Aktien kaufen: Die Kapitalerhöhung ist für Aktionäre wichtig

Um heute Aktien kaufen zu können, braucht es eigentlich gar nicht viel Wissen. Tatsächlich gibt es durch die Online-Broker hervorragende Plattformen. Nun kommt jedoch die Kapitalerhöhung und es stellt sich die Frage: Was bedeutet dies?

Die Kapitalerhöhung durch die Deutsche Bank – warum kommt diese?

Die Deutsche Bank ist eines der Kreditinstitute, die finanzielle Probleme haben und nun auf der Suche nach Möglichkeiten sind, diese in den Griff zu bekommen. Zu den Möglichkeiten gehört unter anderem die Kapitalerhöhung, die im März 2017 beschlossen wurde und dafür sorgen soll, dass die Deutsche Bank rund 8 Milliarden Euro erhält.

Doch warum ist die Deutsche Bank eigentlich knapp bei Kasse? Unter anderem sind daran verschiedene Rechtsstreitigkeiten durch sowie die Kapitalpolster, die häufig durch die Behörden von den Banken gefordert werden. Das Ergebnis ist eine sehr dünne Decke an Kapital bei der Deutschen Bank und nun möchte das Finanzinstitut seine Stärke unter Beweis stellen. Dies passiert durch die Platzierung von 687,5 Millionen Aktien, die einen Wert von je 11,65 Euro haben.

Aktien kaufen – der Einfluss der Kapitalerhöhung auf die Anleger

Interessant ist nun die Frage, was die Kapitalerhöhung der Bank für einen Einfluss auf die Anleger hat. Wer über seinen Broker vielleicht schon Aktien der Deutschen Bank hält, der wird sich besonders ärgern, denn diese verlieren nun deutlich an Wert. Durch die Kapitalerhöhung gibt es zukünftig 50% mehr Aktien am Markt. Natürlich wird dadurch der Wert der bereits bestehenden Aktien deutlich gemindert. Wenn die Bank also nun in Zukunft Gewinne macht, dann erfolgt die Ausschüttung der Gewinne verteilt auf deutlich mehr Aktien.

Es ist möglich, den Verlust zu minimieren, wenn man als Aktionär selbst wieder junge Aktien kauft. (#1)

Es ist möglich, den Verlust zu minimieren, wenn man als Aktionär selbst wieder junge Aktien kauft. (#1)

Wer jetzt schon Aktionär ist, der muss damit leben, dass seine eigenen Anteile einer deutlichen Verwässerung unterliegen. Es ist jedoch möglich, diesen Verlust zu minimieren, wenn man als Aktionär selbst wieder junge Aktien kauft. Allerdings heißt dies auch, dass für jede Aktie wieder Geld in das Depot und damit an die Börse fließen muss. Neben der Investitionssumme, fallen noch einmal zusätzlich Gebühren an. Das ist Geld, welches erst einmal durch die Gewinne wieder eingefahren werden muss.

Teilnehmen an der Kapitalerhöhung – das muss beachtet werden

Wer Aktien kaufen und damit an der Kapitalerhöhung teilnehmen möchte, der sollte einige Punkte beachten. Hat man in seinem Depot bereits Aktien der Deutschen Bank, dann hat man nun bereits Bezugsrechte in seinem Depot. Hierbei handelt es sich um so etwas wie einen Gutschein, der es möglich macht, Aktien zu kaufen. Die Anzahl der Bezugsrechte orientiert sich an der Anzahl der Aktien, die man schon hat. Um eine neue Aktien kaufen zu können, braucht es zwei Bezugsrechte. Das heißt, wer über 50 Aktien der Deutschen Bank verfügt, der erhält 50 Bezugsrechte und kann dementsprechend 25 neue Aktien kaufen. Der Preis für die Aktien liegt bei 11,65 Euro.

Wer seine Bezugsrechte nicht in Anspruch nehmen wollte, der konnte diese verkaufen. Dies war bis zum 4. April möglich. Die Bezugsrechte wurden an der Börse selbst als ein Wertpapier angeboten. Anleger können aber natürlich auch in die alten Aktien investieren. Die Preise für diese liegen jedoch höher. In diesem Fall kann sich ein Vergleich lohnen, sodass man im Blick hat, ob man möglicherweise noch Geld sparen kann.

Wo liegt der Unterschied zwischen dem Kauf der Aktie oder den Bezugsrechten?

Tatsächlich ist der Verkauf von Bezugsrechten generell umstritten. In erster Linie kann es passieren, dass Anleger, die sich auf diese Weise Aktien sichern möchten, möglicherweise große Probleme bekommen, weil sie mehr Gebühren zahlen müssen. Das ist abhängig von der Gebührenordnung der Bank, bei der man Aktien kaufen möchte. Werden also über die Börse beispielsweise Bezugsrechte gekauft, dann muss man auch Gebühren zahlen. Es fallen die Gebühren an, die auch dann gezahlt werden müssen, wenn man eine Börsenorder macht. Anschließend sind Aktionäre verpflichtet, an die Bank eine Weisung zu geben. Nur mit dieser Weisung kann die Bank über die Rechte dann auch die jeweiligen Aktien überhaupt kaufen.

Wer die Bezugsrechte verkauft, der kann durchaus Geld machen. (#2)

Wer die Bezugsrechte verkauft, der kann durchaus Geld machen. (#2)

Im Falle der Deutschen Bank hatten die Bezugsrechte einen Wert von 2,03 Euro. Allerdings kann sich der Preis immer ändern. Wer die Rechte also verkauft, der kann durchaus Geld machen. Dabei ist aber zu bedenken, dass der Verkauf für eine Verwässerung der eigenen Gewinne sorgt. Zudem müssen Orderentgelte gezahlt werden, wenn man die Rechte verkauft.

Die Möglichkeit von „blanche“

Es gibt jedoch für Aktionäre nicht nur die Wahl zwischen Aktien kaufen und alle Bezugsrechte abgeben. Eine weitere Variante ist es, mit der „Operation blanche“ zu arbeiten. Bei dieser Option werden nicht alle Bezugsrechte verkauft, sondern lediglich die Anzahl, die notwendig ist, damit man die restlichen Bezugsrechte einsetzen und auf diese Weise Aktien kaufen kann. Dadurch lässt sich verhindern, selbst noch einmal Kapital einsetzen zu müssen. Geht man also davon aus, dass man von 50 Bezugsrechten rund 37 davon für 2,03 Euro verkauft, dann hat man einen Erlös von rund 75 Euro und dafür können dann etwa sieben neue Aktien der Deutschen Bank gekauft werden.

Solch eine Kapitalerhöhung passiert zwar nicht so oft, wenn es jedoch dazu kommt, dann sollte man als Aktionär wissen, was man tun kann und bis wann man sich entschieden haben muss. Bei der Deutschen Bank ist die Kapitalerhöhung schon abgeschlossen. Bis zum 4. April konnten sich die Aktionären entscheiden, was mit ihren Rechten passiert und drei Tage später kam es zum Verkauf der neuen Aktien. Das heißt, inzwischen ist dieser Prozess schon abgeschlossen bzw. am Laufen. Wer also wieder einmal ein Aktionär von Aktien ist, deren Unternehmen eine Kapitalerhöhung durchführt, der sollte genau auf die zeitlichen Angaben achten, die im Rahmen der Bezugsrechte und dem Kauf sowie Verkauf angesetzt werden.

Führt ein Unternehmen eine Kapitalerhöhung durch, heißt es, genau auf die Angaben zu achten, die im Rahmen der Bezugsrechte und dem Kauf sowie Verkauf angesetzt wurden. (#3)

Aktien kaufen und das Risiko minimieren

Viele deutsche Anleger sind sich bis heute unsicher, ob sie in Aktien investieren sollen. Oft ist den Anlegern das Risiko im Vergleich einer anderen Geldanlage einfach zu groß. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, um eben dieses Risiko zu minimieren. Einige hilfreiche Tipps sind nicht nur für Einsteiger immer wieder eine sehr gute Basis, um das Risiko im Rahmen halten zu können.

1.Streuung als wichtigste Basis

Das Risiko streuen ist und bleibt einfach die beste Variante, um es so klein wie möglich zu halten. Das funktioniert am besten, wenn Anleger in ihrem Depot das Kapital nicht nur auf eine Aktie setzen, sondern auf verschiedene. Eine sehr gute Wahl sind auch Fonds, in denen gleich mehrere Branchen und Unternehmen zusammengefasst sind. Diese eignen sich zudem für Anleger mit wenig Zeit, die gerne einfach nur investieren, sich aber nicht weiter mit der Thematik beschäftigen wollen.

2. Emotionen außen vor lassen

Der nächste Punkt sind die Emotionen. Zeigt sich möglicherweise eine Entwicklung der Aktie in die falsche Richtung, dann fangen viele Anleger schon an, zu reagieren. Hektisch versuchen sie, an der Börse ihre Wertpapiere wieder an den Mann zu bringen, um die Verluste gering zu halten. Nur wenige Wochen später steigt der Kurs wieder und der Ärger, alles schon abgegeben zu haben, ist groß. Emotionen können aber auch in die andere Richtung falsch spielen. Wenn man beispielsweise mit den Aktien eine gute Rendite erreicht hat, die Gier aber die Oberhand gewinnt, kann das Risiko immer mehr ansteigen.

Die Emotionen muss man unbedingt außen vor lassen, um nicht übereilt und emotionsgesteuert zum falschen Zeitpunkt die Aktien zu verkaufen. (#4)

Die Emotionen muss man unbedingt außen vor lassen, um nicht übereilt und emotionsgesteuert zum falschen Zeitpunkt die Aktien zu verkaufen. (#4)

3. Eine Strategie erarbeiten

Die wichtigste Grundlage für den Aktienkauf ist die Strategie. Wer sich ohne Strategie auf den Weg an die Börse macht, der geht gleichzeitig ein hohes Risiko ein. Denn hier haben die Emotionen wieder den Platz, sich nach vorne zu arbeiten und Einfluss auf das eigene Verhalten zu nehmen. Vermeiden lässt sich dies nur mit einer Strategie. Um eine Strategie erstellen zu können, braucht es ein gutes Händchen, Geduld und auch ein Musterdepot. Denn in diesem Musterdepot können die Strategien erst einmal in aller Ruhe durchgeführt und überprüft werden, bevor es an den Einsatz von echtem Geld geht.

4. Das Kapital als verloren ansehen

Natürlich sinkt nicht das Risiko, wenn das Kapital als verloren angesehen wird. Falls es aber zu einem Verlust kommt, dann tut es nicht so weh. Das heißt im Prinzip, dass man nur das Geld einsetzen sollte, auf das auch verzichtet werden kann. Falls es dieses nicht gibt, dann ist am besten komplett auf den Aktienhandel zu verzichten. Es gibt eine Regel, die immer wieder empfohlen wird, einzuhalten. Wer Kapital hat, der sollte davon nur so viel investieren, wie die folgende Rechnung ergibt: 100 – Lebensalter

Dieser Betrag wird prozentual gesehen dann vom Kapital in Aktien investiert. So bleibt noch genug übrig, wenn es doch zu Verlusten kommen sollte.

5. Verschiedene Branchen im Blick haben

Natürlich ist es sinnvoll, wenn man erst einmal in einer Branche nach Aktien schaut, die einem schon vertraut ist. Allerdings sollte nicht ausschließlich in eine Branche investiert werden. Wenn es in dieser Branche zu einem Börsencrash kommt und nun alles Geld darin investiert wurde, ist die Gefahr, dieses Geld gar nicht wiederzusehen, ganz besonders groß. Daher ist es wichtig, das Kapital auch dann auf verschiedene Branchen zu verteilen, wenn man sich in der Branche gar nicht auskennt.

Wenn es zu einem Börsencrash kommt, ist man gut beraten, wenn man das Geld vorher auf verschiedene Bereiche verteilt hat. (#5)

Wenn es zu einem Börsencrash kommt, ist man gut beraten, wenn man das Geld vorher auf verschiedene Bereiche verteilt hat. (#5)

6. In bewährte Unternehmen investieren

Wer sein Risiko besonders gering halten möchte, der entscheidet sich dafür, möglichst in bekannte und bewährte Unternehmen zu investieren. Das mag zwar nicht so hohe Renditen mit sich bringen, dafür hat sich über die Jahre und Jahrzehnte hinweg gezeigt, dass die Unternehmen mit Kraft und Beständigkeit agieren. Gerade für Einsteiger ist dieses Konzept oft eine gute Variante für den Einstieg.

7. Der Blick auf den Kurs-Gewinn & das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis

Wer Aktien kaufen möchte, der sollte sich auch ein wenig damit auskennen, wie man Risiko einschätzt. Hier kann das Kurs-Gewinn-Verhältnis beispielsweise einen sehr guten Indikator darstellen. Dieses zeigt den Aktienkurs, wie er im Verhältnis zu dem jeweiligen Gewinn des Unternehmens steht. Dieser Indikator ist bei der Einschätzung von einem Risiko ganz besonders beliebt. Wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis gering ist, dann ist auch das Risiko für ein Wertpapier gering.

8. Verluste klein halten und die Gewinne vorangehen lassen

Tatsächlich ist es beim Aktien kaufen und beim Aktien verkaufen immer eine Frage vom richtigen Verhältnis. Das heißt, viele Aktionäre gehen grundsätzlich davon aus, dass sie alle Aktien halten müssen. Das ist jedoch nicht die beste Strategie. Effektiv ist es, wenn Verlusttitel kontrolliert und analysiert werden. Anschließend ist eine Entscheidung zu treffen. Wenn das Ergebnis der Analyse negativ ist, dann sollte sie auch aus dem Portfolio entfernt werden. Auf diese Weise lassen sich Verluste gering halten.

Viele Broker bieten die Möglichkeit, mit Stopp Loss zu arbeiten. Hier lässt sich von Beginn an festlegen, welche Verluste man bereit ist, zu akzeptieren und wo die Verluste begrenzt werden sollen. Das macht die gesamte Investition schon deutlich entspannter. Zudem ist es wichtig, die Gewinnmitnahmen nicht zu vergessen. Natürlich sollten Aktien, die schon länger gut laufen, durchaus nicht gleich verkauft werden. Die Gewinnmitnehmen spielen dennoch eine wichtige Rolle, um aktiv dabei bleiben und das Kapital mehren zu können.

9. Der Griff zur technischen Analyse

Der Aufbau einer Strategie basiert auch auf den Analysen. Es lässt sich nur dann eine gute Strategie bilden, wenn man auch den Markt und die gewünschten Aktien analysiert hat. Bei der Analyse sollte erst einmal mit den Fundamentaldaten von einem Unternehmen begonnen werden. Diese beziehen sich auf die Gewinn- und Verlustrechnungen sowie auf den jeweiligen Cash-Flow. Zusätzlich dazu spielt die technische Analyse eine wichtige Rolle. Nur so kann die Verfassung der Aktien auch richtig überprüft werden.

Hilfreich ist auch die technische  Analyse und sollte unbedingt genutzt werden. (#6)

Hilfreich ist auch die technische Analyse und sollte unbedingt genutzt werden. (#6)

10. Die Suche nach dem optimalen Broker

Das Risiko besteht nicht nur in einer falschen Geldanlage, sondern auch in der Entscheidung für einen falschen Broker. Die Auswahl an Anbietern ist heute sehr groß und man muss nicht, wie es früher der Fall war, erst zur Bank gehen und dann dort sein Geld einzahlen, damit dieses an der Börse investiert wird. Stattdessen kann man sich ganz einfach ein Depot online eröffnen. Zudem ist der Vergleich der einzelnen Broker sehr einfach gehalten. Man kann online Analysen durchführen und entscheiden, wer die geringsten Gebühren hat und wo es besonders einfach ist, sein Portfolio aufzubauen. Auch gute Analysewerkzeuge sollten nicht fehlen.

Beim Beherzigen der Hinweise zum Reduzieren des Risikos lässt sich der Aktienkauf schnell zu einem sehr guten Nebenverdienst machen. Gerade zu Beginn braucht es jedoch Geduld.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild ImageFlow, -#1 Koson, -#2 nanantachoke, -#3 isak55, -#4 wavebreakmedia, -#5 Who is Danny, -#6 Matej Kastelic

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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