwendung miteinander verbunden bleiben. Larissa Kuntz verwies auf die Angaben der Landesforsten Rheinland-Pfalz, wonach ein Kubikmeter Holz bis zu 3.000 Euro Bruttowertschöpfung erzeugen kann. Dieser Wert entsteht erst durch Weiterverarbeitung und Vermarktung und liegt erheblich über dem Rundholzpreis. Für elka ist eine sichere Holzversorgung deshalb eine betriebliche Voraussetzung für verlässliche Produktion, Standortentwicklung und Beschäftigung.

Rheinland-Pfalz braucht abgestimmte Strategie für Wälder, Rohstoffe und Holzbau

Elka verlangt für Rheinland-Pfalz eine politische Gesamtplanung, die den Umgang mit dem Wald und die Nutzung von Holz verlässlich ausrichtet. Der Masterplan soll Investitionen in klimaangepasste Wälder, eine stabile Rohstoffbasis für die Verarbeitung sowie Impulse für den Holzbau zusammenführen. Nach Auffassung von Kuntz ist dafür ein Abstimmungsprozess auf Ministerebene erforderlich. Vertreter aus Politik, Waldbesitz, Forstwirtschaft, Industrie und Holzbau sollen gemeinsame Leitlinien erarbeiten. Einschränkende Förderbedingungen, Stilllegungen und Nutzungsverbote sieht Elka kritisch.

Schnieder betont Bedeutung der Forst Holz Papierwirtschaft für Rheinland-Pfalz

Die Zahlen zur Forst-, Holz- und Papierwirtschaft zeigen nach Darstellung von Ministerpräsident Gordon Schnieder ihre hohe Bedeutung für Rheinland-Pfalz. Etwa 7.500 Unternehmen und rund 54.000 Beschäftigte sind dem Cluster zuzuordnen. Mit einem Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro zählt die Branche zu den wichtigen Säulen der Landeswirtschaft. Schnieder verwies ebenfalls auf die Klimaschutzfunktion von Holz. Wälder und dauerhaft genutzte Holzprodukte binden Kohlenstoff, während Holz beim Bauen energie- und emissionsintensive Materialien ersetzen kann.

Holzbaupolitik setzt auf heimische Rohstoffe und klimaangepasste Wälder gleichermaßen

Die Aussagen der Landesregierung verbinden Baupolitik, Rohstoffsicherung und Waldentwicklung. Schnieder erläuterte, dass die Förderung des Holzbaus sowie ein größerer Holzanteil bei Bauprojekten im Koalitionsvertrag vorgesehen sind. Schneider hob hervor, dass Betriebe dafür auf eine zuverlässige Versorgung mit regionalem Holz angewiesen bleiben. Auch in klimaangepassten Mischwäldern sollen geeignete Nadelholzarten vertreten sein. Durch aktive Bewirtschaftung sollen stabile Waldbilder entstehen, die Artenvielfalt gesichert und Holz nachhaltig für Wirtschaft und Gesellschaft verfügbar gemacht werden.

Zeitkapsel enthält Dokumente, Bilder und Produktmuster für die Zukunft

Beim Richtfest wurde der Grundstein der Erweiterung um eine Zeitdokumentation ergänzt. Larissa Kuntz und Gordon Schnieder legten eine Kapsel in den dafür vorgesehenen Kubus, der Bestandteil des Anlagenfundaments wird. Gesammelt wurden ein Schreiben der Geschäftsleitung, Tageszeitungen vom 5. Oktober 2026, historische Registerdokumente, Luftbilder, ein Foto der Unternehmerfamilie und ein Muster der elka strong board. Der Inhalt bildet die Verbindung zwischen der langen Firmengeschichte und dem zukünftigen Produktionskonzept am Standort Morbach.

Mit dem umfassenden Umbau schafft elka Voraussetzungen, den Standort Morbach technologisch und wirtschaftlich dauerhaft abzusichern. Die neue Fertigungstechnik soll Produktivität und Präzision steigern, während datenbasierte Steuerung Materialverluste und Qualitätsabweichungen frühzeitig begrenzen kann. Die Energieanlage unterstützt eine effizientere Wärmenutzung und die beabsichtigte Verringerung der Standortemissionen. Daraus ergeben sich Impulse für die regionale Holzindustrie und verbundene Dienstleistungsbereiche. Entscheidend bleibt, ob nachhaltige Forstwirtschaft, politische Rahmenbedingungen und ausreichende Rohstoffmengen dauerhaft zusammenwirken und die Investition tragen.

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