Gute Bonität: 7 Vorteile und eine Checkliste zum Verbessern der Bonität

Eine gute Bonität muss immer das Ziel sein, wenn es um die eigene Kreditwürdigkeit geht. Die SCHUFA teilt Verbraucher dafür in verschiedene Stufen ein, wobei mindestens 95 Prozent das erklärte Ziel sein müssen.

7 Vorteile einer guten Bonität

Eine gute Bonität ist Voraussetzung für die Vergabe eines Immobilienkredits, um gute Kreditkonditionen oder auch nur einen höheren Dispo zu bekommen.

An dieser Stelle kommt die SCHUFA ins Spiel, über die zahlreiche Gerüchte kursieren und die gern verteufelt wird. Doch die Mythen über die Schufa sind längst nicht alle wahr und auch diese Auskunftei ist nur eine unter vielen – wenn auch die bekannteste in Deutschland.

Sie erstellt einen Bonitätsscore für Verbraucher, der für Gläubiger maßgeblich ist. Doch auch andere Auskunfteien agieren ähnlich.

Die Vorteile einer hohen Kreditwürdigkeit

Die Vorteile einer hohen Kreditwürdigkeit werden meist gar nicht wahrgenommen. Vielmehr sind es die Nachteile, die im Zuge einer schlechten Bonität auftreten, die wirklich relevant sind. Gerade bei der Beantragung von Finanzierungen oder hohen Krediten fällt eine schlechte Bonität auf.

Die Vorteile, wenn der Bonitätsscore mit mindestens 95 Prozent eher hoch ist, sind unter anderem diese:

  1. Leichte Kreditvergabe

    Ein hoher Bonitätsscore garantiert vielleicht nicht den gewünschten Kredit in sechsstelliger Höhe, doch er steigert die Wahrscheinlichkeit für die Bewilligung des Antrags ungemein.

    Wird seitens der Bank die Kreditwürdigkeit als hoch eingeschätzt, ist für diese das Zahlungsausfallrisiko gering und sie begrüßt den entsprechenden Verbraucher gern als Kunden.

    Es können auch mehrere Kredite aufgenommen werden, sofern das Einkommen hoch genug ist, die Raten zu tilgen und solange die Bonität als gut bis sehr gut eingestuft ist.

    Ein hoher Bonitätsscore garantiert vielleicht nicht den gewünschten Kredit in sechstelliger Höhe, doch er steigert die Wahrscheinlichkeit für die Bewilligung des Antrags ungemein. (Foto: Shutterstock-gpointstudio)

    Ein hoher Bonitätsscore garantiert vielleicht nicht den gewünschten Kredit in sechstelliger Höhe, doch er steigert die Wahrscheinlichkeit für die Bewilligung des Antrags ungemein. (Foto: Shutterstock-gpointstudio)

  2. Zahlung per Rechnung

    Bei Onlinekäufen stehen meist viele verschiedene Zahlungsmittel zur Auswahl. Will der Verkäufer auf Nummer sicher gehen, setzt er auf PayPal, Vorkasse, Sofortüberweisung oder Lastschrifteinzug.

    Weitaus angenehmer ist es für den Käufer aber, wenn er auf Rechnung kaufen kann. Erst die Ware, dann das Geld! Doch nur mit einer guten Bonität ist diese Zahlungsweise möglich, wobei der Verkäufer diese in jedem Fall prüfen wird.

  3. Finanzierung bei Onlinekäufen

    Viele Produkte sind etwas teurer, sollen aber dennoch genau jetzt gekauft werden. Eine Finanzierung hilft dann, nicht auf einen Schlag viel Geld auszugeben und sich den Kaufwunsch doch noch erfüllen zu können.

    Eine solche Finanzierung ist aber nur möglich, wenn die SCHUFA eine gute Bonität bescheinigt. Zeigt sich bei der Bonitätsprüfung, dass die Kreditwürdigkeit herabgesetzt ist, wird auch die Finanzierung und erst recht eine angestrebte Nullfinanzierung schwierig bis unmöglich.

  4. Höherer Dispo

    Die Bank vergibt einen Dispo nur an die Kunden, die auch eine ausreichende Kreditwürdigkeit besitzen und bei denen folglich klar ist, dass sie den Dispo immer wieder auffüllen können.

    Im Sinne einer guten Bonität sollte der Überziehungskredit aber gar nicht in Anspruch genommen werden, denn genau das würde die Bonität wieder herabsetzen.

    Zudem sind die Zinsen für einen Dispo bei den meisten Banken sehr hoch, wie die folgende Tabelle zeigt:


    Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

  5. Wohnungsmiete leicht gemacht

    Ein Vermieter will seine Immobilie nicht an irgendjemanden vermieten, sondern er möchte vielmehr, dass diese zum einen in guten Händen ist und zum anderen der Mieter seinen Mietzahlungen regelmäßig nachkommt.

    Das heißt wiederum, dass eine gute Bonität entscheidend für einen Mietvertrag sein kann. Um sich abzusichern, wird der Vermieter eine Bonitätsprüfung vornehmen lassen und in der Folge entscheiden, welcher Mietinteressent denn die beste Wahl sein wird.

  6. Handverträge leichter abschließen

    Die Angebote für neue Smartphones sind meist sehr günstig: Einen festen Monatsbetrag zahlen und nach zwei Jahren das top-aktuelle Smartphone abbezahlt haben! Das geht aber nur, wenn eine gute Bonität vorliegt, die die Telefongesellschaft immer erst prüfen wird.

    Ist die Bonität schlecht, kann es sogar sein, dass zwar ein Vertragsschluss möglich ist, dass das Smartphone aber mit einem hohen Eigenanteil zu finanzieren ist oder dass sich der Vertrag nur auf die Leistungen des Mobilfunkanbieters und nicht auf das Gerät bezieht.

  7. Günstige Versicherungsprämien

    Versicherungen wollen sich ebenfalls absichern und prüfen die Bonität von Antragstellern genau. Immerhin sollten diese in der Lage sein, die Prämien pünktlich zu zahlen! Eine gute Bonität wird mit günstigen Versicherungsbedingungen belohnt.

Ob die eigene Bonität gut ist oder nicht, lässt sich ganz selbst leicht prüfen. (Foto: Shutterstock- TierneyMJ _)

Ob die eigene Bonität gut ist oder nicht, lässt sich ganz selbst leicht prüfen. (Foto: Shutterstock- TierneyMJ _)

Checkliste für eine gute Bonität: So lässt sich die Kreditwürdigkeit verbessern

Ob die eigene Bonität gut ist oder nicht, lässt sich ganz selbst leicht prüfen. Dafür wird einmal im Jahr ein entsprechender Antrag bei der SCHUFA gestellt, durch den Einblick in die Daten genommen werden kann und wodurch es möglich ist, auch fehlerhafte oder falsche Einträge aufzuspüren.

Diese müssen durch die Auskunftei berichtigt werden. Doch neben dem Prüfen können auch die folgenden Maßnahmen helfen, die Bonität zu verbessern:

  • Pünktlich zahlen

    Rechnungen und Kreditraten müssen pünktlich zur Zahlungsfrist gezahlt werden und sollten am Tag der Fälligkeit beim Gläubiger eingehen.

  • Konten und Kredite bei einer Bank

    Der Bonitätsscore wird positiv beeinflusst, wenn sowohl Girokonten als auch der Kredit bei der gleichen Bank geführt werden.

  • Selten oder nie den Dispo nutzen

    Eine hoher Dispo ist gut, wenn er genutzt wird, ist das schlecht.

  • Kredite umschulden

    Sind mehrere Kleinkredite vorhanden, sollte eine Umschuldung stattfinden. Lieber einen Kredit als mehrere führen!

  • Wenige Kreditanfragen stellen

    Statt der bis zu 12 Monate gespeicherten Kreditanfrage sollten lieber Konditionsanfragen gestellt werden. Diese werden nicht gespeichert.

  • Selten Wohnort und Banken wechseln

    Der seltene Wechsel von Wohnort und Bank zeugt von Verlässlichkeit und Beständigkeit.

  • Unnötige Verträge kündigen

    Unnötige Verträge verschlechtern nur die SCHUFA, sind unübersichtlich und kosten im schlimmsten Fall Geld. Weg damit!

  • Mit Gläubigern sprechen

    Sollten Zahlungsschwierigkeiten auftreten, ist ein Gespräch mit dem Gläubiger angebracht. So lässt sich die Eintragung einer Mahnung in der SCHUFA meist verhindern und die Bonität verbessern.

Rechnungen und Kreditraten müssen pünktlich zur Zahlungsfrist gezahlt werden und sollten am Tag der Fälligkeit beim Gläubiger eingehen. ( Foto: Shutterstock- pathdoc_)

Rechnungen und Kreditraten müssen pünktlich zur Zahlungsfrist gezahlt werden und sollten am Tag der Fälligkeit beim Gläubiger eingehen. ( Foto: Shutterstock- pathdoc_)

Häufig gestellte Fragen rund um die Bonität

Was ist Bonität?

Unter Bonität wird in Finanzkreisen die Kreditwürdigkeit bzw. Zahlungsfähigkeit eines Verbrauchers oder Unternehmens verstanden. Es geht darum, zu beurteilen, ob jemand seinen Zahlungsverpflichtungen regelmäßig nachkommt, Zahlungsfristen einhält und allgemein eine gute Zahlungsmoral aufweist.

Wie bekomme ich eine gute Bonität?

Eine gute Bonität wird durch pünktliche Zahlungen und das Vermeiden von Mahnverfahren erreicht. Kredite werden regelmäßig getilgt, es sind nur wenige Konten und Kreditkarten vorhanden.

Eine langjährige Bankentreue sowie der „richtige“ Wohnort spielen ebenfalls bei der Beurteilung der Bonität eine Rolle. Bitte regelmäßig eine Bonitätsprüfung zu den eigenen Daten durchführen, um Fehler und falsche Eintragungen zu finden!

Was bringt mir eine gute Bonität?

Eine gute Bonität bringt zahlreiche Vorteile. Es werden leichter Kredite in gewünschter Höhe vergeben, Einkäufe können finanziert oder auf Rechnung bezahlt werden.

Des Weiteren wird ein höherer Dispo eingeräumt, Immobilien können leichter gemietet werden. Verträge sind mit besseren Konditionen erhältlich.

Wie sieht eine gute Bonität aus?

Eine gute Bonität wird laut SCHUFA mit mindestens 95 Prozentpunkten angegeben. Ab diesem Rang gilt der Verbraucher oder das Unternehmen als kreditwürdig, das Ausfallrisiko für Gläubiger ist eher gering.

Eine Bonität von 100 Prozent ist nicht möglich, weil zumindest das Todesfallrisiko immer bestehen bleibt und sich mindernd auf den SCHUFA-Score auswirkt.

Wie hoch ist eine gute Bonität?

Die SCHUFA gibt eine gute Bonität mit mindestens 95 Prozent an, besser noch sind 97,5 Prozent. Dann ist die Bonität sehr gut, es gibt kaum Probleme mit Kreditanträgen oder Finanzierungen. Das Zahlungsausfallrisiko ist dann besonders gering.

Was ist eine ausreichende Bonität?

Eine ausreichende Bonität liegt unter einem Prozentrang von 95, ab hier gibt es aber bei vielen Gläubigern bereits Bedenken. So kann nicht mehr überall per Rechnung gezahlt werden, es ist auch möglich, dass ein Kreditantrag zumindest in der beantragten Höhe abgelehnt wird.

Kredite werden auch nicht mehr mit sehr guten Konditionen vermittelt, die Banken beginnen, sich über höhere Zinssätze und kürzere Laufzeiten gegen das höhere Zahlungsausfallrisiko abzusichern.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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