Meine Bonität: 5 Vorteile guter Bonität und eine Checkliste zum Verbessern der Bonität

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So mancher Verbraucher fragt sich: Kann ich meine Bonität verbessern? Diese Frage steht spätestens dann im Raum, wenn ein Kreditantrag wegen mangelnder Bonität abgelehnt wurde. Und es gibt tatsächlich einige Möglichkeiten!

Meine Bonität: Fünf Vorteile einer hohen Kreditwürdigkeit

“Wo erfahre ich Näheres über meine Bonität?“ Diese Frage wird nicht selten gestellt, wobei die Antwort darauf einfach ist: bei der SCHUFA!

Doch mit dem Prüfen der Einträge bei der SCHUFA ist immer noch nicht klar, wie sich der Bonitätsscore zusammensetzt bzw. welche Daten Einfluss auf den Score haben.

Kurz zusammengefasst: Es sind alle Daten, die mit dem Zahlungsverhalten einer Person, mit der Höhe des Einkommens (ob dieses zur Deckung der Ausgaben ausreichend ist) und mit dem Wohnort zu tun haben.

Meine Bonität ist gut: Wichtige Vorteile der Kreditwürdigkeit

Beim Prüfen hat ein Verbraucher festgestellt: „Meine Bonität ist gut!“ Das ist mit zahlreichen Vorteilen verbunden, von denen wir die wichtigsten fünf kurz vorstellen:

  1. Niedrigere Zinsen

    Wird ein Kredit beantragt, wird eine Bonitätsprüfung vorgenommen. Dabei zeigt sich, ob eine hohe Kreditwürdigkeit vorliegt oder nicht. Ist ein Bonitätsscore von mindestens 95 Prozent vorhanden, werden die Kreditzinsen aller Voraussicht nach gut sein.

  2. Leichte Kreditvergabe

    Banken lieben zuverlässige Kreditnehmer, daher wird jemand mit einer guten Bonität leichter einen Kredit erhalten. Auch Darlehen über hohe Beträge werden leichter vergeben, wenn die Bank sicher sein kann, dass das Geld wieder zurückgezahlt wird. Hingegen ist es möglich, dass bei schlechter Bonität der Kredit gar nicht bewilligt wird oder dass die Kreditsumme nach unten zu korrigieren ist.

    Banken lieben zuverlässige Kreditnehmer, daher wird jemand mit einer guten Bonität leichter einen Kredit erhalten. ( Foto: Shutterstock- fizkes  )

    Banken lieben zuverlässige Kreditnehmer, daher wird jemand mit einer guten Bonität leichter einen Kredit erhalten. ( Foto: Shutterstock- fizkes )

  3. Leichte Wohnungsmiete

    „Meine Bonität ist nicht gut – kann ich die Wohnung trotzdem bekommen?“ Hier wird der Vermieter aller Voraussicht nach mit einem klaren „Nein“ antworten. Denn auch er möchte sich vor einem Zahlungsausfall schützen und wird die Bonität der Mietinteressenten genau prüfen. Kommt dabei heraus, dass der betreffende Interessent wahrscheinlich nicht regelmäßig seine Miete zahlen kann, bekommt dieser keinen Vertrag.

  4. Einkauf auf Rechnung

    Die meisten Verbraucher lieben den Einkauf auf Rechnung, weil sie hierbei erst die Ware geliefert bekommen und diese prüfen können. Danach wird das jeweilige Produkt bezahlt und der Käufer fühlt sich in einer Win-win-Situation. Doch der Verkäufer mag diese nicht sehen, immerhin gibt er die Ware aus der Hand und hat noch kein Geld. Ist die Bonität daher nicht gut, wird kein Kauf auf Rechnung möglich sein. Der Verkäufer sichert sich ab, indem er erst das Geld verlangt und danach die Auslieferung der Bestellung vornimmt. Wer also sagen kann: „Meine Bonität ist gut!“, wird auch per Rechnung einkaufen können.

  5. Leichte Finanzierungen im Internet

    Viele Wünsche müssen einfach sofort erfüllt werden oder lassen sich gar nicht aufschieben. Die defekte Waschmaschine muss nun einmal direkt erneuert werden! Wie gut, wenn das eigene Zahlungsverhalten eine Finanzierung zulässt. Hat sich der Betreffende in der Vergangenheit als zuverlässig zahlender Kunde erwiesen, wird der Verkäufer der Finanzierung sicherlich zustimmen.

“Wie kann ich ganz einfach meine Bonität verbessern?“ Diese Frage stellen sich viele, die bei der Bonitätsprüfung festgestellt haben, dass ihre Kreditwürdigkeit gar nicht so gut ist wie gedacht. (Foto: Shutterstock-  pathdoc )

“Wie kann ich ganz einfach meine Bonität verbessern?“ Diese Frage stellen sich viele, die bei der Bonitätsprüfung festgestellt haben, dass ihre Kreditwürdigkeit gar nicht so gut ist wie gedacht. (Foto: Shutterstock- pathdoc )

Die Checkliste: Meine Bonität verbessern

“Wie kann ich ganz einfach meine Bonität verbessern?“ Diese Frage stellen sich viele, die bei der Bonitätsprüfung festgestellt haben, dass ihre Kreditwürdigkeit gar nicht so gut ist wie gedacht. Um diese zu verbessern, gibt es verschiedene Wege, die hier in der folgenden Checkliste aufgeführt sind:

  • Dispo nicht beanspruchen

    Wenn die Bank einen Dispo einräumt, ist das ein wichtiger Vertrauensbeweis, denn immerhin geht sie damit in Vorleistung, sollte das Girokonto überzogen werden.

    Wie die nachstehende Tabelle zeigt, verdient eine Bank auch nicht schlecht an einem solchen Dispo:


    Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

    Die Kunst ist es jedoch, als so kreditwürdig zu erscheinen, dass der Dispo möglichst hoch ausfällt, dass er aber nicht in Anspruch genommen wird. Ein seltenes Überziehen ist okay, doch dieses sollte nicht zur Regelmäßigkeit werden.

  • Rechnungen pünktlich zahlen

    Das eigene Zahlungsverhalten beeinflusst die Bonität maßgeblich. Somit ist es wichtig, alle Rechnungen immer pünktlich zu bezahlen, denn nur so lassen sich Mahnverfahren vermeiden. Eine einzige Rechnung, die nicht bezahlt wird, findet aber auch nicht gleich einen Eintrag in der SCHUFA, doch wenn eine gewisse Regelmäßigkeit zu erkennen ist und Zahlungsfristen öfter überschritten werden, wird dies den Bonitätsscore deutlich senken.

  • Nur wenige Konten führen

    Mehr als ein bis zwei Girokonten braucht kein normaler Verbraucher. Unternehmen seien hier ausdrücklich ausgenommen, bei ihnen kann es je nach Firmengröße sinnvoll sein, mehrere Girokonten zu führen. Der Verbraucher sollte sich aber auf eine geringe Anzahl beschränken und diese möglichst kontinuierlich bei einer Bank führen. Das zeugt von Beständigkeit und verbessert die Kreditwürdigkeit. Tages- oder Festgeldkonten sind hier nicht inbegriffen.

  • Keine Kartensammlung anlegen

    Was für Girokonten gilt, ist synonym auch für Kreditkarten gültig. Diese sollten ebenfalls nicht in hoher Zahl vorhanden sein. Eine oder zwei Kreditkarten sind ausreichend. Immerhin können mehrere Karten auch stärker überzogen werden als nur eine, so zumindest die Argumentation der Banken, die eine schlechtere Bonität bescheinigen.

  • Kredite umschulden

    Zur Überbrückung von Zahlungsschwierigkeiten, zur Auslösung des Dispos oder bei der Anschaffung verschiedener Produkte wurden Kredite aufgenommen, die sich zwar in geringer Höhe belaufen, doch zusammengenommen doch eine große finanzielle Belastung darstellen. Hier sollte eine Umschuldung vorgenommen werden. Die Kleinkredite werden durch ein einziges Darlehen abgelöst, was oft sogar noch eine erhebliche Zinsersparnis bedeutet.

  • Eigene Bonitätsprüfung vornehmen

    Die Bonität lässt sich auch selbst prüfen. Die SCHUFA stellt dafür ein Onlineformular zur Verfügung, mit dem die Bonitätsprüfung beantragt werden kann. Die schriftliche Zustellung der Prüfung dauert zwischen zwei und vier Wochen. Wer sofort Auskunft haben möchte, muss allerdings eine geringe Gebühr bezahlen. Durch das regelmäßige Prüfen lässt sich die Bonität verbessern, da fehlerhafte Daten aufgespürt und geändert bzw. gelöscht werden können.

  • Identität schützen lassen

    Opfer von Identitätsdiebstahl sollten den Vorfall der SCHUFA melden. Diese nimmt einen entsprechenden Vermerk in den Daten vor. Wollen nun Gläubiger einen Verbraucher prüfen lassen, so bekommen sie den Hinweis auf den Identitätsdiebstahl. Sie können dann direkt Kontakt mit der betreffenden Person aufnehmen und zum Beispiel eine Bestellung verifizieren lassen.

Die Bonität kannst Du bei der SCHUFA erfragen. Auch jede andere Auskunftei ist per Gesetz dazu verpflichtet, Auskunft zu den gespeicherten Daten zu geben. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com )

Die Bonität kannst Du bei der SCHUFA erfragen. Auch jede andere Auskunftei ist per Gesetz dazu verpflichtet, Auskunft zu den gespeicherten Daten zu geben. ( Foto: Shutterstock-Rawpixel.com )

FAQs rund um meine Bonität

Wo kann ich meine Bonität sehen?

Die Bonität kannst Du bei der SCHUFA erfragen. Auch jede andere Auskunftei ist per Gesetz dazu verpflichtet, Auskunft zu den gespeicherten Daten zu geben. Nicht jede Auskunftei teilt aber mit, wie genau sich die Bewertungen zusammensetzen.

Was ist eine sehr gute Bonität?

Eine sehr gute Bonität liegt bei einem Bonitätsscore von 97,5 Prozent, zumindest bei der SCHUFA. Andere Auskunfteien haben häufig andere Scores. Doch auch schon ein Score von 95 Prozent wird als gut gesehen und ist mit einem geringen Zahlungsausfallrisiko für den Gläubiger verbunden.

Wie kann ich wissen, ob ich kreditwürdig bin?

Zum einen besteht die Möglichkeit, selbst die Daten zu prüfen und bei der SCHUFA eine Bonitätsprüfung in Auftrag zu geben. Zum anderen wird deutlich, dass die eigene Kreditwürdigkeit herabgesetzt ist, wenn Kredite nicht bewilligt werden oder der Einkauf im Internet nicht mehr per Rechnung möglich ist. Wer kreditwürdig ist, wird bei der SCHUFA mit einem hohen Score zwischen 95 und 99 Prozent geführt.

Wie bekomme ich wieder eine gute Bonität?

Eine gute Bonität wird durch ein vorbildliches Zahlungsverhalten erreicht. Rechnungen werden fristgemäß bezahlt, wobei die Frist als eingehalten gilt, wenn das Geld pünktlich beim Empfänger auf dem Konto verbucht werden konnte. Zudem werden Kreditraten pünktlich gezahlt. Die Bonität wird wieder gut, wenn überflüssige Verträge, Konten und Kreditkarten gekündigt werden. Außerdem kann sie sich verbessern, wenn die eigenen Daten bei der Auskunftei regelmäßig abgefragt und überprüft werden.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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